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„Ich brenne für Nachhaltigkeit“

 

Alexander Dauensteiner ist Leiter Produktmanagement für Systemprodukte bei Vaillant – aus Überzeugung. Denn er fühlt sich mitverantwortlich dafür, dass wir unsere Welt nicht verheizen. So ist er als Student nicht nur mehrmals mit dem Fahrrad über die Alpen in den Urlaub gefahren, sondern hat auch mit seiner Frau ein CO2-freies Plusenergiehaus gebaut. Erfahrt mehr über den Lebensweg eines Mannes, der mit seinem Team dafür sorgt, dass Vaillant genau die Produkte entwickelt, für die die Märkte weltweit Bedarf haben.

Herr Dauensteiner, was wollten Sie als Kind werden?

Pilot! Die Fliegerei fasziniert mich bis heute –, dass tonnenschwere Flugzeuge abheben und so gut funktionieren. Meine Eltern meinten jedoch, ich sei körperlich zu klein für den Beruf des Piloten. Also habe ich den Wunsch verworfen. Als ich gegen Ende meiner Realschulzeit noch keine Alternative wusste, schlug mir ein Berufsberater vor, auf ein technisches Gymnasium zu gehen. Maschinenbau-Ingenieur wollte ich jedoch auf keinen Fall werden! Nach meiner ersten Klausur in Maschinenbautechnik dachte ich, diese komplett verhauen zu haben. Am Ende waren es 14 von 15 Punkten. Das war ein Schlüsselerlebnis, das mich umdenken ließ: „Na, vielleicht ist das Fach doch etwas für dich?“ 1988 habe ich das Maschinenbau-Studium dann begonnen.

Wie sind Sie das geworden, was Sie heute sind – Leiter Produktmanagement Systemprodukte bei Vaillant?

IMG_5054An der Uni Stuttgart war ich Mitglied einer Forschungsgruppe, die ein Projekt zum Thema „Life Cycle Management“ für die Expo 2000 in Hannover entwickelte. Es ging darum, ein Produkt über seinen Lebenszyklus hinweg zu betreuen und Ökonomie, Ökologie und Soziales in Einklang zu bringen. Unsere Gruppe entschied, dies anhand einer Heizung zu demonstrieren und startete das Projekt mit Viessmann. Als das Unternehmen ausstieg, suchte ich einen Nachfolger und stieß auf die Webseite von Vaillant. Und so kam es, dass wir von der Uni gemeinsam mit Vaillant auf der Expo ein onlinefähiges Gas-Brennwertgerät präsentierten, das wir aus der Ferne steuern und vorsorglich warten konnten. Heute, 16 Jahre nach der Expo, gewinnt „Connectivity“ in der Heiztechnik immer mehr an Bedeutung! 2002 bin ich aus dem Forschungsbetrieb der Uni zu Vaillant gewechselt und darf mich seitdem mit der spannenden Entwicklung neuer Produkte beschäftigen.

Was ist Ihre Aufgabe bei der Entwicklung neuer Produkte?

Mein Team und ich sind dafür verantwortlich, dass Vaillant den Bedarf seiner Kunden möglichst gut befriedigt. Um dies zu erreichen, beschäftigen wir uns intensiv mit den Märkten weltweit: Wie sieht das jeweilige Umfeld aus? Welche Lösungen sind gefragt? Was müssen die Produkte können und was dürfen sie kosten? Im Grunde sind wir das Bindeglied zwischen Markterwartung und Forschung & Entwicklung. Unsere Arbeit ist erfolgsentscheidend, denn wenn wir am Markt vorbei produzieren, bleiben wir auf unseren Produkten sitzen.

Wie arbeiten Sie?

