Dezentrale Anlagentechnik
Um bei Vollbelegung des Ferienparks die thermische Spitzenlast der Gesamtanlage von rund 250 kW durch eine überschaubare und betriebssichere Anlagentechnik abzudecken, wurde die Wärme- und Warmwasserversorgung in drei eigenständigen Einheiten gewissermaßen dezentralisiert. In der ersten Einheit, dem Verwaltungsgebäude, sind eine Erdwärmepumpe mit 38 kW Leistung und zehn Solarkollektoren, die nach Süden ausgerichtet unter optimalen Bedingungen bis zu 546 kWh pro Quadratmeter und Jahr Ertrag liefern, installiert. Wie hoch der Ertrag der auroTHERM Solarkollektoren in der Praxis tatsächlich ausfällt, hängt allerdings aufgrund unterschiedlichster Faktoren – wie beispielsweise der variierenden Zahl an Sonnentagen oder auch der Abschirmung durch Schneemassen – ab.
Die über die Solaranlage gewonnene Energiemenge wird in einen Pufferspeicher mit 4.000 Litern Inhalt geführt, um das Hauptgebäude und den Sanitärbereich des Gasthauses zu versorgen. Möglich ist dies unter anderem, weil die Beheizung sämtlicher Objekte in erster Linie über Fußbodenheizung erfolgt, die mit einer vergleichsweise niedrigen Vor- und Rücklauftemperatur von 40 / 30 °C gefahren werden kann. In der zweiten Versorgungseinheit wurde eine ähnliche Anlagenkombination für die Versorgung der neun Ferienhäuser, des Beauty-Hauses und des Außenpools gewählt: 16 Solarkollektoren sorgen während der Sommermonate für die Aufheizung des Pools. Überschüssige Energie, in den Wintermonaten der komplette Ertrag, wird über vier Pufferspeicher mit jeweils 2.000 Liter Inhalt zur Unterstützung der Heizung im Beauty-Haus sowie in den Ferienwohnungen genutzt.
Die Hauptlast der Energieversorgung tragen hier jedoch zwei in Kaskade geschaltete Wärmepumpen mit einer Gesamtleistung von 88 kW, die je nach Anforderung einzeln oder gemeinsam ebenfalls die Pufferspeicher aufladen. In der dritten installationstechnischen Einheit, dem zentralen(Seminar-)Hotel mit Gasthaus, wird selbst die Abwärme der in der Küche befindlichen Kühlgeräte genutzt. Die Wärme von den Verdichtern der Kühlaggregate wird dabei über einen Wärmetauscher an einen 300 Liter-Speicher abgegeben, auf den zusätzlich ein zweiter 160 Liter-Speicher aufgeschaltet ist. Allein diese Abwärme reicht aus, um das Speicherwasser auf rund 40 °C zu erwärmen. Da diese Wärmemenge jedoch allein nicht genügt, um ein Trinkwasser-hygienisch unbedenkliches Temperaturniveau von 60 °C abzusichern, wird die bedarfsgenaue Nachheizung durch ein wandhängendes Gas-Brennwertgerät erreicht.
Zwei wandhängende ecoTEC Gas-Brennwertgeräte mit je 65 kW Leistung in Kaskade geschaltet, liefern wiederum die Wärme für die drei Anlagen zur kontrollierten Wohnraumlüftung (KWL), die das Gasthaus, die Küche und den Wellness-Bereich temperieren und belüften. So weit der erste, aufgrund der Komplexität der Wärmegewinnung notwendigerweise generelle Überblick über die Anlagentechnik des Ferienparks, die umso interessanter wird, je weiter es ins Detail geht - zum Beispiel in den Wellness-Bereich.




