Alternative? Abriss
In Bielefeld, im Fall der in den 90-er Jahren des 19. Jahrhunderts errichteten Martini-Kirche, war das nicht anders. Wobei die Kritiker eines Verkaufes dort insofern einen schweren Stand hatten, als der neugotische Sakralbau bereits dreißig Jahre zuvor an die griechisch-orthodoxe Gemeinde verpachtet worden war und nach Auslaufen des Vertrages 2002 nicht mehr die Rückführung der Nutzung als evangelisches Gotteshaus, sondern als einzige Alternative zum Verkauf an die „Living Event GmbH“ des Gastronomen Fiolka nur noch der Abriss zur Debatte stand.
Heute, knapp zwei Jahre später und gut zehn Monate nach „Wiedereröffnung“ der Martini-Kirche als „Gourmet-Tempel“ sind aber selbst die letzten kritischen Stimmen gegen die Entscheidung verstummt. Denn der Bauherr hat den „Baukörper Kirche“ zwar zu einem exklusiven Gastronomiebetrieb mit Restaurant, Lounge und Biergarten umfunktioniert, die Kirche zugleich aber mit viel Einfühlungsvermögen und finanziellem Einsatz wieder so weit in ihre alte Pracht zurückversetzt, dass sie „im Gegensatz zu den letzten Jahrzehnten von Heute auf Morgen wieder als Gotteshaus genutzt werden könnte.“




