Sieben Brennermodule sorgen für hohe Betriebssicherheit

Hinzu kommt, für Gastronom Fiolka wahrscheinlich noch wichtiger, die deutlich höhere Betriebssicherheit: Sollte eines der Brennermodule einmal auf Störung gehen, schaltet das Kesselmanagement automatisch ein anderes als Ersatz zu. Der anfallende Wärmebedarf wird also ohne Unterbrechung weiter abgedeckt, eine eventuelle Störung selbst ohne weiteren Aufwand im Rahmen des nächsten, turnusmäßigen Wartungseinsatzes wieder behoben. Um eine möglichst differenzierte Wärmeverteilung in den einzelnen Nutzungsbereichen der Martini-Kirche zu erzielen, ließ Anders 18 Fußboden-Heizkreise installieren, die beispielsweise im Kirchenschiff individuell über mehrere Raumtemperaturfühler gesteuert werden.

Anlagenabstimmung dauert an

Dass das komplexe System aus Gasbrennwert-Kaskade, Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Fußbodenheizung im Kirchenschiff und statischer Heizung in den Nutzräumen nicht zuletzt dank einer frei programmierten Regelung zuverlässig funktioniert, hat sich in den vergangenen Monaten selbst bei extremen Außentemperaturen bestätigt. Die Arbeit ist für Fachplaner Anders damit allerdings noch immer nicht getan: Nach mehr als einjähriger intensiver Auseinandersetzung mit der reizvollen Aufgabe „Wohlfühlen in der Martini-Kirche“ ist es für den Haustechnik-Spezialisten fast schon zu einer sportlichen Herausforderung geworden, die Anlagentechnik immer noch feiner auf die in der Praxis ständig wechselnden Parameter abzustimmen und so ein Maximum an thermischem Komfort bei gleichzeitig geringstmöglichem Energieverbrauch zu erzielen.

Komfort rauf, Kosten runter – entscheidend für den betriebswirtschaftlichen Erfolg

Viele Stunden, resümiert Anders, habe man deswegen zwar schon vor dem Schaltschrank verbracht, um zum Beispiel die Volumenströme der Lüftungsanlage oder der Heizkreise dem tatsächlichen Bedarf präzise anzupassen: Das außergewöhnliche Konzept, das mit der Umnutzung der Kirche verwirklicht wurde, rechtfertigt diesen Aufwand aber auf jeden Fall. Denn zum einen lassen sich hier sehr spezifische anlagentechnische Erfahrungen wie kaum anderswo sammeln. Zum anderen stellt der mit Heizung und Lüftung verbundene Energieeinsatz für den Betreiber in der Kalkulation der Betriebskosten neben dem Personalaufwand den größten Posten dar, so dass sich jeder Prozentpunkt Energieeinsparung mit Blick auf die langjährige Nutzung mehr als auszahlt. Jeder Prozentpunkt heißt bislang dabei sogar Prozentpunkte im zweistelligen Bereich: Bisher sind es rund 10 bis 15, um die der Energieverbrauch nach Schätzung von Anders seit der Startphase der Anlage gedrückt werden konnte. Wie viel das ganz konkret, in kW und Euro ausmacht, wird nach der ersten vollständigen Heizperiode, in zwölf Monaten schwarz auf weiß belegt werden. Man darf gespannt sein.