Zum 100. Geburtstag von Hans Vaillant
Enkel des Unternehmensgründers führte Firma fast 40 Jahre / 1925 als Lehrling gestartet / Erschließung neuer Märkte im Export / Grundlagen für großes europäisches Unternehmen gelegt / Aus Tradition dem Fortschritt dienen / Charisma und soziales Verantwortungsbewusstsein / Träger des Bundesverdienstkreuzes
Remscheid - Am 24. Mai 2004 jährte sich zum einhundertsten Mal der Geburtstag des langjährigen Geschäftsführers der Joh. Vaillant KG, Hans Vaillant. Der Enkel des Unternehmensgründers führte fast 40 Jahre lang die Firma und setzte Maßstäbe bei Innovationen und Wachstum.
Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Remscheid studierte Hans Vaillant an den Technischen Hochschulen München und Karlsruhe. Bereits in den Semesterferien sammelte er praktische Erfahrungen im Unternehmen, unter anderem in Werkzeugmacherei, Dreherei und Presserei. 1925 folgte noch eine Lehre in der Firma, wo er als Lehrling 9,86 Mark in der Woche verdiente. Bereits 1928 wurde er einer der drei persönlich haftenden Gesellschafter. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters Franz im Jahr 1933 übernahm er zusammen mit seinem Onkel Karl im Alter von nur 29 Jahren die Führung des Unternehmens, verantwortlich für Vertrieb und alles Kaufmännische. 1934 wurde der erste Mulden-Auto-Geyser (MAG) gefertigt, der Vorläufer für die später so erfolgreichen Gas-Wasserheizer.
Nach dem Tod von Karl Vaillant am 25. Oktober 1937, übernahm Hans Vaillant zusätzliche Verantwortung, die er sich von 1937 bis 1941 mit seinem Vetter Bernhard teilte. Ab 1. September 1941 führte er das Unternehmen in der besonders schweren Zeit des Krieges alleine. Nach der fast vollständigen Zerstörung des Werks Remscheid 1943 begann Hans Vaillant umgehend mit dem Wiederaufbau. Trotz aller Schwierigkeiten gelang es, die Großserienfertigung von Gaswasserheizern ab 1947 anlaufen zu lassen. Ende 1949 war die Fertigung bereits größer als in den besten Jahren vor dem zweiten Weltkrieg.
Hans Vaillant erkannte frühzeitig, wie wichtig eine exportorientierte Ausrichtung für das Unternehmen war. Aufbauend auf den positiven Erfahrungen der Zwischenkriegszeit wurden neue Märkte erschlossen. In die Zeit seiner Unternehmensführung fielen wichtige Innovationen: 1960 der erste Elektro-Geyser, 1961 die Erfindung des Wandheizgeräts und 1967 wurde mit dem Wandheizgerät Circo-Geyser VCW 20 die Heizungs- und Warmwasserversorgung in einem Gerät vereint. Mit diesen Entwicklungen und der Gründung der Werke in Bad Kreuznach (1962) und Roding (1966) wurden die Grundlagen für ein großes europäisches Unternehmen gelegt.
Hans Vaillant prägte seine Firma mit unternehmerischem Weitblick und Gespür für das Machbare. Sein Motto: „Aus Tradition dem Fortschritt dienen“. Sein Geschick als charismatische Führungskraft, gepaart mit einem in der Familie gewachsenen sozialen Verantwortungsbewusstsein, machte ihn zu einem anerkannten und beliebten Unternehmer. Seit Mitte der 60er Jahre übernahmen neben ihm, zuerst als Unterstützung und später als Nachfolger sein Schwiegersohn Franz Wilhelm und sein Großcousin Karl-Ernst Vaillant zunehmende Verantwortung.
Hans Vaillant bekleidete zahlreiche Ehrenämter in regionalen und überregionalen Gremien. Seine Verdienste wurden besonders durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gewürdigt. 1972 zog er sich aus der aktiven Unternehmensführung zurück, um der jüngeren Generation Gelegenheit zu geben, auf seinen Leistungen aufbauend, das Unternehmen zu einem international führenden Heiztechnikunternehmen weiterzuentwickeln. Als Mitglied des Beirats blieb er bis zu seinem Tod am 8. April 1978 seiner Firma eng verbunden.



