Rifugio Marco e Rosa
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Das wohl höchste Heizgerät der Welt

 

Die unwirtliche, schneebedeckte Bergwelt rund um den einzigen 4.000er in den Ostalpen fasziniert und fordert die Menschen seit Jahrhunderten. Hier ist die wohl höchste Vaillant Heizungsanlage der Welt zu Hause – in über 4.000 Metern Höhe. Der Einbau des höchsten Heizgeräts der Welt war nicht ganz unspektakulär…

Rifugio Marco e RosaHeute zieht die Region Tausende Touristen an, die das Bernina-Massiv beispielsweise auf dem Biancograt von Pontresina nach Chiesa in Valmalenco durchwandern. Je nach Können und Anspruch mag die Route variieren, doch einen spektakulären Wegpunkt haben sie fast alle gemeinsam: das Rifugio „Marco e Rosa“. Wie ein Adlernest „klebt“ die Berghütte auf 3.578 Meter Höhe am Hang. Keine Seilbahn, keine Skipiste, kein Massenwanderweg führt hier vorbei. Wer das Rifugio besucht, hat ein Ziel: den Piz Bernina.

Die „Marco e Rosa“-Hütte, wie man sie heute kennt, wurde Mitte der 1960er-Jahre ein paar Meter hangaufwärts neu errichtet. Größer, komfortabler und immer wieder modernisiert. 50 Schlafplätze gibt es hier, dank Satellitentelefonie Italiens höchstgelegenen Internetanschluss und dank Hüttenwirt Giancarlo Lenatti eine Gastlichkeit, die allein den Besuch des Rifugio rechtfertigt.

Auf kleinstem Raum, unter teilweise abenteuerlichen Bedingungen, zaubert er selbst bei prekärer Versorgungslage und plötzlicher „Überbevölkerung“ mit zusätzlichen Matratzenlagern immer noch ein schmackhaftes Nachtessen auf den Tisch, kümmert sich um beschädigte Ausrüstung oder spendet Trost, wenn der lang ersehnte Aufstieg auf den nahen Gipfel wegen eines Wetterumschwungs abgebrochen werden muss.

Lieferservice per Helikopter

Hüttenwirt Giancarlo Lenatti

Hüttenwirt Giancarlo Lenatti

Das alles setzt vor allem zwei Dinge voraus: eine unglaubliche innere Ruhe und ein nicht minder unglaubliches Organisationstalent. Giancarlo: „Mal eben Nachschub für die Küche holen, das gibt es bei mir nicht!“ Genauso wenig wie den klassischen Lieferservice, der auf Telefonanruf die Pizza, den Rotwein oder das dringend benötigte Ersatzteil für die Haustechnik liefern kann. Wenn etwas kaputtgeht oder fehlt, muss die Beschaffung genauestens geplant und organisiert werden. Das gilt für die Photovoltaik-Anlage, die den Strom liefert, genauso wie für die Heiztechnik. Deswegen hat Giancarlo beispielsweise auch fast 20 Jahre lang den wandhängenden Vaillant Boiler für Warmwasser und Heizung selbst in Betrieb gehalten. Und zwar inklusive der regelmäßigen Wartung. Denn ein Vaillant Servicewagen schafft es auf fast 4.000 Meter Höhe nicht. Und nicht jeder Handwerker kann in dieser Höhe arbeiten, für Ungeübte ist die Luft hier viel zu dünn.

Transport per HubschrauberAls alle Wartung nicht mehr half, setzte Giancarlo auf ein neues wandhängendes Vaillant Kombigerät für die Wärme- und Warmwasserbereitung, das mit minimalem Aufwand an den Platz des Altgeräts in der Küche montiert werden konnte. Schon die erste Frage umriss die Herausforderungen dieses Austauschgeschäfts: Über 40 Kilo Anlagentechnik plus Zubehör und Werkzeug auf dem Rücken zehn, zwölf Stunden den Berg hinauftragen? Unmöglich. Lastesel einsetzen? Die hat noch nicht einmal mehr das italienische Militär. „Also blieb nur der Helikopter“, so Vaillant Italien Vertriebsleiter Fabio Masseroli, der gemeinsam mit dem Gebietsmanager Andrea Russo und Verkaufsberater Marco Bottoni die Taskforce für das Projekt „Boiler Replacement im Rifugio Marco e Rosa“ bildete. Das funktionierte dann letztlich genauso reibungslos wie der Transport mit dem Servicefahrzeug. Oder zumindest fast, denn die Dimensionen waren auf jeden Fall ganz andere. Als der Pilot von „Eliwork“ bei strahlendem Sonnenschein auf dem Flugplatz von Talamona endlich die Rotoren des „AS 350 Écureuil“ anwarf, zogen über 800 PS den Helikopter wie an einem Band in die Lüfte – um nach nur 45 Minuten Flugzeit auf dem winzig kleinen Bruchstein-Plateau neben dem Rifugio zu landen. Dazwischen: Eine Zeit des Schauens und Staunens für das Team, denn solch ein Blick auf die von gleißendem Sonnenlicht erstrahlte Bergwelt der schneebedeckten Alpen ist einfach überwältigend.

Die Natur bestimmt den Zeitplan

Wie schnell sich aber gerade in dieser Höhe alles ändern kann, hatte sich beim ersten Lieferversuch gezeigt. Gewissermaßen über Nacht brach der Winter herein. Mit meterhohen Schneefällen und zweistelligen Minusgraden. Heizungstausch in einer solchen Großwetterlage? Keine Chance. Wie Fachhandwerker Mario Fomiatti auf den Berg bekommen? Wie die Versorgungsunterbrechung überbrücken? DAS wollte Giancarlo dann doch nicht riskieren. Und schaffte es tatsächlich noch mal einen ganzen Winter lang, das Altgerät „am Leben zu erhalten“. Bis zum Juni des Folgejahres. Denn da wurde endlich Mario am Rifugio eingeflogen, im Heli. Mit dem notwendigen Werkzeug, und mit dem Fachwissen, wie er binnen weniger Stunden das Altgerät demontieren und die neue, deutlich effizientere Anlage in Betrieb nehmen konnte. Was war die größte Herausforderung dabei? Giancarlo und Mario lachen, als ihnen diese Frage gestellt wird: „Das Freischaufeln des Zugangs zum Rifugio. Denn Schnee lag immer noch genug, über zwei Meter hoch. Die ganze Strecke, vom Landeplatz des Helikopters bis zur Hüttentür, jeder einzelne Meter. Übrigens mussten sie abends feststellen, dass es wieder geschneit hatte – und der Rückflug um einen Tag verschoben werden musste.

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