Umfassende Sanierung erforderlich – einschließlich Leitungen

Die Heizzentrale war ein Spiegel dieser wechselhaften Anlagentechnik. Angesichts etlicher provisorisch verlegter Leitungen sowie einem Mix aus intakten und stillgelegten Anlagenteilen musste umfassend saniert werden. Unter anderem hatte einer der zuvor tätigen Handwerker eine zentrale Regelung installiert, die ursprünglich für Gewerbebetriebe konzipiert war. Für das Objekt war sie trotz aller Dynamik der Erweiterungen überdimensioniert sowie vom Schlossherrn kaum zu bedienen.

Zentraler Punkt der Sanierung war es also, ein Konzept zur Wärmeerzeugung zu finden, das flexibel in der Leistung ist, dauerhaft funktioniert, wirtschaftlich betrieben werden kann und dessen Bedienung für die Nutzer beherrschbar ist. Thomas Gerold, Seniorchef der Gerold GmbH, schlug eine Kombination aus mini-BHKW und Spitzenlastkessel vor, die mit Erdgas betrieben werden sollten. Der Fachhandwerker installiert seit etlichen Jahren schon große BHKWs und seit etwa drei Jahren auch mini-BHKWs von Vaillant. In dieser kurzen Zeitspanne hat sein Betrieb schon neun dieser Anlagen installiert. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit der robusten Technik und der hohen Wirtschaftlichkeit war das Konzept aus Sicht von Gerold ideal. Insbesondere deshalb, weil der Betrieb des Orgelzentrums einen hohen Strombedarf verursacht. Der selbst erzeugte Strom lässt sich daher weitestgehend im Objekt nutzen. Das war letztendlich ausschlaggebend für die Realisierung des Konzepts.

Kombination von mini-BHKW und Brennwertkessel

Stefan Gerold, der Sohn des Firmeninhabers erstellte zuerst eine Standardplanung. Eine unbekannte Größe hierbei war der tatsächliche Wärmebedarf. Einerseits wechselte er ständig durch die dynamischen Veränderungen im Objekt. Zum anderen wurde er noch nie wirklich ermittelt. Überdies gibt es keine gesicherten Kenntnisse über die Wärmeverteilung und die Gesamtanlage als solche. Selbst in einem Gutachten, mit dem ein Ingenieurbüro aus München beauftragt wurde, ist das komplexe Gebilde nicht vollständig abgebildet. Zusätzlich beinhaltet das Anwesen noch ein Schwimmbad. Ursprünglich sollte das Becken den alten Wärmeerzeugern als Wärmespeicher dienen, heute wird es aber für therapeutische Zwecke genutzt. Auch die hier benötigte Wärme sollte die neue Anlage liefern.

Auslegung der neuen Anlage schwierig

Aufgrund dieser Konstellation orientierte sich der Fachhandwerker kurzerhand an der kombinierten Kesselleistung der vorherigen Wärmeerzeuger. Die Hackschnitzelanlage hatte eine Maximalleistung von 100 kW, der Flüssiggas-Kessel 58 kW. Als primäre Wärmeerzeuger sah Stefan Gerold daher zwei ecoVIT Gas-Brennwertkessel mit jeweils 65 kW Leistung vor. Zusätzlich sollten etwa 15 % des Wärmebedarfs von einem ecoPOWER 4.7 mini-BHKW erzeugt werden, das bis zu 12,5 kW thermische und 4,7 kW elektrische Leistung liefert. Auf eine Anregung des Seniorchefs hin wurde jedoch nur einer der Gas-Brennwertkessel installiert und die Anschlüsse für den Zweiten lediglich vorgesehen. Damit reduzierte sich die Heizleistung auf 77,5 kW.

Betrieb des mini-BHKW mit maximalem Stromertrag

Im Gegenzug erhöhten sich dafür die Vollbetriebsstunden des mini-BHKW. Ziel war es, das wärmegeführte mini-BHKW auf Höhe des maximalen Stromertrages zu betreiben. Für Lampl die ideale Lösung, weil er seinen selbst produzierten Strom zu 85 % für sein Orgelzentrum verwendet. Lediglich bei verminderter Stromabnahme wird ein Stromüberschuss erzeugt, der dann an den Versorger verkauft wird. Während der Übergangszeiten im Herbst und Frühjahr wird der komplette Wärmebedarf durch die kombinierte Strom- und Wärmeerzeugung gedeckt. Hochgerechnet auf das ganze Jahr erzeugt das mini-BHKW somit etwa 26 % des Wärmebedarfs.