Kommunale Wärmeplanung – das Wärmeplanungsgesetz im Überblick

Warum ist das WPG wichtig?
Wichtig beim Heizungstausch für Haus- und Wohnungseigentümer
Der Bund verpflichtet mit dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) Städte und Gemeinden, eine Kommunale Wärmeplanung (KWP) zu erstellen. Diese Planung soll Orientierung für zukünftige Heizungsentscheidungen schaffen. Sie zeigt, ob in einem Gebiet künftig beispielsweise ein Wärmenetz, ein Wasserstoffnetz oder eine dezentrale Wärmeversorgung vorgesehen ist. Eigentümerinnen und Eigentümer können diese Informationen nutzen, um ihre Investitionen in eine zukunftsfähige Wärmeversorgung besser planen zu können.

Wir haben die wichtigsten Inhalte für Sie zusammengefasst
Was steht im WPG?
Für Hauseigentümer ist wichtig zu wissen: Das WPG wurde vom Bund gefasst, um für Wärmepläne deutschlandweit einheitliche Mindestanforderungen zu formulieren. Die Kommunale Wärmeplanung liegt jedoch in der Verantwortung der einzelnen Bundesländer. Die Gesetzgebung der Länder kann sich somit deutlich voneinander unterscheiden. Baden-Württemberg hat beispielsweise schon seit vielen Jahren ein Gesetz zur Wärmeplanung. Darin sind jedoch die Fristen, bis wann Kommunen ihre Planung abschließen müssen, deutlich kürzer gefasst, als sie das Bundesgesetz vorgibt. In diesem Fall gilt das Landesrecht. Daher muss sich jeder Hauseigentümer bei seiner Kommune erkundigen, was in seiner Region gilt.
Zu Ihrer Orientierung - hier die wichtigsten Inhalte des WPG
Ziel des Wärmeplanungsesetzes
Das WPG verpflichtet die Bundesländer, durch eigene Gesetze sicherzustellen, dass spätestens bis Mitte 2028 jede Kommune in Deutschland die Wärmeplanung abgeschlossen hat. Für kleine Kommunen können Vereinfachungen gelten. Wärmepläne, die schon vor der Bundesgesetzgebung erstellt wurden, genießen Bestandschutz. Für bestehende Wärmenetze schreibt das WPG vor, einen so genannten Dekarbonisierungsfahrplan zu erarbeiten.
Aus einem solchen Fahrplan geht hervor, wie das bestehende Wärmenetz spätestens bis 2045 vollständig auf Erneuerbare Energien und unvermeidbarer Abwärme umgestellt wird. Ab dem 1. Januar 2030 müssen bestehende Netze mindestens zu 30 Prozent der Wärme aus diesen Energiequellen gewinnen. Bis 2040 müssen es 80 Prozent sein.
Der Ablauf einer Wärmeplanung wird im WPG wie folgt vorgegeben:
- EignungsprüfungDie Kommune untersucht, welche Gebiete sich höchstwahrscheinlich nicht für den Bau oder Ausbau eines Wärmenetzes eignen oder welche Gasnetze sich nicht auf Wasserstoff umstellen lassen. Kriterien sind unter anderem der künftige Wärmebedarf in den Siedlungen und die Wirtschaftlichkeit einer leitungsgebundenen Versorgung. Gebiete, die hierfür als ungeeignet eingestuft werden, weist die Kommune für die dezentrale Wärmeversorgung aus. Das bedeutet für Hausbesitzer: Sie müssen beim Heizungstausch ein System installieren lassen, welches die Anforderungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) erfüllt.
- BestandsanalyseIn einem Gebiet mit einem vorhandenen Wärmenetz oder einem Gasnetz, das auf Wasserstoff umgestellt werden könnte, werden der künftige Wärmebedarf und die Infrastruktur erfasst. Auf dieser Grundlage analysiert die Kommune, ob bis zum Jahr 2045 eine klimaneutrale, leitungsgebundene Energieversorgung möglich ist. Das bedeutet für Hausbesitzer: Auch wenn Sie bereits an ein Wärme- oder Gasnetz angeschlossen sind, ist dies kein verlässliches Indiz, dass dies auch so bleiben kann. Entscheidend ist, ob eine vollständige Umstellung auf Erneuerbare Energien machbar ist.
- PotenzialanalyseIn einem Gebiet, welches sich möglicherweise für eine leitungsgebundene Versorgung mit Wärme oder erneuerbarem Brennstoff eignet (Prüfgebiet), wird ermittelt, welche im WPG zulässigen Energiequellen genutzt werden können. Zur Wärmeplanung gehört außerdem, Potenziale von Gebäudesanierungen zu erheben, die den künftigen Wärmebedarf reduzieren. Das bedeutet für Hausbesitzer: Die energetische Sanierung von Gebäuden speziell der unteren Energieeffizienzklassen rückt in den Fokus.
- ZielszenarioFür ein Wärmeplanungsgebiet wird für die Jahre 2030, 2035, 2040 und 2045 die angestrebte Struktur der Wärmeversorgung dargestellt. Es soll aufgezeigt werden, welche Wärmeversorgungsarten und Energieträger künftig in den jeweiligen Gebieten genutzt werden sollen und welche Treibhausgasminderungen damit einhergehen.
- Wärmeversorgungsgebiete und UmsetzungDie Kommune weist Gebiete aus, die perspektivisch für den Neu- oder Ausbau von Wärmenetzen geeignet sind und beschreibt die dafür vorgesehenen Umsetzungsschritte. Die Wärmeplanung bietet Eigentümerinnen und Eigentümern eine wichtige Orientierung für die zukünftige Wärmeversorgung. Da sie einen strategischen Planungsrahmen darstellt, können sich Planungen jedoch ändern und die tatsächliche Umsetzung von den jeweiligen Rahmenbedingungen abhängen.
Was kann die Wärmeplanung leisten?
Welche Optionen gibt es für dezentrale Wärmeerzeugung?
Die Wärmepumpe ist auch zukünftig die einfachste und effizienteste Erfüllungsoption für die dezentrale Wärmeversorgung. (Mehr dazu in unserem Ratgeber Wärmepumpe). Wenn die Kommunale Wärmeplanung für Ihr Haus eine leitungsgebundene Lösung in Aussicht stellt, könnten diese Anschlüsse möglich sein:
- Fernwärme oder Nahwärme (Erläuterungen finden Sie in unserem Ratgeber Fernwärme),
- Wasserstoff-Netz (technische Details erfahren Sie im Ratgeber Wasserstoff),
- Biomethan-Netz.
Welche dieser Versorgungsarten für Ihr Haus voraussichtlich verfügbar ist, bestimmt die Gemeinde durch ihre Kommunale Wärmeplanung.


