Forschung & Entwicklung

Den Markt für Heiztechnik wesentlich mitprägen

Seit der Firmengründung 1874 hat Vaillant durch wegweisende Innovationen den Markt für Heiztechnik immer wieder aufs Neue wesentlich mitgeprägt. 1894 erhielt Johann Vaillant das Patent für seinen Gas-Badeofen geschlossenes System und sorgte damit für eine „Revolution im Badezimmer“. Auch die Erfindung der Zentralheizung ist Zeichen dieses Innovationsgeistes, der bis heute zentraler Inbegriff unserer Unternehmenskultur ist. Unser Ziel ist es, unseren Kunden höchst verlässlich und effizient mit Wohnkomfort zu versorgen.

150 laufende Forschungs- und Entwicklungsprojekte

Auf dem bislang so erfolgreichen Weg möchten wir auch in Zukunft konsequent voranschreiten. Über 600 Mitarbeitende der Vaillant Group arbeiten heute in 150 laufenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten an der Heiztechnik von morgen. Darunter fallen unter anderem Ideen für nachhaltige Energieversorgung wie beispielsweise die Kombination fossiler und erneuerbarer Energieträger oder die doppelte Energienutzung in KWK-Systemen. Die Vaillant Group hält mehr als 3.000 Patente, jährlich kommen rund 50 weitere dazu.

Aktuell in der Erprobung – Vaillant Brennstoffzellen-Heizgeräte

Vaillant hat Erfahrung mit allen relevanten Technologien: der Niedertemperatur-PEM-Brennstoffzelle (NT-PEM) und der Hochtemperatur-PEM*-Brennstoffzelle (HT-PEM). Nach intensiver Technologie-Evaluierung konzentrieren wir uns auf die zu den Hochtemperatur-Brennstoffzellen gehörende oxidkeramische Brennstoffzelle (SOFC) mit keramischem Festelektrolyt. Diese Technologie entwickeln wir gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme (Fraunhofer IKTS) und seinem Partner sunfire, einem der kompetentesten Unternehmen in der Stackentwicklung. Ziel unseres vom Bundeswirtschaftsministerium und der EU geförderten Projektes ist die Entwicklung von Brennstoffzellen-Heizgeräten für das Einfamilienhaus.

Ökologie und Ökonomie im Einklang

Die Schlüsseltechnologie Brennstoffzelle verbindet ökologische Vorteile mit neuen ökonomischen Chancen. Brennstoffzellen-Heizgeräte (BZH) gelten als die „Zukunft der Kraft-Wärme-Kopplung“, da sie mit sehr hohen Wirkungsgraden nahezu geräuschlos Strom und Wärme für das Haus erzeugen. So lassen sich verglichen mit aktueller Technik Energiekosten um etwa 25 Prozent und Klimaemissionen um bis zu 50 Prozent senken. Auch Energieversorgern eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten: Spitzenstromerzeugung mit Brennstoffzellen-Heizgeräten spart teure Reservekapazitäten. Die dezentrale Erzeugung optimiert die Stromverteilung und vermindert die Verteilverluste im Netz. Da die Stromproduktion in zahlreichen Kleinanlagen erfolgt und nicht in wenigen Großkraftwerken, erhöhen BZH auch die Versorgungssicherheit. So können Arbeitsplätze im Handwerk sowie in der Energie- und der Wohnungswirtschaft, in Entwicklung, Produktion, Betrieb und Service neu geschaffen und gesichert werden.

Und so funktioniert’s: Das Brennstoffzellen-Heizgerät wird an das Erdgasnetz angeschlossen und setzt damit auf einen umweltschonenden Energieträger. Ein Reformer im Brennstoffzellen-Heizgerät wandelt das Erdgas zu Kohlendioxid und Wasserstoff um, der in der Brennstoffzelle mit Luftsauerstoff bei einer geräuschlos ablaufenden „kalten Verbrennung“ zu reinem Wasser reagiert. Dabei erzeugt die Brennstoffzelle Gleichstrom und Wärme. Beides wird unmittelbar im Gebäude genutzt. Vaillant bringt damit die Kraft-Wärme-Kopplung in jeden Heizungskeller.

Callux – Praxistest Brennstoffzelle für's Eigenheim

In diesem Test werden gemeinsam mit anderen Heizgeräteherstellern und Energieversorgungsunternehmen bis zu 550 Brennstoffzellen-Heizgeräte getestet und demonstriert. Ziel ist es, die Markteinführung dieser innovativen Heiztechnologie massiv zu unterstützten. Die Bundesregierung fördert den Praxistest im Rahmen des „Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff und Brennstoffzellen“ (NIP). Vaillant ist aktuell mit mehr als 120 Brennstoffzellen-Heizgeräten an diesem Feldtest beteiligt. Die Auswertung erfolgt Ende 2015 und wird auf einer Presse-Konferenz der Öffentlichkeit vorgestellt.

ene.field – Demonstrationsprojekt für Brennstoffzellen-Geräte

Das Förderprojekt ene.field ermöglicht es neun europäischen Brennstoffzellen-Heizgeräteherstellern, alle aktuellen Brennstoffzellen-Technologien in einem Praxistest zu erproben. Dazu werden bis zu 1.000 Anlagen in Wohngebäuden in 12 EU-Mitgliedsstaaten eingebaut. Vaillant installiert bis Mitte 2015 ca. 150 Demonstrationsanlagen in Deutschland, Österreich und Frankreich; 70 sind bereits heute in Betrieb. Mit der Demonstration des Marktpotenzials in den verschiedenen Ländern leistet ene.field einen weiteren wichtigen Schritt zur Kommerzialisierung der Brennstoffzellen-Technologie in Europa. Vaillant liefert seinen Kunden ein attraktives Gesamtpaket, das im Wesentlichen aus einem robusten und einfachen System mit vielen Standardkomponenten besteht. Dies vereinfacht Planung, Installation und Wartung deutlich.

Vorstellung der sechsten Gerätegeneration auf der ISH 2015

Bei der neuesten Gerätegeneration handelt es sich um ein bodenstehendes Brennstoffzellen-Heizgerät mit integriertem Gas-Brennwertgerät. Damit unternimmt Vaillant einen großen Schritt in Richtung Seriendesign dank des vereinfachten Systemaufbaus (nur Brennstoffzellen-Heizgerät + Speicher/Trinkwasserstation) und der Nutzung weiterer Vaillant Standardkomponenten.