Gute Argumente für den Investor und die Käufer
Zeitlich fast punktgenau zur Fertigstellung erhielt die Dresdner „DS Baumanagement“ damit nochmals absolut stichhaltige Gründe, warum es Sinn gemacht hat, sich vor gut zwei Jahren für die Bauruine „Villa Südwind“ zu engagieren. Mit einer Investitionssumme von drei Millionen Euro wurde aus dem früheren FDGB-Heim mit einem 30 Jahre altem Baustandard ein Apartmenthaus der Luxusklasse.
Dabei wies die vorhandene Bausubstanz manche ungewöhnliche Überraschung auf, denn die standardisierte industrielle Serienvorfertigung der Betonelemente ging 1976 z.B. sogar so weit, dass überflüssigerweise angelieferte Einheiten zur zusätzlichen Versteifung des ursprünglich dreigeschossigen Baukörpers einfach mit eingebaut wurden. Geschadet hatte dem Stahlbeton-Stützenriegelbau jedoch der Leerstand seit 1992, nachdem ein ausländischer Investor mit seinem Engagement gescheitert war. Vor allen Dingen die salzigen Seewinde und winterliche Schneestürme hatten für eine deutlich sichtbare Belastung des Gebäudes gesorgt.
Doch Dresdner Aufbruchsgeist, die langjährige Erfahrung des Bauträgers und das richtige Gespür für jene Feinheiten, die ein Objekt erst lukrativ vermarktbar machen, sollten sich als stark genug erweisen, um aus dem „Ferienheim“ ein nachhaltig erfolgreiches Apartmenthaus zu machen. Dies erwies sich in der Kürze der Zeitvorgaben allerdings nur als möglich, weil die DS-Bau von Anfang an kernsanierte: Die zweifellos für ihre Zeit stilprägende Glas-/Aluminiumfassade verschwand und wurde durch eine vorgesetzte Ytong-Fassade ersetzt, um zeitgemäße, also einem Niedrigenergiehaus entsprechende Wärmedämmwerte zu erzielen.
Im Inneren blieb, die tragenden Wände ausgenommen, ebenfalls kein Stein auf dem anderen, damit erstens die Kleinteiligkeit der alten Räume zugunsten aktuell angemessener Grundrisse für die gewünschten 56 bis 110 Quadratmeter großen Wohnungen aufgehoben war. Zum zweiten vertrug die vorhandene Statik nicht die beabsichtigte Aufstockung des Hauses um zwei weitere Geschosse. So mussten zwangsläufig die unveränderlichen Bauachsen verstärkt und eine zusätzliche Stahlbetonwand im Keller sowie weitere Über- und Unterzüge in den oberen Geschossen zur Versteifung des Baukörpers eingezogen werden.
Ein kleines Detail unterstreicht in diesem Zusammenhang, mit wie viel Akribie und Fachkönnen der Investor trotz fehlender Bauunterlagen bei der Kernsanierung der „Villa Südwind“ vorging: In einem Apartmenthaus in dieser Größe bei einem gleichermaßen gehobenen Anspruch ist der Einbau eines Aufzuges genauso zwingend wie ein zweiter Rettungsweg. Beides geht aufgrund der vorhandenen Riegelkonstruktion jedoch entweder zu Lasten von verkaufbarem Wohnraum oder wird, eine optisch fast immer inakzeptable Lösung, vorgehängt.
Durch die Grundrissänderung gelang es hier jedoch, im ersten Schritt dem Aufzugschacht eine aussteifende Funktion zuzuordnen und ihn damit zentral im Baukörper zu platzieren. Im zweiten Schritt wurde das aus Betonfertigteilen neu aufgebaute Treppenhaus mit Brandschutztüren als Abschnittschottung sowie einer automatischen Rauch-Druck-Anlage mit Über-Dach-Entlüftung zum Sicherheitstreppenhaus aufgewertet. Mit dem Ergebnis, dass der Platzverbrauch auf ein Mindestmaß reduziert, der Brandschutz und alle Komfortaspekte jedoch in vollem Umfang gewährleistet sind.




