Energie aus „Mutter Erde“
Wellness-Anlagen wie die des Ferienparks Bodetal mit Poollandschaft, schönen Wiesen und Beauty-Haus können wahre Goldgruben sein: Sie bringen, bei entsprechender Belegung, dem Hotelier schnellen Kapitalrückfluss und eine gute Verzinsung. Vor allem aber sorgen die neu gewonnenen Wellness-Gäste für zusätzliche Auslastung und gesunde Zahlen im Kerngeschäft des Hotels: bei den Übernachtungen und der Gastronomie. Die Hoffnung auf eine gute Rendite zerplatzt jedoch nicht selten unter dem Druck der Betriebskosten wie eine Seifenblase. Mit der Entscheidung für die Nutzung regenerativer Energien war hingegen der erste wichtige Schritt in die richtige Richtung getan, um diese Betriebskosten erheblich zu reduzieren und von Anfang an im Griff zu behalten, so die Investoren des Parks.
Die drei, im Ferienpark Bodetal eingesetzten geoTHERM Erdwärmepumpen werden über 19 Erdsonden (EWS) mit Energie versorgt. Dreizehn dieser Erdsonden sind 99 Meter, sechs weitere 90 Meter tief durch Spezialbohrungen in die Erde gelassen worden. Welches Energiepotenzial in dieser Tiefe schlummert, verdeutlichen einige Zahlen:
Die Temperatur im Erdreich beträgt in Mitteleuropa in einer Tiefe von zehn bis zwanzig Metern rund 13 °C. Die oberen Erdschichten werden dabei ganz wesentlich von der Witterung beeinflusst: Auf jeden Quadratmeter Erdoberfläche wirken pro Jahr zwischen 900 und 1.200 kWh Sonnenenergie ein, von denen das Erdreich einen erheblichen Teil als Wärme speichert. In den tieferen Erdschichten überwiegen die geothermischen Einflüsse, so dass sich alle 33 Meter eine Temperaturerhöhung von 1 °C ergibt.
Diese Energie wird über die senkrecht in die Tiefe gelassenen Wärmetauscher, die Erdsonden, gesammelt. Die Anzahl der Sonden richtet sich dabei nach den örtlichen Gegebenheiten und dem benötigten Wärme- bzw. Energiebedarf. Von ähnlich wichtiger Bedeutung: die richtige Dimensionierung der Erdsonden, denn werden sie beispielsweise zu klein bemessen, kühlt der Untergrund in der Folge zu stark ab, bis hin zur Frostbildung. Die Effizienz der Wärmepumpe würde sich somit verringern.
Als Erdwärmesonden dienen in der Regel, so auch im Ferienpark Bodetal, Doppel-U-Rohrsonden. Dieser Sondentyp besteht aus vier PE-Rohren sowie zwei Vor- und zwei Rücklaufleitungen. Die Rohre werden am unteren Ende mit dem Sondenfuß verschweißt. Am oberen Ende (Sondenkopf) sind sie über so genannte Hosenstücke mit jeweils einer Vor- und Rücklaufleitung zum Soleverteiler verbunden.
Nach dem Einführen in das Erdreich müssen die Sonden mit einem gut wärmeleitenden Material verfüllt werden. Diese Abdichtung des Bohrlochringraumes ist zwingend erforderlich, um einen guten Wärmetransfer sicherzustellen und zudem ein Eindringen von Oberflächenwasser zu verhindern. Die, so in der Tiefe über die Erdwärmesonden aufgenommene Energie wird über die Vor- und Rücklaufleitungen zum Herzstück der Geothermie-Anlage geführt, der Wärmepumpe.




