Strom wird unter ortsüblichem Preis an Mieter verkauft

Trotz der Berücksichtigung ökologischer Aspekte sind Investoren naturgemäß an einem wirtschaftlichen Betrieb und entsprechenden Margen interessiert. Den nötigen Spielraum hierzu liefert die kombinierte Strom- und Wärmeerzeugung mit den Mini-BHKWs. Entscheidend ist dabei das Gesamtmodell des Energiekonzeptes. In Mehring wird der selbst produzierte Strom an die Mieter verkauft, anstatt ihn für insgesamt etwa 10 Cent pro Kilowattstunde in das Netz des örtlichen Stromversorgers einzuspeisen. Der Bauträger berechnet 19 ct/kWh für den selbst erzeugten den Strom, wodurch die Mieter etwa 3 ct/kWh gegenüber dem ortsüblichen Preis sparen. Darüber hinaus erhält das Wohnungsunternehmen vom Staat einmal einen zusätzlichen KWK-Bonus von 5,11 ct/kWh, womit der Gesamtertrag bei 24,11 ct/kWh liegt.

Mini-BHKW decken rund die Hälfte des Elektrizitätsbedarfs

Die gesamte elektrische Einbindung wurde dabei von Georg Leimer, dem technischen Leiter des Wohnungsunternehmens, selbst berechnet und durchgeführt. Insgesamt werden etwa 50 Prozent des Stromverbrauchs der 48 Wohneinheiten über die Mini-BHKWs gedeckt. Den restlichen Strom liefert der Energieversorger, wobei das Wohnungsunternehmen gegenüber den Mietern die Funktion des Stromlieferanten übernimmt. Grundvoraussetzung hierfür war es, dass die vier Gebäude als ein Objektnetz verschaltet sind. Dies lässt sich nur dann realisieren, wenn der Energieversorger einen Einspeisepunkt und einen Leistungs- und Übergabezähler akzeptiert.

Konventionelle Direktmessung des Stromverbrauchs wurde beibehalten

Ein weiterer wichtiger Kostenaspekt war die Begrenzung des Anschlusswertes auf weniger als 100 Ampere, weil so eine konventionelle Direktmessung des Stromverbrauchs beibehalten werden kann. Die Einhaltung dieser Grenze wurde in der Praxis mit einer genauen Berechnung der Gleichzeitigkeiten bei der Stromabnahme und der Menge des selbst erzeugten Stroms durch die Mini-BHKWs nachgewiesen. Darüber hinaus gehende Anschlussleistungen bedingen eine sogenannte Wandlermessung, die den Strombezug um etwa 40 Prozent verteuert hätte. Mit dem realisierten Konzept entfielen auch die sonst für jedes Gebäude notwendigen Stromzähler des Energieversorgers und damit auch weitere Zählergebühren für die Mieter.

Installation der Mini-BHKW gemäß Baufortschritt in zwei Stufen

Die gesamte Bauphase des Komplexes erstreckte sich über drei Jahre. Entsprechend dem Baufortschritt wurden die Mini-BHKW in zwei Stufen installiert. Eines ging im August 2008 in Betrieb, das Zweite im Mai 2010. Demzufolge wurden auch zwei Einspeisepunkte für den BHKW-Strom geschaffen, deren angeschlossene Stromkreise jeweils auf den bestmöglichen Stromertrag der Geräte angepasst sind. Spitzenverbraucher, wie beispielsweise Aufzüge, wurden ausgeklammert, weil diese zu hohe Anfahrleistungen erfordern.