Bündelung der technologischen Kompetenzen: Vaillant und Honda entwickeln hoch effiziente KWK-Anlagen für Einfamilienhäuser
- Kooperationsvertrag mit dem Ziel der Marktreife in wenigen Jahren
- Nachhaltige Lösung der Energie- und Wärmeversorgung für Einfamilienhäuser
- Erste Feldtestanlagen in Betrieb
- Bereits über 80.000 Mikro-KWK-Anlagen in Japan und USA installiert
Frankfurt am Main/Remscheid, 10. März 2009 – Vaillant und Honda werden gemeinsam gasbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) für Einfamilienhäuser entwickeln, die speziell auf die Belange des europäischen Marktes abgestimmt sind. Schwerpunkt ist dabei zunächst Deutschland. Hierzu wurde ein entsprechender Kooperationsvertrag geschlossen. Dies gaben beide Unternehmen im Rahmen einer Pressekonferenz auf der ISH 2009 in Frankfurt bekannt. In Japan und den USA bietet Honda bereits seit mehreren Jahren Mikro-KWK-Anlagen für den Einsatz in Einfamilienhäusern an. In beiden Ländern wurden bislang mehr als 80.000 dieser Geräte verkauft. Vaillant will mit dieser Kooperation sein Programm im Bereich Kraft-Wärme-Kopplung weiter ausbauen. Bislang bietet das Unternehmen mit seinem Blockheizkraftwerk (BHKW) ecopower zwei Lösungen an, die in großen Ein- und Zweifamilienhäusern bis hin zu größeren Gewerbeobjekten betrieben werden können.
Der Zeitraum für die Entwicklung und Erprobung wird sich voraussichtlich auf mindestens zwei Jahre erstrecken. Erste Feldtestanlagen sind bereits in Betrieb gegangen. In einem zweiten Feldtest werden im Herbst 2009 weitere Anlagen installiert. Als weltweit führendes Unternehmen im Bereich Umwelttechnologien wird Honda seine Kompetenz als größter Motorenhersteller einbringen und sein Mini-Blockheizkraftwerk entsprechend der deutschen und europäischen Anforderungen entwickeln. Vaillant wird die komplette Hydraulik des Heizsystems sowie die Regelungs- und Anschlusstechnik entwerfen. Für die Steuerung der Gesamtanlage konzipiert das Remscheider Unternehmen darüber hinaus einen Energiemanager, der einen sparsamen und bedarfsorientierten Systemeinsatz gewährleisten soll.
Notwendig ist diese Erstellung der Peripherie, weil die in den USA und Japan üblichen Aufstellungen sowie hydraulischen Anbindungen der installierten Geräte nicht vergleichbar mit der Situation in Europa sind. In Japan zum Beispiel werden die Geräte – anders als in Europa – außerhalb des Hauses aufgestellt. Die von Vaillant zu entwickelnden Anlagenbestandteile werden eine Einbindung und Anwendung nach europäischen Standards ermöglichen. Die Anlage wird dann wärmegeführt mit einem intelligenten Speichermanagement betrieben. Dies wird zu langen Laufzeiten und damit einem hohen, selbst genutzten Stromanteil führen, der die Stromrechnung des Nutzers deutlich reduzieren kann.
Das Systemkonzept basiert auf dem aktuellen japanischen Modell. Es weist eine elektrische Leistung von 1 kW und eine thermische Leistung von 2,8 kW auf. Der thermische Wirkungsgrad liegt bei 63 Prozent, der elektrische Wirkungsgrad bei 22,5 Prozent. Hieraus ergibt sich ein Gesamt-Wirkungsgrad von über 85 Prozent. Die Geräuschentwicklung beträgt nach aktuellen Daten 44 dB(A) in einem Meter Entfernung, das Gewicht liegt bei 82 kg. Der ergänzende Spitzenlast-Heizkessel - ein wandhängendes Gas-Brennwertgerät ecoTEC plus - ist auf eine Heizleistung von 13 kW ausgelegt. In den Folgejahren sollen weitere Leistungsgrößen erprobt werden.
Der Erfolg der Honda Mikro-KWK-Anlage in Japan wird durch intensive Kooperation mit der japanischen Gasindustrie sehr begünstigt. Derzeit finden bereits Gespräche mit europäischen Energieversorgern statt. "Auch bei diesem Projekt werden wir uns genauso wie bei anderen Gasgeräteinnovationen regelmäßig mit innovativen Energieversorgern austauschen und diese aktiv in unsere Felderprobungen einbeziehen", so Klaus Jesse, Geschäftsführer Vaillant Deutschland. Auch beim Fachhandwerk sieht Jesse Bedarf für eine enge Verzahnung: "Aufgrund der gewerkeübergreifenden Installationsanforderungen sind weitergehende Kenntnisse erforderlich. Wir entwickeln parallel zum Produkt auch ein Trainingsangebot für entsprechende Schulungen – gerade weil wir die Kraft-Wärme-Kopplung in den kommenden Jahren als einen wachstumsstarken Markt einschätzen. Regenerative Energien können nicht den Gesamtbedarf bei Wohngebäuden abdecken. Mikro-KWKs stellen die derzeit effizienteste Nutzung von fossilen Brennstoffen zur Erzeugung von Wärme und Strom in dafür geeigneten Objekten dar."
Der Einsatz von BHKWs im privaten Bereich ist ein wesentlicher Baustein zur Erreichung der europäischen Klimaschutzziele. Mit BHKWs können je nach Größe mehr als 25 Prozent der CO2-Emissionen im Vergleich zur herkömmlichen Stromerzeugung und Wärmeversorgung eingespart werden. Ziel der Bundesregierung ist es, den Stromanteil aus KWK-Anlagen bis 2020 von heute 12 auf dann 25 Prozent zu erhöhen. Daher werden BHKWs nach dem KWK-Gesetz vom Gesetzgeber deutlich gefördert.



