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Solinger „Lichtturm“ Metamorphose eines Baudenkmals

Metamorphose eines Baudenkmals – vom maroden Wasserspeicher zum Wahrzeichen der Stadt

Der alte Gräfrather Wasserturm wurde nach einer Idee von Johannes Dinnebier zu einer visionären Licht-Architektur umgestaltet. Das ehemalige Baudenkmal repräsentiert heute ein innovatives Atelier mit Veranstaltungsräumlichkeiten für die Dinnebier Licht GmbH und Licht im Raum. Nicht nur das Konzept der Umnutzung ist zukunftsorientiert, sondern auch die Integration hochmoderner Haustechnik und der Einsatz regenerativer Energie. Die Beheizung des Lichtturms erfolgt über Erdsondern, die eine Vaillant Erdwärmepumpe geoTHERM versorgen.

Bis 1983 diente der Turm der Trinkwasserversorgung und verfiel danach zusehends. Zehn Jahre später hatte der Lichtdesigner Johannes Dinnebier die Vision einer Metamorphose – vom Wasserspeicher hin zu einem innovativen Lichtobjekt. Das Projekt wurde von Jule Dinnebier und Daniel Klages weiterentwickelt. Figge Architekten aus Wuppertal waren mit der Planung und Bauleitung der Umbauarbeiten betraut, A3 Architekten aus Berlin setzten im letzten Bauabschnitt ein neues Brandschutzkonzept um. In Abstimmung mit den Behörden wurde der Denkmalschutz aufgehoben, um den Wasserbehälter durch eine transparente Stahl-Glaskuppel zu ersetzen. In den offenen Schaft des Turmes wurden vier Ebenen eingezogen, die nun Bibliothek, Büro, Küche und eine exklusive Lounge aufnehmen. Die außergewöhnliche Location schafft einen zukunftsweisenden Ort, der für viel Kreativität steht. Hier werden die Objekte der Leuchten-Manufaktur Dinnebier Licht perfekt eingesetzt und inszeniert.

Die Umwandlung schloss auch die innovative Energieversorgung und Heiztechnik ein. Drei etwa 80 Meter abgeteufte Erdsonden versorgen eine geoTHERM Sole/Wasser-Wärmepumpe. So können 75 Prozent der maximalen Heizleistung von 14 kW ressourcenschonend gewonnen werden. Dass lediglich 14 kW ausreichen, den voluminösen Baukörper zu beheizen, liegt an der Bauweise nach dem Intze-Prinzip. Um die ursprünglich statisch mittragende Wasserlast nach dem Austausch des Behälters gegen eine Glaskuppel auszugleichen, wurde der Kuppelboden mit 200 Kubikmetern Beton ausgegossen – der jetzt als Speichermasse dient. Diese Funktion übernehmen auch die soliden Außenmauern. Das thermische Wohlbefinden wird weiterhin durch Flächenheizungen auf den Zwischenebenen unterstützt. Um die Trägheit der Heizungsanlage in Ausnahmefällen zu kompensieren, steht für die Glaskuppel zusätzlich eine kleine Gastherme zur Verfügung.

Der Lichtturm, der für künstlerische, kulturelle und gewerbliche Veranstaltungen genutzt wird, ist ein herausragendes Beispiel für das Potenzial, das in historischen Landmarken steckt.

Bautafel:
Bezeichnung, Name des Projektes: Lichtturm in Solingen-Gräfrath
www.lichtturm-solingen.de
Typologie: Sonderbau, Ausstellungs- und Veranstaltungsort
Standort:Solingen-Gräfrath/DE
Fertigstellung:Drei Prozess-Abschnitte:
  • 1905 – Inbetriebnahme
  • 1997 – Fertigstellung 1. großer BA, Errichtung der Glaskuppel, Umbau zu einem Kommunikationsort
  • 2010 – Ausbau mit innovativer Heiz- und Gebäudetechnik
Kennzahlen:Grundfläche 250 m2
Turmhöhe 38 m
Kuppeldurchmesser 11 m
Vaillant-Produkte: Geothermie: Erdwärmepumpe geoTHERM
Gesamtkonzeption: Johannes Dinnebier, Jule Dinnebier, Daniel Klages
Architekten:Friedrich W. Figge, Wuppertal
www.figge-architekten.de
Jochen Jansen, A3 Architekten, Berlin
www.a3architekten.eu
Tragwerksplanung:Stefan Polónyi, Köln
Brandschutz-Konzept:SV Zahn Sachverständigenbüro für Brandschutz, Mönchengladbach
Lichtplanung:Dinnebier Licht, Wuppertal
www.dinnebier-licht.de
Lichtprodukte:Licht im Raum, Düsseldorf
www.licht-im-raum.de