Wohlfühl-Aspekt Haustechnik
Für Fiolka, der rund drei Millionen Euro in das Projekt investierte, war es gerade dieser Gegensatz, der Mix aus Historie und Moderne, der ihn an dem Konzept „Gourmet-Gastronomie in der Martini-Kirche für ein anspruchsvolles Publikum“ so reizte: „Man verliebt sich während der Umsetzungsphase förmlich in ein solches Projekt, entdeckt mit dem Baufortschritt immer Neues und wirft dann durchaus auch die ursprüngliche Planung nochmals über den Haufen, wenn damit ein Bereich des Gebäudes noch schöner, besser und interessanter zu werden verspricht.“
Ein Anspruch, den Fiolka dabei gleichermaßen auf die innen-architektonischen Elemente des „Gourmet-Tempels“ wie auf die technische Gebäudeausstattung bezog. Denn wer als Gast in einem solchen Hause stundenlang im Kreise Gleichgesinnter genussvoll essen und trinken, sich unterhalten oder unterhalten werden möchte, der erfreut sich zwar die ganze Zeit über am stimmungsvollen Umfeld, erlebt es aber gerade deswegen auch mit allen Sinnen in einer sehr hohen Intensität. „Selbst leichte Zugluft“, skizziert Fachplaner Anders das Spannungsfeld, „oder eine ungleichmäßige Temperaturverteilung wird gerade dann umso störender empfunden und kann dazu führen, dass völlig irrational und losgelöst von der Qualität des Essens der gesamte Restaurantbesuch einen negativen Beigeschmack bekommt.“ Um das von vorneherein auszuschließen, mussten Anders bei der Planung und Beckert, Geschäftsführer der „Fritz Michel Gas Wasser Licht GmbH“ als ausführendem Fachhandwerksunter- nehmen bei der Umsetzung der Heizungs- und Sanitärtechnik in dem historischen Prestige-Projekt im wahrsten Sinne des Wortes alle Register ziehen: „Die Außergewöhnlichkeit des Baukörpers mit den daraus resultierenden speziellen thermischen Bedingungen war an sich schon eine Herausforderung. Verstärkt wurde das durch die Besonderheit der Nutzung als Gastronomiebetrieb. Hier mussten unter anderem eine stark variierende Auslastung und ständig wechselnde raumklimatische Bedingungen aufgrund offen stehender Türen berücksichtigt werden. Außerdem war ein schneller Austausch des zum Beispiel durch Zigarettenrauch belasteten Luftvolumens gefordert.“




