In alter Pracht
Das ortsansässige Architekturbüro Bruns ließ so beispielsweise als erstes die während der griechisch-orthodoxen Nutzungsphase eingezogene Zwischendecke wieder entfernen, band das bis dato abgemauerte Seitenschiff neu an und öffnete es zudem wie im Ursprung vollständig gegenüber dem Hauptschiff. Das Ergebnis ist frappierend: In Verbindung mit der stilvollen Einrichtung, mit Theke, Bar, Sitzgruppen und Esstischen als eindeutige Insignien der gastronomischen Nutzung ist der Gesamteindruck des komplett sanierten Kirchschiffs dem historischen Original näher, als dieses es selbst wahrscheinlich jemals war.
Dieses Ergebnis zeigt sich auch dadurch, weil dieselbe stilbildende Feinfühligkeit auch bei jenen Umbauarbeiten bewiesen wurde, die für das Wohlfühl-Ambiente und die Funktionalitäten eines anspruchsvollen Restaurants zwingend notwendig sind. Ein gutes Beispiel dafür ist die gewissermaßen unsichtbare Abtrennung des kleinen Saales auf der Empore zum Kirchenschiff durch die Ausfachung der Spitzbögen mit Glaselementen oder die behutsam durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzte hölzerne Orgelempore, auf der sich – von unten nicht einsehbar – eine hochmoderne Cocktaillounge befindet, die wie die gesamte Einrichtung in reizvollem Kontrast zu den mit Farbe und Licht herausgearbeiteten Elementen der Neugotik und des offenen Holzsprengwerkes im Dachstuhl steht.




