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Hereinspaziert – Vier der schönsten Gartenanlagen der Welt

 

Gärten sind in allen Kulturen der Welt Orte des Friedens, der Schönheit, des Wohlstands und des Glücks. Wir laden Euch ein, die Seele baumeln zu lassen und hier vier der wohl spektakulärsten Gartenanlagen der Welt zu besuchen. Schnorchel-Ausrüstung bitte nicht vergessen, denn einer davon befindet sich sogar unter Wasser!

Garden Bridge: Ein Stück Natur im Herzen Londons

London ist die grünste Hauptstadt Europas – und sie wird noch grüner: Im Sommer 2016 beginnt der Bau der Garden Bridge. Diese 336 Meter lange und 30 Meter breite Fußgängerbrücke wird die City of Westminster auf der Nordseite der Themse mit Lambeth auf der Südseite verbinden. Darauf entsteht ein riesiger Garten mit Bäumen und Pflanzen aus Großbritannien, Nordeuropa und andern Teilen der Welt – ein magischer Ort inmitten der hektischen Metropole. Die Brücke soll nicht nur zu regelmäßiger Bewegung im Grünen motivieren, sondern auch den Verkehr entzerren – sowohl auf der Straße als auch im Untergrund. Die Eröffnung ist für 2018 geplant.

www.gardenbridge.london

High Line-Park: Grüne Ader in den Betonschluchten New Yorks

Der High Line-Park schlängelt sich auf einer Strecke von 2,3 Kilometern durch Manhattan’s West Side – von der 34. Straße im Norden bis zur Gansevoort Street im Süden. Seit der Eröffnung im Jahr 2009 haben den blühenden Laufsteg auf Stelzen mehr als 30 Millionen Menschen besucht und grandiose Aussichten genossen – unter anderem auf das Empire State Building, die Freiheitsstatue und den Hudson River.

Bis 1980 fuhren auf der Hochbahn Güterzüge, ihre Waren zum Teil direkt in die oberen Stockwerke der umliegenden Fabriken und Lagerhäuser zu lieferten. Gebäude, die heute Szenelokale, Shops sowie teure Büros und Wohnungen beherbergen. Danach blieb die Trasse fast 20 Jahre lang ungenutzt: Gelegenheit für die Natur, sich das Bauwerk zurückzuerobern. Es sollte abgerissen werden und teuren Baugrund freigeben, bevor es dank der Initiative „Friends of the High Line“ in einen öffentlichen Park verwandelt wurde. Dieser bietet heute architektonische und landschaftliche Elemente unterschiedlichster Art: von sonnigen Plätzen über Blumenwiesen und Baumgruppen bis hin zu Treff- und Aussichtspunkten. Außerdem gibt es jede Menge Kunst und Konzerte „for free“.

www.thehighline.org

Die nächste grüne New Yorker Sensation ist übrigens schon in Planung: Die Low Line, ein historischer Trolley-Terminal an der Lower East Side, soll in den ersten unterirdischen Park der Welt verwandelt werden. Beleuchtet werden soll die Low Line mithilfe von Solartechnologie. Erste reale Eindrücke könnt Ihr schon jetzt im „Lowline Lab“ sammeln. Hier wird bis März 2017 getestet, wie der Park aussehen soll und welche Pflanzen dort wachsen können.

www.thelowline.org

Nemo’s Garden: Blühende Unterwassergärten vor der nördlichen Küste Italiens

Vor der Stadt Noli im Nordwesten Italiens schweben in acht Meter Wassertiefe durchsichtige Glocken, in denen Kräuter, Blattsalat und Bohnen wachsen. Sergio Gamberini, der eine auf die Produktion von Tauchausrüstung spezialisierte Firma in Genua leitet, hat diese kleinen Treibhäuser ins Wasser gebaut. Sie könnten nach seinen Vorstellungen ein Beispiel für die Nahrungsmittelproduktion der Zukunft sein. Denn seine Biosphären genannten Unterwassergärten erschließen neue Landflächen in heißen Küstenregionen, sparen Süßwasser und tricksen Schädlinge aus. Sie bestehen aus leichten, kunststoffüberzogenen Metallgerüsten, die am Meeresboden verankert werden. Die enthaltene Luft kann durch die dichte Hülle nicht entweichen und wird von der Sonne um wenige Grad Celsius aufgeheizt. Da die Glocken unten offen sind, kondensiert das Meerwasser an der kühleren Hülle und tropft als Süßwasser auf die Pflanzen herab. Dieser Kreislauf wird mit ein wenig Süßwasser gestartet, versorgt sich aber später von selbst.

