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Wärmepumpen statt Gas: So gelingt der Heizungswechsel im 60er-Jahre-Mehrfamilienhaus

Außenansicht eines Mehrfamilienhauses mit mehreren entlang der Fassade installierten Luft/Wasser-Wärmepumpen vom Typ aroTHERM plus von Vaillant und umliegender Grünfläche.

Wärmepumpenkaskade für mehr Heizeffizienz im Sechsfamilienhaus

Dass der Umstieg auf Wärmepumpentechnik auch in einem älteren Mehrfamilienhaus funktioniert, zeigt ein Projekt in der Nähe von Bielefeld. Im Rahmen eines umfassenden Sanierungsfahrplans wurde die bisherige Gasheizung durch vier Luft-Wasser-Wärmepumpen vom Typ aroTHERM plus ersetzt. Die neue Anlage versorgt das Haus schon heute zuverlässig mit Wärme und kann auch nach Abschluss weiterer Sanierungsmaßnahmen weiter betrieben werden.

Nachdem der Gaskessel ausgetauscht werden musste, war für Anette Schröder als Eigentümerin des Mehrfamilienhauses schnell klar: Ein neues Gassystem ist keine Lösung auf Dauer. Gesucht war stattdessen ein Heizsystem, das schon jetzt zuverlässig funktioniert und später nicht wieder ausgetauscht werden muss, wenn am Gebäude weiter saniert wird.

Portraitfoto des Hausbesitzers vor seiner Vaillant Wärmepumpe
Den 26 Jahre alten Gaskessel einfach durch einen neuen zu ersetzen, war aus meiner Sicht keine Lösung. Denn zum einen ist das Verbrennen fossiler Energien nicht nachhaltig. Zum anderen muss ich die Entwicklung der Energiekosten im Blick haben, die auf die Mieter umgelegt werden
Annette Schröder
Hauseigentümerin
Innenansicht des Wohn- und EssbereichsInnenansicht des Wohn- und Essbereichs

Der Hausentwurf

Funktioniert eine Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus aus den 1960er-Jahren?

Das Mehrfamilienhaus von Annette Schröder im Umland von Bielefeld stammt aus dem Jahr 1967. Sechs Wohnungen verteilen sich auf zwei Etagen und das ausgebaute Dachgeschoss. Insgesamt bietet das Haus rund 600 Quadratmeter Wohnfläche. Im Lauf der Jahre fanden Erhaltungs- und Erneuerungsmaßnahmen statt. So wurden unter anderem die Fenster erneuert und die oberste Geschossdecke gedämmt. Eine umfassende energetische Sanierung des Gebäudes steht jedoch noch aus.

Vor dem Austausch der alten Heizung wurde deshalb genau geprüft, ob das Haus mit einer Wärmepumpenlösung zuverlässig beheizt werden kann. Über einen Winter hinweg wurde getestet, ob die Wohnungen auch dann warm bleiben, wenn das Heizsystem mit niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeitet als eine klassische Gasheizung. Das Ergebnis fiel positiv aus. Damit war klar: Der Umstieg auf eine Wärmepumpen-Lösung ist in diesem Fall nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll. Gleichzeitig passt sie nicht nur zur aktuellen Situation des Gebäudes, sondern auch zu den geplanten Sanierungsschritten. Perspektivisch sind die Dämmung der Kellerdecke, eine Dach- oder Fassadensanierung sowie optional eine Photovoltaikanlage geplant.

Heizungsraum im Keller mit an der Wand montierten Rohrleitungen. Ein großer 800 Liter Pufferspeicher steht auf der rechten Seite und links daneben ein Elektrozusatzheizgerät an der Wand vom Typ eloBLOCK von Vaillant.Heizungsraum im Keller mit an der Wand montierten Rohrleitungen. Ein großer 800 Liter Pufferspeicher steht auf der rechten Seite und links daneben ein Elektrozusatzheizgerät an der Wand vom Typ eloBLOCK von Vaillant.

