Können Erneuerbare Energien genug Wärme bereitstellen?
Der Beitrag der Erneuerbaren Energien zur Wärmeversorgung steigt seit Jahren, ist aber heute noch – insgesamt betrachtet – relativ gering: Ca. 6,6 Prozent des deutschen Wärmebedarfs werden durch Erneuerbare Energien gedeckt. Die Potenziale für die Zukunft sind aber groß: Bereits im Jahr 2020 kann der Anteil Erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung 14 Prozent betragen. Damit könnten über 86 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden. Studien führender Forschungsinstitute bestätigen, dass die „Erneuerbaren“ den Wärmebedarf Deutschlands 2050 schon zu 50 Prozent decken können. 1
Warum ist der Beitrag der „Erneuerbaren“ heute noch so gering?
Es gibt viele Gründe: Zum einen stecken die Technologien, mit deren Hilfe aus Erneuerbaren Energien Wärme gewonnen wird, noch in den Kinderschuhen. Erneuerbare Energien hat man in den letzten Jahren vor allem mit Strom in Verbindung gebracht, nicht aber mit der Heizung. Das ändert sich. Denn im Wärmebereich liegen große Potenziale, und schließlich bedarf es klarer gesetzlicher Grundlagen. Diese Grundlagen werden mit dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (im Folgenden: Wärmegesetz) geschaffen. 2
Zum anderen schrecken hohe Investitionskosten ab. Vielen Verbrauchern fehlt das nötige Vertrauen, um in Erneuerbare Energie-Anlagen zu investieren. Zu Unrecht: Wer mit Erneuerbaren Energien heizt, schont nicht nur das Klima, sondern auch seinen Geldbeutel. Bisher ist weitgehend unbekannt, dass Erneuerbare Energien mittel- und langfristig wirtschaftlicher sein können als herkömmliche Energieträger. Je schneller und steiler die Preise für Gas und Öl steigen, umso besser rechnen sich Erneuerbare Energien. Während vor wenigen Jahren ein Ölpreis von 30 Dollar pro Barrel üblich war, hat der Öl-Preis Anfang Juni 2008 knapp die 130 Dollar-Grenze überschritten. Wer z.B. einen Pelletkessel installiert, muss zwar die vergleichsweise hohen Investitionskosten aufbringen, profitiert dann aber von den günstigen Betriebskosten – und bekommt weder eine Gas- noch eine Ölrechnung.
Quelle: www.bmu.de
1 Nitsch, „Leitstudie 2007 – Ausbaustrategie Erneuerbare Energien“, abrufbar im Internet unter:
www.erneuerbare-energien.de.
2 Der Gesetzentwurf, der von der Bundesregierung am 5. Dezember 2007 beschlossen wurde, ist im Internet abrufbar unter: www.erneuerbare-energien.de/inhalt/40512/.