Sind Gasheizungen zukunftsfähig?
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- Gas-Brennwertgerät ecoTEC plus VC/VCW/VCI 1-5
- Gas-Brennwertgerät ecoTEC exclusive VC 1-7
Vor- und Nachteile der Kommunalen Wärmeplanung
Lieber eine eigene Heizung oder der Anschluss an ein Wärmenetz?
| Dezentrale Heizung (Luft/Wasser-Wärmepumpe) | Zentrale Versorgung (Fern-/Nahwärme, Bio-Erdgas oder Wasserstoff) | |
|---|---|---|
| Vorteile | - sofortige Reduktion von Treibhausgasen - Klimaneutralität in Verbndung mit grünem Strom - Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern - Unabhängigkeit vom Marktpreis grüner Brennstoffe - hohe Energie-Eigenversorgung möglich (beispielsweise durch Ergänzung von Photovoltaik) - höhere Förderung als bei Heizungslösung mit leitungsgebundener Versorgung möglich | - Investition in eine neue Heizung zur Umstellung auf Erneuerbare Energien erst später notwendig - bei Fern-/Nahwärme: einfache Technik, Wartung in der Verantwortung des Versorgers |
| Nachteile | - unmittelbare Investition in eigene Heizung - umfangreichere Technik, Pflege und Wartung in Eigenverantwortung | - bei Fern-/Nahwärme: Abhängigkeit von einem Versorger; kein Preiswettbewerb - Kommunale Wärmeplanung nicht verbindlich; erfolgt der Netzausbau nicht wie geplant, ist später eine dezentrale EE-Heizung einzubauen, aber voraussichtlich mit weniger Förderung - Verfügbarkeit und Preis von Bio-Erdgas und Wasserstoff zurzeit noch unklar - bis zum Netzanschluss steigende Heizkosten erwartbar: aufgrund CO2-Bepreisung fossiler Brennstoffe und knapper Kontingente von grünen Gasen und Wasserstoff - verzögerte Reduktion von Treibhausgasen |
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