Umstellung von wohnungsweiser Versorgung auf ein Nahwärmekonzept

Damit das auch künftig so bleibt, hat Christian Schmitt in den vergangenen Monaten erneut das „Zukunftsthema Nr. 1“ für die Wohnungswirtschaft, die Mietnebenkosten und hier vor allem die Energiekosten, angepackt: Mit einer Investitionssumme von 1,6 Millionen Euro wurden die Wärme- und Warmwasserversorgung der Mehrfamilienhäuser von der wohnungsweisen Versorgung auf ein Nahwärmekonzept für jeweils einen Wohnblock umgestellt. Der Hintergrund: Ursprünglich war eine zentrale Lösung für alle Wohnblocks favorisiert, bei so kompakter Bebauung eigentlich ideal. Die scheiterte aber an den vergleichsweise hohen Kosten beispielsweise für ein neu zu errichtendes Kesselhaus oder die aufwändige Anbindung der einzelnen Häuser.

Anlagentechnik vor Dämmung

So aber machte Christian Schmitt gewissermaßen aus der Not eine Tugend – und ließ Dipl.-Ing. Stefan Eisermann vom auch mitausführenden Fachhandwerksunternehmen Hans Eisermann GmbH nach ebenso wirtschaftlichen wie effektiven Alternativen zur ursprünglichen Anlagenkonzeption suchen: „Investitionsvolumen und Rentabilität vor allem aus Sicht der Mieter spielten dabei ebenso eine Rolle wie Ressourcenschonung und Umweltverträglichkeit.“ Die Nutzung von Erdwärme stand damit beispielsweise ebenso zur Disposition wie die Errichtung von Blockheizkraftwerken. Im Gegensatz übrigens zur andernorts oftmals im Handstreich durchgeführten Dämmung der Gebäudehülle, denn die hätte bei gleicher Investitionssumme nur einen wesentlich geringeren Einspareffekt bei den Nebenkosten gehabt, zeigte schon die überschlägige Kosten-/Nutzenrechnung im Vergleich. Schmitt: „Ein Wärmedämm-Verbundsystem hätte bei annähernd gleichen Investitionskosten den Energiebedarf zwar um etwa 30 Prozent verringert. Die Kombination Pellet-Heizkessel, Solarthermie und Gas-Brennwertheizgerät für Spitzenlasten aber hat die Nebenkosten unter Einbeziehung der Förderung mehr als halbiert; statt 1,05 Euro/m² und Monat zahlen die Mieter heute nur noch knapp 50 Cent!“

Exakt angepasste Leistungen

Zurückzuführen ist dieser hohe Einspareffekt dabei nicht zuletzt auf die bedarfsgerechte Auslegung der einzelnen Anlagenkonfigurationen, orientiert am Heizlastbedarf der angeschlossenen Wohn- und Nutzeinheiten. In sechs Blöcken sind Pelletkessel mit jeweils 90 kW Leistung installiert, hinzu kommt die gleiche Zahl an Gas-Brennwertkessel ecoCRAFT exclusiv von Vaillant, die zwischen 80 und 200 kW maximale Spitzenleistung bereitstellen.

Gewissermaßen die „Grundlast“ der Wärmeversorgung tragen aber zumindest in den Übergangs- und Sommermonaten die thermischen Solaranlagen. Insgesamt 232 Kollektoren auroTHERM mit einer Gesamtfläche von über 550 Quadratmetern wurden dazu auf den Flachdächern der Mehrfamilienhäuser installiert. Optimal nach Süden ausgerichtet stehen sie für eine Ertragsleistung von mindestens 525 kWh/m²*a.

Gepuffert wird die kostenlose Wärme aus den Solaranlagen in Multi-Funktionsspeichern ecoPOWER mit 1.000 l Inhalt. So ist der Grundbedarf, zum Beispiel für Trinkwarmwasser, generell abgedeckt. Erst bei Unterschreiten des definierten Temperaturniveaus schaltet dann der Pelletkessel zu; energiesparend zum Schluss bei extrem niedrigen Temperaturen, also besonders hohem Wärmebedarf schließlich auch der Gas-Brennwertkessel.