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In Alleinlage energetisch fast autark – dank Wärmepumpe und PV-Anlage

Alte Hofstätte für hoch effizienten Neubau abgerissen

Mitten auf dem Land zu wohnen, ist der Traum vieler Bauherren. Möglichst weit ab von engen Straßenzügen und verdichteter Bebauung, mit einem ungestörten Blick über die weite Landschaft. Häufig scheitert dieser Traum aber aufgrund der meist fehlenden Infrastruktur. Ehepaar Schuck aus Süderhastedt, Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein, hat die Herausforderung jedoch trotzdem angenommen – und gewonnen! Seit gut einem halben Jahr wohnt das Paar absolut ländlich, aber in einem hoch modern ausgestatteten Neubau mitten zwischen Wäldern und Weiden.

Möglich wurde dieser Traum durch den Kauf einer nicht mehr bewirtschafteten Hofstelle mitten im Nirgendwo. Das alte Wohn- und Stallgebäude war nicht mehr zu retten und konnte nur noch abgerissen werden. Aber auf den alten Grundmauern durfte ein moderner Neubau entstehen. Als Lösung für die fehlende Infrastruktur der Hausanschlüsse, entwarf der Architekt zusammen mit Heizungsbaumeister Volker Streich vom SHK-Fachunternehmen Schlüter (Meldorf) für das KfW-Effizienzhaus 40 ein autark funktionierendes Energiekonzept. Erneuerbare Energien stehen dabei im Mittelpunkt: Das etwa 200 Quadratmeter große Haus wird von einer Sole/Wasser-Wärmepumpe vom Typ „flexoCOMPACT exclusive“ versorgt. Die Wärmepumpe mit 11 kW Leistung bezieht bis zu 75 Prozent kostenlose Umweltenergie aus einem großen Flächenkollektor in der benachbarten Feuchtwiese. „Auf 500 Quadratmeter konnten wir hier mit ganz wenig Aufwand acht Kollektorschleifen in etwa 1,5 Meter Tiefe verlegen“, beschreibt Volker Streich die wirtschaftlichen Vorteile dieser Lösung. Dicht am Haus sind die Kollektoren in einem Schacht mit Verteiler zusammengeführt, den die Streich-Mitarbeiter ebenfalls selbst gebaut haben. Dieser Aufbau unterstützt gleichzeitig den einfachen hydraulischen Abgleich mit der Wärmepumpe.

Feuchtwiese als Wärmequelle

Die ansonsten ungenutzte Feuchtwiese ist für die Ertragsleistung der Flächenkollektoren ideal, weil die nasse Erde für eine besonders gute Wärmeübertragung sorgt. Unterstützt wird der Effekt durch das Regenwasser von einer nahen Scheune, das direkt in die Wiese fließt und dabei immer wieder Umweltwärme nachliefert: „Im Vergleich zu einer Tiefenbohrung war der Flächenkollektor also nicht nur deutlich preiswerter, sondern hat auch noch eine höhere Wärmeleistung.“ Und zwar so viel, dass die Wärmepumpe das Einfamilienhaus sowohl mit Wärme als auch komplett mit Warmwasser versorgen kann. Dafür ist in der kompakten Wärmepumpe ein 160-Liter-Edelstahlspeicher integriert.

Die elektrische Antriebsenergie für die Wärmepumpe erzeugt Familie Schuck größtenteils selbst. Die Photovoltaik-Anlage auf dem angrenzenden Scheunendach liefert bis zu 29 kWp – mehr als ausreichend, um auch künftig von Energiepreisentwicklungen vollkommen unabhängig zu sein.

Komfortable Fernsteuerung

Besonders komfortabel wird die regenerative Wärmetechnik für das Ehepaar Schuck im Übrigen durch eine Internetsteuerung, die Volker Streich gleich mit installiert hat: „Zur Wärmepumpe gibt es ein abgestimmtes Internetkommunikationsmodul, über das wir mit der entsprechenden App den Wärmeerzeuger und die Wärmeverteilungen direkt vom Smartphone oder Tablet-PC aus ansteuern.“ Außerdem lassen sich über die Software bestimmte Betriebsparameter fest definieren, so dass im Haus immer das passende Wohlfühlklima herrscht.

Und Volker Streich kann den Schucks einen zusätzlichen Service bieten: Dank Internetanbindung wird er über das Ferndiagnoseportal „profiDIALOG“ über den aktuellen Status der Wärmepumpenanlage informiert und kann sogar aus der Ferne eingreifen, wenn es Auffälligkeiten geben sollte. „Gerade in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil“, weiß Volker Streich. „Denn gerade bei Heizungsstörungen reagieren unsere Kunden verständlicherweise kritisch. Mit der Internetanbindung aber können wir häufig ohne lange Anfahrten das Problem direkt beheben. Idealerweise sogar so früh, dass der Kunde es noch nicht einmal gemerkt hat.“