Kritiker merken an, dass zum Säen, Düngen und Ernten der Pflanzen sowie zur Reinigung der Ballonoberflächen teure Taucher erforderlich seien. Trotzdem hat es Gamberini mit seinem Projekt in die Weltausstellung EXPO 2015 in Mailand geschafft, die unter dem Motto „Den Planeten ernähren, Energie für das Leben“ stand. Im nächsten Schritt sollen die ozeanischen Gewächshäuser mithilfe von Crowdfunding zur Serienreife gebracht werden.

www.nemosgarden.com

Gärten der Welt: Über den eigenen Heckenrand schauen in Berlin

In den Gärten der Welt lässt sich auf 21 Hektar die Gartenkunst verschiedener Länder und Epochen eindrucksvoll erleben: Der „Garten des wiedergewonnenen Mondes“ ist Europas größter chinesischer Garten. Etwas kleiner, jedoch nicht minder berührend sind der Japanische „Garten des zusammenfließenden Wassers“ und der Balinesische „Garten der drei Harmonien“. Der „Garten der vier Ströme“ spiegelt die orientalische Gartenbaukunst wieder und der „Seouler Garten“ die koreanische. Die europäischen Gartenbaumeister sind durch einen italienischen Renaissancegarten sowie einen Irrgarten nach englischen und ein Labyrinth nach französischem Vorbild vertreten.

Als zehnter Themengarten wird nächstes Jahr der Englische Garten eröffnet. Anlass dafür ist die vom 13. April bis 15. Oktober 2017 stattfindende Internationale Gartenausstellung Berlin (IGA). 2010 erwarb das Land Berlin insgesamt 22 Hektar des westlich angrenzenden Geländes. Damit hat sich die Größe des mit dem Signet „Reisen für alle“ dekorierten Parks verdoppelt. Aktuell sind die Gärten der Welt die einzige dauerhafte Parkanlage bundesweit, die für ihre behindertengerechte Nutzung ausgezeichnet wurde.

gruen-berlin.de/gaerten-der-welt

Habt Ihr einen der vier Gärten schon besucht oder könnt uns andere schöne Gartenanlagen empfehlen? Wir freuen uns auf Eure Kommentare! 😉

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6 Kommentare

Karsten Hiller

Garden-Bridge – was für eine schöne Idee! Ich bin auf die Umsetzung gespannt.

Ich mag sehr die naturnahe Gärten, dort wo Mensch Ruhe und Erholung findet. Die „Gärten der Welt“ solltet Ihr unbedingt von dieser website entfernen. Sie haben nichts mehr mit dem Begriff „Garten“ gemein. Hier dominieren jetzt Beton, Asphalt und Stahl. Schade um die schöne Landschaft. Pflanzen sind hier nur noch ein schmückendes Beiwerk. Die botanische Idee ist im Laufe der Zeit vollkommen abhanden gekommen. Hinzu kommt die hohe Lärmbelästigung durch die häufigen Partys und Veranstaltungen. Außerdem ist der Park-Betreiber ein langjähriger Partner des zwielichtigen Nestlé-Konzerns und verantwortlich für die Verdrängung der Bevölkerung aus ihrem Naherholungsgebiet, für die Tötung und Vergrämung vieler Wildtiere etc.

Stefan Vom Kienberg

Guten Tag liebe Freunde der grünen Natur. Die Grundidee des Artikels ist grandios. Weniger grandios ist allerdings die scheinbare Verbindlichkeit urbaner Natur mit den Gärten der Welt in Berlin-Marzahn. Liebe Autorin, gern führe ich Sie einmal persönlich in der Umgebung „Gärten der Welt“ und die unmittelbare Umgebung. Kostenlos versteht sich. Für die Internationale Gartenaustellung (IGA 2017) wurde sehr viel Natur zerstört, Lebensräume von Tieren dem Erdboden gleich gemacht. Geben Sie bitte in Google folgende Suchbegriffe ein: „Keinzaun Nestle“ , Keinzaun nvdb16″. Wir sind direkte Anwohner hier in Berlin-Marzahn und haben einen stetigen Informationsaustausch mit Biologiewissenschaftlern. Ich kenne zwar Herrn Hiller nicht, jedoch unterstreiche ich den Punkt mkt den Baustoffen: Stahl, Beton und Asphalt. Wenn Sie Interesse haben, vermittel ich Ihnen für Ihren nächsten Artikel einen souveränen und kompetenten Partner der sich mit den Gärten der Welt und Umgebung bestens auskennt. Mit freundlichen Grüßen ihr Stefan Vom Kienberg

