Stromverbrauch von Wärmepumpen: Infos zu Kosten und Einsparmöglichkeiten

Verbauch im Detail
Diese Faktoren bestimmen den Stromverbrauch einer Wärmepumpe
- Individueller Wärmebedarf
Entscheidend für den Verbrauch an Strom ist, wie viel Wärme die Wärmepumpe erzeugen soll. Wie viele Personen leben im Haus und wie groß ist die Wohnfläche? Wie ist die persönliche Wohlfühltemperatur? Wird das Heizsystem auch für die Warmwasserbereitung genutzt? All das wirkt sich auf den Verbrauch aus.
- Planung und Isolierung
Eine präzise Planung des Wärmepumpensystems ist entscheidend, damit es effizient arbeiten kann. Zu groß ausgelegte Geräte verbrauchen beispielsweise meist zu viel Strom. Auch eine gute Gebäudeisolierung, einschließlich der Fenster, des Dachs und des Kellers begünstigen einen stromsparenden Wärmepumpenbetrieb, da weniger Wärme benötigt wird.
- Vorlauftemperatur und Heizwasserverteilung
Ein großflächiges Wärmeverteilsystem wie eine Fußbodenheizung braucht im Vergleich zu Heizkörpern eine niedrigere Vorlauftemperatur, um dieselbe Wärme bereitzustellen. Dadurch wird weniger Energie verbraucht. Auch die richtige Verteilung des Heizwassers spielt eine wichtige Rolle für den Verbrauch. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass jeder Raum die benötigte Heizwassermenge erhält. Das steigert die Effizienz des Heizsystems und kann die Heizkosten senken.
- Passende Systemergänzungen
Die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe lässt sich noch weiter steigern, indem das Heizsystem um weitere Komponenten ergänzt wird. Eine eigene Photovoltaikanlage z.B. kann den Wärmepumpenbetrieb zum Teil einfach mit selbst erzeugtem Strom decken.
Wärmepumpenarten im Vergleich
Stromverbrauch von Luft-Wasser-Wärmepumpen, Erdwärmepumpen und Grundwasser-Wärmepumpen
Außenluft, Erdreich oder Grundwasser? Je nachdem, welche Umweltenergiequelle genutzt wird, variiert auch der Stromverbrauch der Wärmepumpe. Grund dafür ist das unterschiedliche Temperaturniveau der drei Quellen. In der Regel erzeugen Wärmepumpen aus 1 kWh Strom bis zu 4 kWh Wärme. Bis zu 75 % der benötigten Energie stammen dabei aus der Umwelt, nur rund 25 % werden als Strom bereitgestellt.
Details zu den Unterschieden der einzelnen Wärmequellen finden Sie im Folgenden.


Luft-Wasser-Wärmepumpen
Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Umgebungsluft als Energiequelle. Da die Luft im Winter abkühlt, wird in dieser Zeit vergleichsweise mehr Strom benötigt, um die gewünschte Heizleistung zu erreichen. Trotzdem arbeitet diese Wärmepumpenart sehr effizient, selbst bei kalten Außentemperaturen. Zudem lassen sich Luft-Wasser-Wärmepumpen am günstigsten installieren.


Erdwärmepumpen
Erdwärmepumpen gewinnen die Wärme aus dem Erdreich. Diese ganzjährig konstante, sehr verlässliche Wärmequelle sorgt dafür, dass auch der Strombedarf übers Jahr stabil und insgesamt geringer ist. Wichtig zu wissen: Die Installation von Erdwärmepumpen ist vergleichsweise teurer als bei anderen Wärmepumpenarten, da z.B. Tiefenbohrungen erforderlich sind.


