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Smart Home für Senioren – Sicher und sorgenfreier Leben im Alter

 

Erwin Lenz ist 78 Jahre alt. Im Grunde noch gut auf den Beinen, aber leider schon sehr vergesslich. Trotzdem möchte er zuhause wohnen bleiben – wie viele Senioren und Seniorinnen. Ambient Assisted Living macht’s möglich. Das freut ihn und entlastet darüber hinaus seine Tochter Simone.

Wir werden immer älter – wer pflegt uns?

Smart Home? Ist Euch sicherlich ein Begriff! Er steht für Komfort, Sicherheit und Energieersparnis durch Vernetzung der Hausautomatisation: Heizungs-, Licht- und Rollladensteuerung, Alarmsystem, Bewegungsmelder und Brandschutz. Ambient Assisted Living (AAL) umfasst die gleiche Technik, orientiert sich aber an den Bedürfnissen der wachsenden Zahl älterer Menschen, die trotz körperlicher oder kognitiver Einschränkungen alleine Zuhause leben möchten und dabei Hilfe benötigen. Im Prinzip also Smart Home für Senioren. 2006 waren 5 % der Deutschen 80 Jahre oder älter, 2050 werden es 15 % sein. Doch AAL hilft nicht nur, den Wunsch der Senioren nach Selbstständigkeit zu erfüllen, sondern auch Angehörige und Pflegekräfte zu entlasten. Wie das funktioniert? Verdeutlicht ein typischer Morgen im Leben von Erwin Lenz aus Köln.

Intelligente Technik passt auf Erwin Lenz auf und alarmiert im Notfall

Wenn Erwin Lenz aufsteht, startet die Kaffeemaschine und die Lichter auf dem Weg zum Bad leuchten gedimmt. Auch, wenn draußen winterliche Temperaturen herrschen, ist sein Haus bereits seit auf die gewünschten 22 °C geheizt. Er betritt den Flur, drückt eine Taste und es wird hell: die Rollläden fahren hoch und das Licht in Küche und Bad geht an.

Erwin hat Appetit auf Spiegeleier. Er stellt eine Pfanne auf den Herd und schaltet ihn ein. Beim Blick in den Kühlschrank stellt er fest, dass er neue Eier aus dem Vorratsraum holen muss. Erwin verlässt die Küche, stolpert und fällt hin. Da der Bewegungssensor eine Weile nichts registriert, schaltet sich der Herd aus. Aber zum Glück ist ihm nichts passiert! Er hat sich gerade aufgerappelt, da klingelt das Telefon. Es ist seine Tochter Simone, die per Smartphone über den Sturz informiert wurde. Sie erkundigt sich, ob mit ihrem Vater alles in Ordnung ist – auch, wenn ihr Handy schon gemeldet hat, dass sich Erwin wieder in Bewegung gesetzt hat. Da alles okay ist, muss sie nicht am anderen Ende der Stadt aufbrechen, um nach ihm zu schauen.

Nach dem Frühstück beschließt Erwin, zum Supermarkt zu spazieren und eine Kleinigkeit einzukaufen. Als er feststellt, dass er die Orientierung verloren hat, tippt er auf seine Smartwatch, die ihn wieder auf den richtigen Weg lotst. Sollte Erwin unterwegs etwas passieren, könnte sie sogar SOS funken und einen Krankenwagen rufen. Aber da Erwin gut zuhause ankommt, erinnert sie ihn nur daran, seine Tabletten gegen Bluthochdruck zu nehmen.

Eingeschränkte Mobilität, schlechtes Sehen, Vergesslichkeit – Ambient Assisted Living will menschliche Schwächen kompensieren

Ganz gleich, ob jung oder alt – auch wer durch Krankheit auf Unterstützung angewiesen ist, für den kann AAL eine Lösung sein. Denn Ambient Assisted Living ist auf einfache Bedienung fokussiert und verfolgt das Ziel, eingeschränkte Mobilität, schlechtes Sehen, schlechte Erreichbarkeit oder Vergesslichkeit auszugleichen. Daher arbeitet AAL verstärkt mit Szenarien, die eindeutig auf den Menschen und seine Umgebung abgestimmt sind. Ein Abendszenario bei Erwin Lenz sieht zum Beispiel so aus: „Rollladen runter, Türen verriegeln, Licht in allen Zimmern außer dem benutzen ausschalten und die Heizung um 2 °C absenken.“

Große Auswahl an AAL-Produkten

Das Angebot reicht von einfachen Gadgets für 10 Euro bis zu baulichen Maßnahmen für mehrere Tausend Euro. Nachfolgend einige Beispiele.

Energiemanagement

  • Drucksensoren in der Matratze melden der Heizung, dass das Bett genutzt wird und die Temperatur heruntergeregelt werden kann.
  • Sensoren schalten alle Elektrogeräte aus, wenn sie im Zimmer keine Bewegung wahrnehmen oder der zentrale „Alles-aus“-Knopf betätigt wurde.

Sicherheit

  • Smarte Fußböden schlagen Alarm, wenn sie Stürze, einen unsicheren Gang oder Verwirrtheit registrieren
  • Komplexe Kettenschaltungen erkennen anhand des Wasserverbrauchs normale Tagesabläufe und alarmieren Angehörige, Notdienste etc. bei Abweichungen.
  • Notfalltaster an den Wänden verbinden mit Angehörigen oder der Notrufzentrale.
  • Bewegungsmelder an Lampen sorgen für Orientierungslicht.
  • Geräte mit 180°-Kamera und Mikrofon zur Zwei-Wege-Kommunikation ermöglichen eine Hör- und Sichtüberwachung: Registriert die Kamera Bewegungen, versendet sie Aufnahmen an Angehörige oder löst bei einem Einbruch Alarm aus.

Gesundheit

  • Armbanduhren messen Vitalwerte wie Blutdruck und Puls und senden sie an den Hausarzt.
  • Pillendosen mit Timer erinnern an die Einnahme von Arzneimitteln.
  • Sensoren schlagen Alarm, wenn Demenz- oder Alzheimerpatienten nachts aufstehen und umherlaufen.
  • Körpertrockner helfen beim Abtrocknen nach Dusche oder Bad.
  • WC-Duschen vereinfachen die Intimhygiene.

Komfort

  • Per Fernbedienung, Fingerdruck oder Sprachassistent (z. B. Alexa von Amazon) zu betätigende Türöffner ersparen den Gang zur Haustüre.
  • Höhenverstellbare Arbeitsflächen und Oberschränke erleichtern das Hantieren in der Küche.
  • Schalt- und Messsteckdosen erkennen am gesunkenen Stromverbrauch, dass Waschmaschine oder Trockner fertig sind und ersparen unnötige Wege.

Wäre Ambient Assisted Living auch eine Lösung für Euch? Kommentare willkommen!

Smarte Assistenzsysteme verbinden Technik mit einer Dienstleistung. Sie erkennen, wenn Menschen wie Erwin, Du oder ich Probleme haben und senden entsprechende Signale nach außen oder vereinfachen die Nutzung der Hausautomation. Was denkt Ihr? Könnt Ihr Euch vorstellen, eines Tages auf Lösungen wie diese zurückzugreifen? Wir sind gespannt auf Eure Kommentare!

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