Günther Retlaf

Ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen und finde sie sehr interessant. Für mich haben Gärten etwas mit Obstbäumen, blühenden farbenfrohen Blumenbeeten, einer Wiese mit Löwenzahn und Gänseblümchen, mit Ruhe und Entspannung, Vogelgezwitscher und Schmetterlingen und Bienensummen zu tun. Die Gärten der Welt bieten von all dem leider nichts. Steril, totgepflegt, bebaut u. langweiliger kurzgeschorener Rasen.
Nur vereinzelt blüht dort noch was. Dafür ist der Eintritt viel zu teuer. Nun werden für die IGA 2017 von der umliegenden Wohlfühlnatur große Flächen ebenfalls in einen künstlichen Park umgestaltet. Lebensräume von vielen Tieren, darunter streng geschützten Tierarten werden dadurch für diese Tiere nicht mehr nutzbar. Ich bin sehr erstaunt, aber auch sehr erfreut darüber, dass sich hier bereits schon Leute zu Wort gemeldet haben, die das ähnlich kritisch sehen wie ich. Stahl, Beton, Asphalt, Bodenversiegelungen, Bauwerke, das alles hat für mich nichts mit einem schönen Garten zu tun. Warum muss man ein renaturiertes naturnahes Kleinod, wie den Kienberg und das Wuhletal mitten in der Stadt in einen totgepflegten Park umwandeln. Das will mir einfach nicht in den Kopf.
Wie hier schon erwähnt wurde, leben die Gärten der Welt fast nur noch von Events. Wohlfühlen kann man sich dort schon lange nicht mehr. In der Woche rattern die Rasenmäher und Heckenscheren, zur Zeit kommt noch jede Menge Baulärm und
– schmutz dazu. An den Wochenenden und zu Events ist es dort laut und der Eintritt überhöht. Das gastronomische Angebot ist nicht besonders und das Personal dort schnell überfordert. Tja und was mir auch großes Kopfzerbrechen bereitet ist, dass der Betreiber der Gärten der Welt auch noch damit Werbung macht, dass bereits seit 25 Jahren eine gute Zusammenarbeit mit dem Nestle´- Konzern besteht. Ausgerechnet Nestle´, der weltweit für Negativschlagzeilen sorgt u.a. mit schmutzigen Geschäften mit dem Trinkwasser.
Zu einer IGA stellt man sich eine bunte Blumenvielfalt und alles, was so zu einem schönen Garten dazu gehört vor. Aber wie schon erwähnt, geht es hier fast nur ums Bauen. Das Bauen in der freien, bisher unbebauten Natur hat leider zur Folge, dass wichtige Feuchtgebiete und Kleingewässer trockengefallen sind. Während die Garden Bridge, die Sie hier vorstellen, eine interessante Idee ist, hat man hier eine schlichte Corten – Stahl-Brücke über die Landschaft gebaut. Kinder und Rollstuhlfahrer können überhaupt nicht über die Brüstung schauen und der Boden ist ein Gitterrost. Schön ist etwas anderes.
Ich bin sicher, dass es deutlich schönere Gärten als die Gärten der Welt gibt und ich bin der Meinung, dass man eine IGA, die ökologische Schäden anrichtet u. bei der Stahl, Beton u. Asphalt dominieren, nicht noch bewerben sollte.

Monika

Kann es sein, dass hier Lobyarbeit gegen die „Gärten der Welt“ geleistet wird?

21 grad Redaktion

Lieber Karsten, lieber Stefan, lieber Günther, lieber Teztlaf und liebe Monika,

vielen Dank für Eure Kommentare. Wir freuen uns über jede Rückmeldung – egal ob Kritik oder Lob. Zunächst einmal Merci für das Lob für unseren Blog und diesen Beitrag, das freut uns sehr. Nicht ganz glücklich scheint Ihr über die Passage zu den „Gärten der Welt“ in Berlin zu sein. Uns ist bewusst, dass es hierzu auch kritische Stimmen gibt. Und sicher können diese auch viele Menschen nachvollziehen. Uns aber geht es in erster Linie darum, eine Vielfalt an schönen, unterschiedlichen Gartenanlagen vorzustellen. Und wie so oft liegt hier die Schönheit im Auge des Betrachters. Und sicher gibt es auch viele Menschen, die auch die „Gärten der Welt“ schön finden. Wir wollen an dieser Stelle gar nicht eine bestimmte, subjektive Sichtweise einnehmen. Wir wollen informieren und vielleicht auch ein wenig zur Diskussion anregen. Das ist uns auf jeden Fall schon einmal geglückt… 😉

Sonnige Grüße
Das 21 grad Team

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