Luft/Wasser-Wärmepumpen – überall für die Zukunft optimal aufgestellt …
Wärmepumpen sind für die Energiewende ein Erfolgsfaktor: Mit keiner anderen Technologie wird so nachhaltig und ressourcenschonend aus einem Anteil Antriebsenergie das ca. Drei- bis Fünffache an Wärme erzeugt. Deswegen gehören Wärmepumpen schon in acht von zehn Neubauten zum Standard (Quelle: Bundesverband Wärmepumpe e.V.). Meistens handelt es sich dabei um Luft/Wasser-Wärmepumpen wie die aroTHERM plus, die besonders wirtschaftlich und einfach zu installieren ist.
Dank der neuesten Gerätegeneration kommen diese Vorteile immer öfter auch im energetisch noch nicht oder nur etwas sanierten Gebäudebestand zum Tragen. Denn bei Bedarf sind Vorlauftemperaturen möglich, mit denen sich die vorhandenen Heizkörper weiter zur Wärmeverteilung nutzen lassen. Es muss also lediglich der Wärmeerzeuger getauscht werden, also beispielsweise der alte Ölkessel gegen besagte Luft/Wasser-Wärmepumpe.
Gerade im Bestand ist es dabei aber wichtig, ein paar „Spielregeln“ bei der Aufstellung der Außeneinheit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe zu beachten: Während die Flächen in Neubaugebieten meist schon entsprechend überplant sind, wird es in bestehenden Baugebieten aufgrund der gewachsenen, häufig stark verdichteten Bebauung etwas komplexer. Hier die fünf wichtigsten Stichworte, damit auch dieser Teil Eures Heizungstauschs von Anfang an zum Erfolgsprojekt wird:
Tipp 1: Bleib ruhig!
Konstruktionsbedingt haben die meisten Luft/Wasser-Wärmepumpe eine Außeneinheit: Darin befinden sich Ventilatoren und ein Kompressor, um die in der Außenluft gebundene Energie über Verdichtung für das Heizen oder die Warmwasserbereitung nutzbar zu machen. Dieser Prozess ist zwar schon super leise, bei der leistungsstarken aroTHERM plus zum Beispiel nur noch 46,2 dB(A)*. Das entspricht in etwa der Geräuschkulisse eines leisen Kühlschranks. Das Geräusch kann aber empfindliche Menschen möglicherweise dennoch stören.
Lange galt deswegen: Bei der Aufstellung sind mindestens 3 Meter Abstand zur Grundstücksgrenze einhalten. In manchen Landesbauordnungen (wie NRW) ist das zwar zum Teil schon bis auf Nullabstand reduziert. Trotzdem bleibt das Thema bestehen, und zwar über die Lärmschutzvorschriften der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm).
Unser Tipp:
Vergleicht vor dem Kauf einer Wärmepumpe die Angaben der Hersteller zu den Betriebsgeräuschen, informiert rechtzeitig Eure Nachbarn über Euer Projekt – und lasst Euch unbedingt durch den Fachhandwerker schriftlich bestätigen, dass die Grenzwerte gemäß TA Lärm eingehalten werden.
*) Schallleistungspegel für aroTHERM plus VWL 75; bei A-7/W35 (60 % Flüsterbetrieb / außen)
Tipp 2: An der Wand zur Straße hin!
Der Einsatz von Luft/Wasser-Wärmepumpen ist schon längst nicht mehr auf Ein- und Zweifamilienhäuser beschränkt. Immer öfter kommen sie mittlerweile genauso beim Heizungstausch in Mehrfamilienhäusern zum Einsatz. Dann allerdings mit deutlich höherer Leistung, beispielsweise durch eine Kaskadenschaltung. Das sind mehrere Anlagen nebeneinander, die je nach Leistungsbedarf einzeln oder zusammen laufen. Die Kaskadenschaltung ist dadurch besonders wirtschaftlich, kann aber eventuell zu höherer Geräuschentwicklung führen.
Unser Tipp:
Wärmepumpenkaskaden gerade bei Mehrfamilienhäusern idealerweise an einer Hauswand ohne Fenster aufstellen und zur Straße hin ausrichten. So sind die Betriebsgeräusche kaum zu hören bzw. gehen im wahrsten Sinne des Wortes im Straßenlärm komplett unter.
Tipp 3: Nicht aufs Glatteis führen!
