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Klassischer Ansatz

Um diesen Rahmenbedingungen gerecht zu werden, wählte Anders für die Wärmebedarfsberechnung die Kombination einer in Anlehnung an die Ursprünge des Sakralbaus fast schon klassisch zu nennenden Ansatz – das Kapitel Berechnung von Kirchenheizungen und der Normheizlastberechnung nach DIN EN 12831 mit nationalem Anhang. Die dahinter stehende, bestechende Logik: Das Speichervolumen des Baukörpers beispielsweise bleibt immer gleich, unabhängig davon, ob die Kirche für Gottesdienste oder kommerziell genutzt wird. Und bei den Aufheizzeiten kann den Gästen eines Restaurants nur billig sein, was einer gegen Temperaturschwankungen hoch empfindlichen Orgel recht ist, nämlich eine Temperaturveränderung von maximal 1 °C pro Stunde.

Damit war zwar eine erste verlässliche Rechenbasis für den grundlegenden Wärmebedarf gefunden, doch daraus eine Aussage über die thermische Behaglichkeit im Raum – jeder Gottesdienstbesucher kann das zweifellos bestätigen – abzuleiten, wäre vermessen gewesen. Das Kirchenschiff, 29 Meter lang und insgesamt 18 Meter breit, hat eine lichte Höhe von rund 13,5 Metern. Um hier eine flächige, in allen Bereichen gleichermaßen angenehme Wärmeverteilung zu erreichen", erläutert Anders "kam nur eine entsprechend ausgelegte Fußbodenheizung infrage. Damit allein aber das gesamte Raumvolumen auf einem als angenehm empfundenen Temperaturniveau zu halten, ist wiederum durch die Raumhöhe unmöglich, weil warme Luft bekanntlich nach oben steigt und so unter anderem ein Kamineffekt bei gleichzeitig immer kalter Fußzone entstanden wäre.

Gelöst wurde dieses Problem durch die Kombination der Fußbodenheizung mit einer leistungsgerechten Lüftungsanlage. Über, im Eingangsbereich oberhalb einer Empore, angeordneten Düsen wird in 10 Meter Höhe Frischluft längsseits durch das gesamte Kirchenschiff bis in die Apsis geblasen. Durch die genau berechnete Geschwindigkeit des Luftstromes bildet sich so hoch genug über den Köpfen der Gäste und damit für sie unspürbar eine Luftwalze. Die durchspült das komplette Luftvolumen im Gebäude zugfrei, verteilt die Wärme gleichmäßig und tauscht darüber hinaus das Luftvolumen so hinreichend aus, dass selbst bei Vollauslastung keine verräucherte Kneipenatmosphäre entstehen kann.

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