Das Energiekonzept

Vier Wärmepumpen übernehmen die Wärmeversorgung im Mehrfamilienhaus

Die neue Heizlösung besteht aus vier Luft-Wasser-Wärmepumpen vom Typ aroTHERM plus. Jede bringt 12 kW Leistung mit. Zusammen steht damit genug Heizleistung zur Verfügung, um das Haus zuverlässig mit Wärme zu versorgen. Ergänzt wird das System durch einen 800 Liter Pufferspeicher und einem Elektro-Wandheizgerät , das an besonders kalten Tagen unterstützen kann. Auch die Art der Warmwasserbereitung spielt eine Rolle. In diesem Haus wird das Warmwasser nicht für alle Wohnungen gemeinsam erzeugt, sondern in jeder Wohnung separat – mit elektronischen Durchlauferhitzern vom Typ electronic VED. So braucht es keinen großen zentralen Speicher, der dauerhaft warmgehalten werden muss. Das spart Energie und ist ein Vorteil für die Heizlösung, weil sich die Wärmepumpen ganz auf das Heizen konzentrieren können.

Am Ende muss eine neue Heizung vor allem zuverlässig funktionieren. Genau hier bringt die Anlage spürbare Vorteile. Gesteuert wird sie über den Systemregler sensoCOMFORT. Die Eigentümerin kann per myVAILLANT App verfolgen, wie die Anlage läuft, und wird direkt informiert, falls etwas nicht stimmt. Möglich wird das über das Internetmodul myVAILLANT connect (VR 940f). Bei Bedarf kann auch der betreuende Fachbetrieb über myVAILLANT Pro digital auf das System zugreifen. Das macht es leichter, Einstellungen zu prüfen, den Betrieb zu optimieren und im Fall einer Störung schneller zu reagieren. Für Eigentümerinnen und Eigentümer bedeutet das vor allem mehr Überblick und weniger Aufwand.

Installierte Heiztechnik

Bild von Familie Eichholtz auf der CouchBild von Familie Eichholtz auf der Couch

Die Kosten-Nutzenbetrachtung

Weniger Heizkosten und stabile Wärmeversorgung durch Wärmepumpenkaskade

Nach einem halben Jahr Betriebszeit, davon vier Wintermonate mit Temperaturen bis unter -10 °C, zieht Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister Peter Brinkmann aus Bielefeld das erste Resümee: „Selbst an den kältesten Tagen wurde immer eine Jahresarbeitszahl von 2,6 bis 3,0 erzielt. Die Investition rechnet sich also von Anfang an, obwohl die Gebäudehülle noch nicht gedämmt ist“. Diese Einschätzung bekräftigt die Kalkulation zukünftiger Heizkosten: Für die Wärmeerzeugung werden pro Jahr rund 17.200 Kilowattstunden Strom prognostiziert. Folglich dürften sich die Heizkosten (abhängig vom Strompreises) für die rund 600 m² Wohnfläche auf gesamt knapp 5.000 Euro belaufen. Das entspricht einer Einsparung im Vergleich zu den vorherigen Gaskosten um fast 2.700 Euro .

Davon profitieren sowohl Mieter mit geringeren monatlichen Nebenkosten als auch Anette Schröder als Eigentümerin: „Steigende Energiekosten wirken sich direkt auf die Vermietbarkeit aus, während die Investition in eine neue Heizungsanlage auch im Kontext zukünftiger Sanierungsmaßnahmen finanzierbar bleiben muss.“ Unterstützt wird dies durch Fördermittel in Höhe von 35.000 Euro, die weitere Sanierungsschritte für die energetische Aufwertung des Mehrfamilienhauses ermöglichen.

Infografik zur Energiebilanz einer Wärmepumpe mit Stromverbrauch, Umweltenergie und Wärmeertrag für Heizung und Warmwasser.

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