Natürlich mit verschiedenen Werkzeugen und Methoden. Aber vor allem hören wir den Menschen, die unsere Kunden genau kennen, gut zu. Wir sprechen mit den Vaillant Vertriebsorganisationen und fahren auch raus, um nah an Handwerkern, Bauherren und Modernisierern dran zu sein. Hier in der Remscheider Zentrale kann man viel überlegen. Die Frage ist aber, ob dies auch in Frankreich oder China funktioniert, zwei Märkte mit völlig unterschiedlichen Anforderungen? Wir müssen dafür sorgen, dass wir nicht zu Deutsch denken und möglichst den optimalen Kompromiss finden zwischen dem Bedarf und dem Machbaren.

Was treibt Sie an?

IMG_5430Verantwortung für morgen zu übernehmen! Mitte der 90er Jahre arbeitete ich am Wuppertal Institut. Dort fielen mir Bücher mit Forschungsergebnissen zum Thema Nachhaltigkeit in die Hände. In dieser Zeit inspirierte mich auch Amory B. Lovins, der Leiter des Rocky Mountain Institute in Colorado. In den 70ern Jahren galt er noch als Spinner, als er den Stromlieferanten prophezeite, damit Geld zu verdienen, dass sie weniger Strom verkaufen würden. Heute ist dies ein Geschäftsmodell! Und ich bin bei Vaillant, weil klar ist, dass wir die Welt nicht verheizen dürfen und der Umgang mit Energie hier ein zentrales Thema ist.


 

Wie müssen wir uns Ihr Zuhause vorstellen? Ist es ein intelligent vernetztes Smart Home? Oder ziehen Sie privat einen knisternden Kamin vor?

Meine Frau und ich haben 2013 ein Holzhaus gebaut. Dabei entstanden ist ein Plusenergiehaus mit KfW 55 Dämmstandard. Wir haben also viel in die Gebäudehülle investiert, in dreifach-verglaste Fenster und eine diffusionsoffene Holzfaserdämmung. Strom und Wärme erzeugen wir mit einer Photovoltaik-Anlage und einer Sole-Wasser-Wärmepumpe. Strom, den wir nicht selbst verbrauchen, speisen wir ins öffentliche Netz ein. Für den zugekauften Haushaltsstrom aus erneuerbaren Energien bezahlen wir etwas mehr, als wir durch den Verkauf unseres Überschusses erzielen – aktuell etwa fünf Euro im Monat. Das ist aber auch schon alles, was wir monatlich für Energie ausgeben. Ich bin stolz darauf, dass unser Haus keine CO2-Emissionen verursacht! Es zu bauen, war natürlich etwas teurer, aber das war es uns wert.

Wie finden Sie einen Ausgleich zum Job?

2016-05-09 23_11_57-SCHWEIZ1.DOC (Gesch++tzte Ansicht) - Microsoft WordIch fahre seit vielen Jahren intensiv Mountainbike. Während meiner Studienzeit bin ich mehrfach über die Alpen gefahren, von meiner Heimatstadt Schorndorf bei Stuttgart zum Lago Maggiore – da hatte ich aber auch noch eine bessere Kondition! Heute wohne ich in Solingen und fahre regelmäßig runter an die Wupper, am liebsten alleine im Wald an den Wuppersteilhängen entlang. Wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, ist die Welt für mich in Ordnung. Außerdem laufe ich drei- bis fünfmal in der Woche, nicht weit, aber regelmäßig. Mit Duschen kostet mich das jeweils nur eine Dreiviertelstunde, eine überschaubare Zeit. Es ist wichtig für mich, einen Ausgleich zu finden. Und da Sport letztendlich auch ein nachhaltiges Investment ist – und zwar in die eigene Gesundheit –, brenne ich dafür ebenso wie für meinen Beruf! Seit ein paar Wochen geht das auch mit Hund – wir haben uns einen kleinen Welpen zugelegt. Macht wahnsinnig viel Freude!

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3 Kommentare

Karina

Guter Typ! Super Haltung!

Carola Greiner

Mein Zwillingsbruder, klasse Einstellung teile seine Meinung und bin stolz auf ihn. Verantwortung für morgen war schon immer sein Schlagwort.

Alexandra M.

Nachahmenswert! Von der „Sorte“ dürfte es gerne mehr geben 🙂

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