Volocopter
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Future Living

 

Smart Cities sind unsere Zukunft: Weltweit entstehen neue Konzepte, wie vernetzte Städte unser Leben besser, sicherer und nachhaltiger machen können. Viele Visionen sind längst Realität, andere Ideen sind noch Utopien. Wir zeigen euch verschiedene Smart-City-Ansätze zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

Mobilität: Ideen gegen das Stauproblem

Verstopfte Straßen, schlechte Luft, hohe Abgaswerte: In der Smart City der Zukunft gehören diese Probleme der Vergangenheit an. Ein erster Ausweg liegt darin, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken. So möchte Hamburg in Sachen E-Bus den Takt vorgeben: In diesem Jahr sollen rund 100 Elektrobusse durch die Straßen der Hansestadt rollen. Autonom fahrende Elektrobusse, die bis zu zwölf Pendler zu Knotenpunkten des Nahverkehrs befördern. Berlin und das bayerische Bad Birnbach setzen die Gefährte in kleinerem Rahmen bereits im Regelbetrieb ein: auf dem Campus der Charité beziehungsweise zwischen Ortskern und Therme. Hamburg baut darüber hinaus auf Smart-Parking-Lösungen. Bereits heute identifizieren Sensoren freie Flächen und navigieren Autofahrer direkt zum freien Ziel – ohne Stress oder Zeitverlust.

Dem Stau sagen die Menschen natürlich auch andernorts den Kampf an. Wo, wenn nicht in der Smart-City-Oase Dubai, hätte im September 2017 der „Volocopter“ seinen Jungfernflug absolvieren sollen? Angenommen, der Mini-Hubschrauber ginge als öffentliches Verkehrsmittel in Betrieb – der Traum vom fliegenden Taxi wäre Wirklichkeit.

Sicherheit: Roboter auf Verbrecherjagd

Sicherheit ist ein zentrales Thema der Smart City: Die Vernetzung staatlicher, gesellschaftlicher und privater Akteure bietet eine große Chance, mehr Straftaten zu verhindern und diese gezielter aufzuklären. Darüber hinaus haben sich Smart City-Lösungen besonders in Not- oder Katastrophenfällen bewährt.

Beim Münchener Amoklauf 2016 nutzten die Sicherheitsbehörden das Informationssystem Katwarn, um die Bürger im Umkreis auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Das System übermittelt Warnungen sowie Verhaltenshinweise über das Smartphone, per Mail oder digitale Werbetafeln.

Derweil soll Predictive Policing, zu Deutsch: vorausgreifende Polizeiarbeit, Zwischenfälle verhindern, ehe sie geschehen. Mithilfe von riesigen Datenmengen und Algorithmen testen einige Behörden derzeit, wie sich Einbrüche vorhersagen lassen – mit dem Ziel, die Diebe bestenfalls auf frischer Tat zu ertappen.

Was hierzulande noch Zukunftsmusik ist, wird andernorts schon Realität. Dubai investiert massiv in smarte Infrastrukturen. Bis 2030 sollen Maschinen hier ein Viertel (!) der Polizeiaufgaben übernommen haben. So kommen Drohnen zum Einsatz, die Raser aufspüren und sich an deren Fersen heften. Oder lebensgroße Polizeiroboter, die seit Mitte 2017 patrouillieren. Ihre Kamera-Augen erkennen Gesichter und Körpersprache und übertragen Live-Bilder in die Kontrollräume der Polizei. Über einen Touchscreen auf der Brust können sich die Bürger mit dem Revier in Verbindung setzen. Auch autonom fahrende Streifenwagen könnten bald Realität werden. Sie erkennen die Nummernschilder gestohlener Autos oder Personen, die zur Fahndung ausgeschrieben sind. Wird für deren Verfolgung die Vogelperspektive benötigt, fahren die Wagen eine Schublade im Heck aus und entsenden eine Drohne.

Gebäude: Himmelstürmende Energiespeicher

Energiehunger ist eine weitere zentrale Herausforderung, der Smart Cities begegnen müssen. Das Londoner Büroviertel Canary Wharf hat sich der Idee verschrieben, Energie möglichst fortschrittlich zu erwirtschaften. Bereits heute erwarten Passanten ihren Bus an einer Haltestelle, die mit durchsichtigen Solarzellen bestückt ist. Perspektivisch sollen die dünnen Solarzellen-Folien Fassaden ganzer Wolkenkratzer bekleiden.

Ein weiteres Zukunftsszenario: intelligent gesteuerte Stromnetze. Smart Grids könnten künftig die Energie effizient verteilen. Wenn Jedermann, beispielsweise über Solarzellen, Strom privat erzeugen und ins Netz einspeisen kann, wächst nicht nur die Menge der Energie – sondern auch die Unübersichtlichkeit. Smart Grids überblicken Angebot und Nachfrage und koordinieren den Stromfluss so, dass so wenig Energie wie möglich verloren geht. Im französischen Lyon werden Smart Grids bereits in großem Stil getestet: für 25.000 Haushalte und 100 Geschäfte.

Was denkt ihr: Welche Innovation wird unseren Alltag am stärksten prägen? Oder kennt ihr eine Idee, die wir hier nicht aufgeschrieben haben? Diskutiert mit uns in den Kommentaren.

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