Grundwasser-Wärmepumpen
Von den drei Energiequellen liegt das Grundwasser in Sachen Effizienz vorne. Die Temperaturen sind ganzjährig konstant warm, was für einen verlässlich effizienten Betrieb der Wärmepumpe sorgt. Allerdings sind die Kosten für die Installation des erforderlichen Brunnensystems vergleichsweise hoch.
Einfach erklärt
Technische Kennzahlen für Effizienz: COP, SCOP und JAZ
Um Effizienz und Stromverbrauch einer Wärmepumpe besser zu verstehen, hilft es, zwischen verschiedenen Kennzahlen unterscheiden zu können.
Der erste relevante Wert ist der COP (Coefficient of Performance). Dieser gibt an, wie viel Wärmeenergie eine Wärmepumpe im Verhältnis zu ihrem Stromverbrauch erzeugt. Die Messung des COP erfolgt unter festgelegten Bedingungen.
Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance) wiederum beschreibt die Leistung einer Wärmepumpe über ein ganzes Jahr hinweg unter realen Betriebsbedingungen. Dabei fließen unterschiedliche Klimaregionen und Jahreszeiten in die Berechnung ein. So werden saisonale Schwankungen berücksichtigt und ein durchschnittlicher Effizienzwert für den Betrieb der Wärmepumpe ermittelt.
Essentiell für die Wahl der Wärmepumpe ist auch die JAZ (Jahresarbeitszahl). Diese gibt konkret an, wie viel Wärme ein Wärmepumpenmodell im Verhältnis zur eingesetzten Energie über das gesamte Jahr hinweg erzeugt.
Detaillierte Infos zum Thema finden Sie in unseren Ratgebern.
Verbrauch einschätzen
Beispielrechnung: Stromverbrauch einer Wärmepumpe
Jährlicher Heizbedarf : Jahresarbeitszahl = jährlicher Stromverbrauch
Was auf den ersten Blick etwas abstrakt klingt, wird anhand folgender Beispiele klarer. Hier sehen Sie, wie hoch der Stromverbrauch der einzelnen Wärmepumpenarten sein kann. Bei der Berechnung der Stromkosten haben wir 28 Cent pro kWh angesetzt.
- Luft-Wasser-Wärmepumpe
- Jährlicher Heizbedarf: 12.000kWh
- Jahresarbeitszahl: 2,6
- Stromverbrauch pro Jahr: 4.615kWh
- Stromkosten pro Jahr: 1.292€
- Erdwärmepumpe
- Jährlicher Heizbedarf: 12.000kWh
- Jahresarbeitszahl: 3,5
- Stromverbrauch pro Jahr: 3.429kWh
- Stromkosten pro Jahr: 960€
- Grundwasser-Wärmepumpe
- Jährlicher Heizbedarf: 12.000kWh
- Jahresarbeitszahl: 4,4
- Stromverbrauch pro Jahr: 2.727kWh
- Stromkosten pro Jahr: 764€
Stromverbrauch von Wärmepumpen pro Tag und pro Monat
Allgemeine Aussagen über tägliche und monatliche Stromverbräuche sind schwer zu treffen, da eine Vielzahl von Faktoren den individuellen Verbrauch beeinflussen, z.B. die Wohnfläche, die Gebäudedämmung und persönliche Heizgewohnheiten. In unsanierten Altbauten liegt der Jahresstrombedarf der Wärmepumpe tendenziell höher als in gedämmten Neubauten. Für eine genaue Verbrauchsprognose sprechen Sie daher am besten Ihren Heizungsfachbetrieb an.
Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass der Verbrauch pro Tag im Winter höher ist als im Sommer, weil die Wärmepumpe mehr Heizleistung liefern muss. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen außerdem die niedrigeren Temperaturen der Außenluft berücksichtigt werden. Es empfiehlt sich in jedem Fall, einen Blick auf den Jahresverbrauch, statt auf einzelne Wintertage zu werfen.
Um den Verbrauch pro Monat abzuschätzen, ist der Jahresstrombedarf der Wärmepumpe hilfreich. Haben Sie diesen mit der Formel „Jährlicher Heizbedarf : Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe“ berechnet, können Sie den Wert grob auf zwölf Monate verteilen, um den monatlichen Verbrauch abschätzen zu können. Real ist der Verbrauch aber im Winter, also in der Heizperiode, am höchsten.
Wärmepumpentarife und dynamische Stromtarife
Vaillant Tipp: Kosten weiter senken
Fast alle Energieversorger bieten spezielle, günstigere Stromtarife für Wärmepumpen an. Um diese Tarife nutzen zu können, müssen Sie nur zwei Bedingungen erfüllen: Der Wärmestrom muss über einen eigenen Zähler messbar sein und der Netzbetreiber muss Zugriff auf die Wärmepumpe haben. Alternativ bieten dynamische Stromtarife viel Potenzial, Stromkosten zu sparen.


Strom einfach selbst erzeugen
Maximale Effizienz mit Photovoltaikstrom
Die Kombination einer Wärmepumpe mit einer eigenen Photovoltaikanlage ist die effizienteste Entscheidung, die Sie treffen können. Der Grund dafür: Sie können rund 30 bis 50% des benötigten Stroms für die Wärmepumpe selbst erzeugen. Das reduziert Ihre Stromkosten deutlich, da weniger Strom von Stromanbietern bezogen werden muss.
Erfahren Sie in unserem Ratgeber zu Wärmepumpen und Photovoltaik, wie das Zusammenspiel genau funktioniert und welche Vorteile Sie davon haben.
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