Mehrfamilienhaus Mehring

Mini-BHKW sorgen für niedrige Betriebskosten und steigern Attraktivität der Mietwohnungen

Angesichts der steigenden Energiepreise wird vor allem die „zweite Miete“ bei Mehrfamilienhäusern ein immer wichtigeres Kriterium für die Vermietung. Das Dilemma der Wohnungswirtschaft besteht darin, dass sie die durch eine Energie sparende Bauweise bedingten höheren Kosten und das Streben nach lukrativen Erträgen unter einen Hut bringen muss. Hierbei nimmt die Heizungstechnik eine Schlüsselrolle ein. Einen beispielhaften Ansatz zeigt ein Projekt in Mehring bei Augsburg. Dort konnte der Investor durch den Einsatz von zwei Mini-BHKW eine Win-win-Situation für Mieter und Vermieter schaffen.

Energetische Optimierung erhöht Vermietungschancen

Bereits bei der Vorplanung des vier Gebäude mit zusammen 48 Wohnungen umfassenden Komplexes stand fest, die Attraktivität der Mietwohnungen durch möglichst niedrige Betriebskosten zu steigern. Dementsprechend kam nur eine energetisch optimierte Immobilie infrage. Zur Entlastung der damit verbundenen höheren Investitionskosten wurde bei der Finanzierungsplanung ein zinsgünstiges KfW-Darlehen zu Grunde gelegt. Durch eine Kombination aus optimierter Wärmedämmung der Gebäudehülle und effizienter Heizungstechnik sollte hier der KfW-40-Standard erfüllt werden.

KWK bietet sichere und wirtschaftliche Versorgung

Darüber hinaus war die Versorgungssicherheit ein wesentliches Auswahlkriterium hinsichtlich der Art der Wärmeerzeugung. Aufgrund bereits in der Vergangenheit gesammelter Erfahrungen sah der Bauträger Beutelrock GmbH diese in einem Projekt dieser Größenordnung weder beim Einsatz von Solarthermie noch mit einer Wasser/Wasser-Wärmepumpe als gegeben. Letztendlich erwies sich von allen hierzu durchdachten Szenarien die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung als sicherste und wirtschaftlichste Variante. Daraus entwickelte der Bauträger ein Modell, bei dem er gegenüber den Mietern als Strom- und Wärmeversorger fungiert.

Zwei Mini-BHKW tragen Grundlast – ein Gas-Brennwertkessel die Spitzenlast

Den entscheidenden Tipp bei der Umsetzung der Anlagentechnik lieferte der Heizungsgroßhändler, der auf die Mini-BHKW des Remscheider Heiztechnikherstellers Vaillant verwies und den entsprechenden Ansprechpartner in der Region Augsburg nennen konnte. Nachdem der Kontakt zum zuständigen Vertriebsingenieur Georg Rehm hergestellt war, entwickelte dieser eine Systemlösung, in deren Mittelpunkt zwei erdgasbetriebene ecoPOWER 4.7 Mini-BHKW stehen. Diese tragen im Sommer und in der Übergangszeit die Grundlast der Wärmeversorgung, wobei die optimierte Einbindung in das Strom- und Wärmenetz möglichst lange Laufzeiten sicher stellt. Zusätzlich verfügt die Systemlösung über zwei Multi-Funktionsspeicher als Puffer mit Frischwassersystem zur legionellenfreien Warmwassererzeugung sowie einen ecoCRAFT Gas-Brennwertkessel mit einer Leistung von 160 kW für die Spitzenlasten.