Energieausweis

Der Energieausweis trägt zur Erhöhung der Energieeffizienz von Gebäuden bei, indem er deren energetischen Zustand für Eigentümer, Käufer und Mieter transparent macht. Im Vergleich zur EnEV 2009 hat der Gesetzgeber die EnEV 2014 in einigen Punkten geändert. Die EnEV 2016 beinhaltet diesbezüglich keine weiteren Änderungen.

Pflichtangaben in Immobilienanzeigen

Eigentümer, die ihr Gebäude ganz oder teilweise verkaufen oder vermieten möchten, müssen in kommerziellen Anzeigen folgende Energiekennwerte angeben:

  • die Art des Energieausweises (Bedarf oder Verbrauch)
  • den Endenergiebedarf oder -verbrauch des Gebäudes
  • die wesentlichen Energieträger für die Heizung des Gebäudes
  • das Baujahr und die Effizienzklasse bei Wohnhäuser

Diese Regelung betrifft nur Eigentümer, deren Energieausweise für Wohngebäude nach Inkrafttreten der novellierten EnEV am 1. Mai 2014 ausgestellt worden sind. Liegt also noch ein gültiger Energieausweis gemäß EnEV 2009 – ohne Energieeffizienzklasse – vor, müssen zu diesen Klassen auch keine Angaben gemacht werden.

Achtung: Wer die neue Anzeigepflicht nicht erfüllt, handelt ordnungswidrig und könnte mit bis zu 15.000 EUR Geldstrafe belegt werden!

Kürzerer Bandtacho, Angabe der Effizienzklasse

Für Wohngebäude ist die Bandtacho-Spannweite deutlich verkürzt worden – von [über 400 kWh/(m²a)] auf höchstens [über 250 kWh/(m² a)]. Zudem sind die Modernisierungsempfehlungen als Bestandteil des Energieausweises in diesen integriert worden. Die Anlage 10 dokumentiert nun die Effizienzklassen für Wohngebäude.

EnergieeffizienzklasseEndenergie [(kWh/(m2)]
A+<30
A<50
B<75
C<100
D<130
E<160
F<200
G<250
H>250

Verschärfte Vorlage- und Aushangpflicht

Im Zuge der EnEV-Novelle 2014 hat der Gesetzgeber Immobilienbesitzer stärker dazu verpflichtet, den Energieausweis einsehbar zu machen. So müssen Eigentümer den Energieausweis potentiellen Käufern oder Mietern nun bei der Besichtigung des Objekts zugänglich machen – durch Aushändigung des Originals oder einer Kopie.

Und auch für die öffentliche Hand gelten neue Vorschriften: So muss der Energieausweis in stark frequentierten Gebäuden, in denen Bürger öffentliche Dienste wahrnehmen, schon ab 500 Quadratmetern Nutzfläche sichtbar ausgehängt werden. Am 8. Juli 2015 hat sich dieser Wert auf 250 Quadratmeter halbiert. Nutzt der Eigentümer das Gebäude nicht selbst, ist der Mieter dazu verpflichtet. Diese Aushangpflicht gilt seit dem 1. Mai 2014 bei vorhandenem Energieausweis auch für andere Gebäude mit großem Publikumsverkehr, wie zum Beispiel größere Ladenlokale, Kaufhäuser, Hotels, Restaurants oder Banken.

Rat vom Experten

Sie wünschen die Ausstellung eines Energieausweises? Ein Energieberater oder Vaillant Fachpartner vor Ort steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem finden Sie nachfolgend weitere Informationen: Welches Gebäude benötigt einen Energieausweis? Muss dies ein Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis sein? Was beinhaltet der Energieausweis?

Energieausweis – Recht oder Pflicht?

Gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV) ist für Neubauten und sanierte Bestandsgebäude ein Energieausweis auszustellen.

Bedarfs- vs. Verbrauchsausweis

Benötigen Sie einen Energiebedarfs- oder einen Energieverbrauchsausweis. Jetzt unterschieden erfahren.