Berechnen Sie Ihren Wärmebedarf
Ermitteln Sie mit einer Wärmebedarfsrechnung wie viel Wärme Sie wirklich benötigen – und legen Sie Ihre Heizung dann passgenau aus.
- Entscheidend für die Wahl der passenden Heizanlage ist Ihre individuelle Wohnsituation und der daraus resultierende Jahres-Primärenergiebedarf Ihres Hauses.
- Wie viel kW Wärme Sie für Ihr neues Haus benötigen, lässt sich anhand einer einfachen Faustformel leicht bestimmen.
Wie viel Wärme Sie künftig brauchen, hängt in erster Linie davon ab, mit wie vielen Personen Sie auf wie vielen Quadratmetern wohnen. Hinzu kommen Ihr individueller Komfortanspruch und die Richtlinien der EnEV.
Die primäre Größe
Der entscheidende Richtwert bei der Auslegung Ihrer Heizungsanlage ist der Jahres-Primärenergiebedarf Ihres Hauses. Er wird nach der Energieeinspar-Verordnung (EnEV) festgelegt und wie folgt berechnet: Addieren Sie Ihren Jahresheizwärmebedarf zu Ihrem Energiebedarf für die Warmwasserbereitung und multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Anlagenaufwandszahl.
Der Jahresheizwärmebedarf
Der Jahresheizwärmebedarf bezeichnet die für das reine Beheizen Ihres Hauses aufzuwendende Energiemenge (in kWh pro Quadratmeter im Jahr).
Der Energiebedarf für die Warmwasserbereitung
Der Energiebedarf für die Warmwasserbereitung wird zum Heizwärmebedarf addiert. Allerdings sollten Sie bei der Bemessung über den Mindestbedarf hinaus kalkulieren. Mit einem Plus von ca. 30% liegen Sie in jedem Fall richtig – selbst dann, wenn Sie statt eines Standard-Badezimmers etwas mehr Komfort einplanen.
Die Anlagenaufwandszahl
Die Anlagenaufwandszahl ist vom Energieträger (z. B. Strom, Gas oder regenerative Energien) abhängig. Dabei werden auch Energieverluste, die bei Gewinnung und Transport der Energie entstehen, in die Bilanz des Gebäudes mit einbezogen.
Deshalb schneiden Solar- oder Umweltwärme aus der hauseigenen Anlage wesentlich besser ab als Strom, der im Kraftwerk erzeugt und über weite Strecken transportiert werden muss.
Die einfache Faustformel
Wie viel kW Wärme Sie für Ihr neues Haus in etwa brauchen, können Sie anhand einer einfachen Faustformel abschätzen:
m2 x 50W/m2 : 1.000 = kW Heizleistung für das Gebäude
+ ca. 30% = kW Leistung für die Warmwasserbereitung
= Gesamtmenge kW für Heizung und Warmwasserbereitung
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche ergibt sich daraus eine Nennwärmeleistung von ca. 8,5 bis 9 kW. Voraussetzung ist eine Bauweise im heute üblichen Niedrigenergiehaus-Standard. Eine exakte Bedarfsermittlung – die Bauweise, Wohnfläche, Fassadenisolierung und Sanitärausstattung – mit einbezieht, erstellt Ihnen Ihr Planer oder Heizungsfachmann vor Ort.



