Hohe Modulationsbandbreite federt Entnahmespitzen ab

Die Modulationsbandbreite des Gas-Brennwertkessels reicht von 5 bis 100 % und damit von 12 bis 240 kW. Dadurch ist die bestmögliche Anpassung an den stark variierenden tatsächlichen Wärmebedarf im Apartmenthaus erzielbar. Die Laufzeiten des Gas-Brennwertkessels sollen – und werden, so die Erfahrungen der ersten Betriebsmonate – allerdings ausgesprochen überschaubar sein. Denn sowohl die Wärmepufferung der beiden Mini-BHKWs in dem nachgeschalteten 1.500 Liter-Multifunktionsspeicher sowie einem 750 Liter-Warmwasserspeicher als auch die im Master-BHKW zentralisierte Regelung sind so konzipiert, dass die modulierend gefahrenen Aggregate aus Wirtschaftlichkeitsgründen nahezu ständig in Betrieb sind. Was auch so sein muss, weil sich damit die kombinierte Wärme- und Stromerzeugung in jeder Hinsicht auszahlt, hat Dabow berechnet.

Eigenproduzierter Strom senkt Kosten deutlich

Der Strombedarf ist in diesem Apartmenthaus mit 100 MWh pro Jahr beträchtlich, da neben dem so genannten Gemeinstrom für Aufzug und Beleuchtung von Fluren und Umlage zusätzlich die gesamte Schwimmbadtechnik mit Lüftung, Umwälzpumpen, Filteranlagen und ähnlichem versorgt werden muss. Die Stromproduktion der BHKWs deckt hier die gesamte Grundlast ab, was einer Kosteneinsparung von fast 8.500 Euro im Jahr entspricht. Berücksichtigt man dann noch die eingesparte Stromsteuer, knapp 1.100 Euro, sowie die Rückerstattung der Mineralölsteuer, rund 1.440 Euro, ergibt sich unter Einbeziehung der Kapitalkosten ein jährlicher Überschuss von mehr als 5.100 Euro, ohne Kapitalkosten sogar von annähernd 8.200 Euro.

Höheres Investment, höhere Rendite

Damit relativieren sich auf einen Schlag die im Vergleich zu herkömmlicher Wärmeerzeugung plus externem Strombezug um 30.900 Euro höheren Investitionskosten in die BHKW-Technik. Nach etwa vier Jahren wird die Anlage, weist die Wirtschaftlichkeitsberechnung des Herstellers aus, erstmals in die Gewinnzone kommen. Ab dann, bis zum Ende der mit 15 Jahren prognostizierten Laufzeit und auf Basis der heutigen Energiepreise, erwirtschaftet sie einen beachtlichen Überschuss in Höhe von rund 90.000 Euro. Nicht in Geld zu beziffern ist allerdings der Beitrag, den diese Art und Weise der Wärme- und Stromerzeugung im Zempliner DS-Gebäude gleichzeitig zur Reinhaltung der Luft durch Verringerung des CO2-Ausstoßes leistet. Im Laufe von zehn Jahren sind das, auch wieder im Vergleich zu einem herkömmlichen Heizwertkessel sowie Strombezug aus einem Kraftwerk, rund 183 Tonnen weniger CO2.