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Greifbare Vision: das intelligente Effizienzhaus der Zukunft

Ökologischer Wohnkomfort definiert

Die Neuinterpretation des Fachwerkhauses, gepaart mit komfortabler Wohnkultur und einem Leben im Einklang mit der Natur – so lautet das Credo des Architekturentwurfs von Alexander Huf. Zu erleben ist das neue HUF Haus mittlerweile auf dem Ausstellungsgelände des Mannheimer Maimarkts. Eine offene Raumgestaltung mit bodentiefen Fenstern, einer umlaufenden Oberlichtebene und freien Sichtachsen lässt den Übergang vom Haus zum Garten fließend erscheinen. Dennoch bleiben Nutzungs- und Rückzugsbereiche klar getrennt. Die Flachdachkonstruktion des Einfamilienhauses strahlt Modernität aus und bietet durch die flexible Grundrissplanung ein zweites Vollgeschoss ohne Schrägen. Die sichtgeschützte Dachterrasse über dem Erker dient als natürliche Wohnraumerweiterung und das umliegende Vordach schützt zusätzlich den Eingangsbereich sowie die Terrasse im Erdgeschoss. Die auf dem Dach platzierte Photovoltaikanlage ist optisch kaum wahrnehmbar.

Als ein wesentlicher Teil komfortablen und grünen Wohnens kam von Beginn an auch dem Raumklima besondere Bedeutung zu. Das Systemkonzept und die dazugehörigen Komponenten für die Energieversorgung steuerte deshalb Heiztechnikspezialist Vaillant bei. Wesentliche Teile der Regelungstechnik wurden eigens entwickelt. Selbst das Thema Elektromobilität fand dabei Berücksichtigung – und unterstreicht den ganzheitlichen Betrachtungsansatz.

Aus den regenerativen Quellen Luft (für die Wärmegewinnung) und Sonne (für die Stromerzeugung) wird im ersten Schritt vor Ort mehr Energie gewonnen, als die eigentliche Gebäudenutzung erfordert. Für die hoch effiziente Verteilung dieser Energieerträge sorgt im zweiten Schritt dann die zentrale Intelligenz, die eHOME-Steuerung, mit einer vorausschauenden Optimierung der Energieströme.

Ökologischer Wohnkomfort geregelt

Was das Steuerungs- und Regelungskonzept leisten kann, wird besonders an typischen Alltagszenarien deutlich. Ein Beispiel: Die Hauseigentümer empfangen am Freitagabend Gäste. Es war zwar den ganzen Tag sonnig, aber mit 8 °C Außentemperatur ist es kühl. Es muss also geheizt werden. Außerdem entsteht durch die höhere Personenzahl ein größerer Lüftungsbedarf; es muss mehr Frischluft zu- und belastete Raumluft abgeführt werden. Diesen Energieverbräuchen stehen Energieerträge aus dem Solarstrom des Tages und Wärme aus der Abluft im Verlauf des Abends gegenüber.

Wie sich diese Energiegewinne am besten nutzen lassen, entscheidet dabei eigentlich das Wetter von morgen: Muss gekühlt oder geheizt werden? Und wenn ja, wie viel? Ist das E-Auto bereits geladen? Oder wird es überhaupt üblicherweise von den Bewohnern nur samstags mit Strom „aufgetankt“? Diese Informationen zu ermitteln, dabei hilft die cloudbasierte Simulation eines virtuellen Zwillings des Gebäudes, der sogenannte „Digital Twin“.

„Die Einflussfaktoren zur optimalen Energienutzung sind sehr variabel“, erläutert Kai Pecka, verantwortlicher Projektmanager bei Vaillant, den Kern der Technologieentwicklung: „Sie hängen zum Beispiel stark vom Nutzerverhalten und den Witterungseinflüssen ab. Unsere neu entwickelte Regelung prognostiziert diese Faktoren und steuert die gesamte haustechnische Anlage daraufhin automatisch.“

Die neue Regelungstechnik stellt außerdem sicher, dass der Hauseigentümer von der Technik nicht überfordert wird. Sie funktioniert „unsichtbar“ im Hintergrund, und der Genuss des energiesparenden Wohnkomforts steht im Vordergrund. Passend zur modernen Lebensart können die Nutzer ihre Wunschvorgaben natürlich auch per Fernzugriff über das Smartphone vornehmen. Das „Energiecockpit“ als zusätzlicher Menüpunkt der Benutzeroberfläche macht hier die einfache Bedienung komplett: Mit einem Griff zum Smartphone ist der Hausherr zum Beispiel immer über die voraussichtlichen Energiemengen in Verhältnis zur gewünschten Raumtemperatur bestens informiert. Zudem ermöglicht eine KNX-Schnittstelle die problemlose Integration weiterer Smart Home-Funktionen.

Systemkompetenz mit Systembaukasten

Um auf diese Weise ein Gebäude ganzheitlich von der Energieerzeugung bis zur Energieeffizienz, vom Raumklima bis zur Speicherung von Solarstrom für die Elektromobilität managen zu können, ist eine neue Qualität der Systemkompetenz gefragt. Nicht nur in puncto Know-how der Regelungstechnik, sondern auch in Sachen Hardware. Auf den ersten Blick deutlich wird das im Technikraum des HUF Hauses, zentral angeordnet im Erdgeschoss:

Hier fällt zunächst ein Batteriespeicher ins Auge, der den Strom aus der Photovoltaikanlage vorrangig für den Betrieb einer Luft/Wasser-Wärmepumpe zur Verfügung stellt. Darüber hinausgehender Sonnenstrom wird zur Versorgung hausinterner Verbraucher oder zur „Betankung“ des E-Mobils in den Batterien zwischenspeichert. Überschüsse werden ins Netz eingespeist. So findet die Regelung automatisch den wirtschaftlichsten Nutzungsgrad für den Solarstrom.

Die Umweltwärme zur Beheizung des Eigenheims gewinnt der Luft/Sole-Kollektor einer Wärmepumpe. Der ist umgeben von Büschen außerhalb des Blickfeldes im Garten aufgestellt – passend zu der Anforderung von HUF nach einer möglichst „unsichtbaren Technik“. Mit knapp 7 kW Heizleistung der Wärmepumpe bei -15 °C Außentemperatur plus einen 9 kW-Elektroheizstab stehen ausreichend Energiereserven zur Verfügung, um auch an kalten Wintertagen das über 200 m² große Fertighaus mit wohliger Wärme zu erfüllen. Und natürlich, um Warmwasser zu bereiten für das großzügige Bad und ein WC mit Dusche im Obergeschoss sowie für die Küche und das Gäste-WC im Erdgeschoss. Ausreichend Energie für die Warmwasserversorgung ohne Engpässe puffert dabei ein 800 Liter großer Multifunktionsspeicher. Daran angeschlossen ist eine Trinkwasserstation mit Zirkulation, sodass eine komfortable Versorgung mit kurzen Ausstoßzeiten für Warmwasser gewährleistet ist.