Luft/Wasser-Wärmepumpen gewinnen auf nachhaltige Weise Heizenergie, indem sie der Außenluft Energie entziehen. Das ist ihr (simples) Funktionsprinzip. Die üblicherweise von hinten angesaugte Luft wird dadurch aber nach vorne um etwa 3 bis 5 °C (richtiger: Kelvin) kälter ausgeblasen. Passanten, die an den Außeneinheiten vorbei gehen, spüren den Temperaturunterschied. Und sie können im wahrsten Sinne des Wortes aufs Glatteis geführt werden, wenn der Gehweg wintertags durch die Kaltluft eventuell überfriert.
Unser Tipp:
Stellt die Außeneinheit eurer Luft/Wasser-Wärmepumpe möglichst in einem deutlichen Abstand zu Gehwegen oder anderen Verkehrsflächen auf. Ein oder zwei Meter reichen dafür schon aus. Oder dreht die Außeneinheit um 90°, so dass sie die Luft parallel zum Weg ausbläst. Und schon ist das Vereisungsrisiko weitestgehend gebannt.
Tipp 4: Ganz sicher nah dran!
Strombetriebene Luft/Wasser-Wärmepumpen sind eine hoch effiziente Möglichkeit, die Umwelt bei der Wärmeerzeugung von klimaschädlichem CO2 zu entlasten. Vaillant hat das konsequent zu Ende gedacht und setzt beispielsweise in der Luft/Wasser-Wärmepumpe aroTHERM plus nur noch das natürliche Kältemittel (R290 / Propan) ein. Das hat ein viel geringeres Global Warming Potential (GWP) als alle anderen bisher eingesetzten Kältemittel. Ab einer gewissen Konzentration in der Umgebungsluft kann sich dieses Kältemittel aber leicht entzünden. Deswegen gibt es bestimmte Sicherheitsvorschriften, unter anderem einen Mindestabstand zu Kellerfenstern oder -schächten. Gerade in Reihenhaussiedlungen mit vergleichsweise schmalen Gebäudefassaden bedeutet das jedoch oft schon das Aus für die Wärmepumpe, wenn die Gebäudeöffnungen nicht zugemauert werden sollen …
Unser Tipp:
Auch hier einen Blick in die Aufstellvorgaben der Hersteller werfen. Für die aroTHERM plus gelten dank der speziellen „Flexible Space Function“ zum Beispiel deutlich geringere Abstände; teilweise sogar weniger als eine Handbreit. Das eröffnet eine Menge neuer Aufstellplätze rund ums Haus. Ein gewisser Mindestabstand zur Wand sollten aber immer eingehalten werden, um die ungehinderte Luftzirkulation zu gewährleisten sowie notwendige Servicearbeiten zu ermöglichen.
Tipp 5: Bleibt standfest!
Wenn Ihr den perfekten Platz für die Außeneinheit Eurer Luft/Wasser-Wärmepumpen gefunden habt, bleibt eigentlich nur noch eine einzige Frage offen: Wo stellen wir die drauf? Vielleicht direkt auf den bereits vorhandenen Kiesstreifen, der an der Fassade typischerweise als Spritzschutz dient? Oder einfach direkt auf die Pflasterung des kaum benutzten Wegs zur Nebeneingangstür, weil die eh schon da ist?
Beide Gedanken sind zwar naheliegend – aber nicht wirklich gut. Denn die Außeneinheit einer Luft/Wasser-Wärmepumpen hat zum einen ein gewisses Gewicht. So um die 100 kg, je nach Größe aber auch darüber. Zum anderen vibriert sie leicht, wenn Lüfter und Kompressor laufen.
Unser Tipp:
Besser gleich für ein vernünftiges Fundament sorgen. Das kann zum Beispiel das neue Fertigfundament von Vaillant sein oder es wird bauseits aus Beton gegossen. So oder so ist die Wärmepumpe dann auf jeden Fall im wahrsten Sinne des Wortes bestens für die Zukunft aufgestellt!
Wie sind denn Eure Erfahrungen mit der Aufstellung von Luft/Wasser-Wärmepumpen an Altbauten oder in bestehenden Wohnsiedlungen? Sind Euch da vielleicht schon mal besonders gelungene, oder genauso eher unglücklich aufgestellte Wärmepumpen aufgefallen? Teilt gerne diese Erfahrungen mit uns und den anderen Usern.