Interview Dr. Tillmann von Schroeter
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Energie ist ein Thema, das immer gut zu mir gepasst hat.

 

Unser Chef feiert ersten Geburtstag – als Geschäftsführer von Vaillant Deutschland. Grund genug, um sich den Menschen hinter dem Chef einmal genauer anzuschauen. Wir haben Dr. Tillmann von Schroeter zum Interview gebeten und einen entspannten Menschen mit vielen Kindern im Garten und spannenden Büchern auf dem Nachttisch getroffen.

21 Grad: Wollten Sie schon immer Geschäftsführer bei Vaillant werden?

Es gab nicht in Kindheitstagen den einen Traum vom Berufsleben. Ich habe das Thema während meiner Schulzeit sehr ausgeblendet und mich erst nach meinem Abitur damit beschäftigt, in welche Richtung ich gehen möchte. Es war wirklich ein breites Spektrum. Mein Vater ist Rechtsanwalt. Da stellte sich natürlich die Frage, ob ich nicht einfach in die Kanzlei einsteige. Das habe ich dann doch lieber gelassen. Da ich gut mit Zahlen umgehen kann, kam auch ein Ingenieursstudium in Frage. Letztlich ist es dann der Wirtschaftsingenieur geworden, weil ich nicht ganz so einseitig-technisch aufgestellt sein wollte. Erst in der zweiten Hälfte des Studiums habe ich mir die Frage gestellt, wohin es denn mal gehen soll. Nach dem Studium ging es dann erst einmal in die Beratung. Ein klares Indiz, dass da erst einmal noch gar nichts klar war, wohin es wirklich gehen sollte. Erst da bin ich Richtung Energiewirtschaft gegangen und habe mich dort sehr wohl gefühlt. Energie ist ein Thema, das immer gut zu mir gepasst hat. Es geht um Effizienz und Nachhaltigkeit, die Kombination aus beidem passt für mich persönlich sehr gut. Und darum hat sich das so weiterentwickelt. Irgendwann haben sich Türen aufgetan und ich bin in diese Türen reingegangen. Ich könnte jetzt nicht behaupten, dass vorher schon einen fünfzehnjährigen Masterplan gab. Es gab vielmehr Chancen, die ich gerne ergriffen habe.

21 Grad: Den klassischen Traum vom Lokomotivführer gab es nicht?

Nicht wirklich. Dann schon eher bei meinen Kindern. Mein älterer Sohn wird Landwirt und der jüngere träumt gerade vom Fußballprofi-Dasein. Allerdings ist der jüngere erst drei, da ist noch sehr viel Spiel drin.

21 Grad: Für Vaillant konnten Sie Ihre Kinder bisher noch nicht begeistern?

Der Hase ist in jedem Fall bei uns ständiger Begleiter. Es heißt auch nicht, wir fahren jetzt mit Papas Auto, sondern wir fahren dann mit dem Häschen Auto. Die Marke ist sehr präsent. Der Hase ist auch ein beliebtes Tier zu Hause. Sie haben aber jetzt noch keine Absichten verlauten lassen, bei Vaillant anzufangen. Was ich aber gerne zusammen mit etlichen Kollegen mache: Ich bringe die Kinder am letzten Tag vor Weihnachten mit in die Firma, um ihnen einfach eine Vorstellung davon zu geben, wo ich den ganzen Tag verschwinde, wie es hier aussieht und was ich den ganzen Tag über mache.

21 Grad: Was machen Sie an freien Wochenenden, wenn die Bürotüren mal geschlossen sind?

Ich war letztens einmal auf einem Yoga-Seminar. Meine Frau macht viel Yoga und ich wurde dann jetzt länger bearbeitet und habe mich dann auch mal tatsächlich zu einem Yoga-Seminar breitschlagen lassen. Ich bin dafür eigentlich auch geeignet, ich habe nur das genetische Problem, dass ich verkürzte Adduktoren habe. Bei allem, was sich in dem Bereich abspielt, brauche ich sehr viel Unterstützung.

21 Grad: Und wenn Sie nicht gerade auf Yoga-Seminare gehen?

Da ist die Familie klar im Zentrum, weil ich unter der Woche dafür weniger Zeit habe. Ich versuche, wenn ich da bin, wenigstens zu Hause zu frühstücken und vor 20 Uhr wieder zu Hause zu sein, um dann alle noch einmal zu sehen bevor sie ins Bett gehen. Aber das ist natürlich nur eine sehr begrenzte Zeit. Am Wochenende versuche ich, Samstagmorgens mit meinen Kindern Tennis zu spielen. Anschließend wird ausführlich gebrunched. Und dann holen mich am Wochenende auch meine häuslichen Pflichten ein. Dann darf ich irgendwas im Garten schnipseln oder irgendwas reparieren. Der Tsunami aus vier eigenen Kindern und drei bis vier Besuchskindern, der bei uns tobt, der arbeitet hart am Material. Und Reparaturarbeiten sind ganz klar in meinem Kompetenzbereich. Und sonntags sind wird dann häufig auch mal gemeinsam als Familie unterwegs.

21 Grad: Das Ingenieursstudium war schon aufgrund der Kindermenge Pflicht…

Ja, ja, ich bin aber doch eher der Theoretiker. Ich gebe mein Bestes beim Reparieren, aber ich würde nicht sagen, dass ich es zum Meister gebracht habe.

21 Grad: Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch – sollten Sie nicht in den Mittagsschlaf finden?

Buch und Mittagsschlaf gehen bei mir hervorragend zusammen. Momentan liegt da der Trafikant. Ich schaffe es an verlängerten Wochenenden und im Urlaub ganz gut, Bücher zu lesen. Am letzten verlängerten Wochenende habe ich „Unterleuten“ von Julie Zeh gelesen.

21 Grad: Oh, die muss man aber abkönnen…

Das war eigentlich ganz witzig. Es ist eine „raus aus Berlin gezogen“-Geschichte. Und da ich ja selbst länger in Berlin war, waren da einige Anknüpfungspunkte. Ich sehe auch, dass Berliner Freunde den Weg machen, neben dem Stadtleben raus aus Berlin zu gehen. Daher war es ganz witzig, weil es diese Anknüpfungspunkte gab.

21 Grad: Wofür würden Sie ein Sabbatical nutzen? Können Sie sich das überhaupt vorstellen?

Bevor ich 2006 zu Vaillant gekommen bin, hatte ich tatsächlich schon einmal ein Sabbatical. Als mein erster Sohn vor gut zehn Jahren geboren wurde, gab es leider noch keine Elternzeit. Die habe ich mir dann selbst gebastelt. Da hatte ich dann drei Monate, in denen wir sehr viel gereist sind. Ich denke, wenn die nächste Möglichkeit für so etwas da wäre, würde die Hälfte des Sabbaticals für eine schöne Reise draufgehen. Das wäre mal spannend mit allen zusammen. Das würde mittlerweile auch gut gehen. Unser Kleinster ist mittlerweile drei. Das ist jetzt so die Zeit, in der Reisen wieder gut und auch entspannt geht. Weil er sich dann auch in Städten ganz gut orientieren kann. Und es würde auch einiges an Sport dabei sein. Ich würde zum Beispiel gerne einmal mit dem Mountainbike über die Alpen fahren. Das schiebe ich momentan immer wieder, weil es doch schwierig ist, dann noch mal irgendwo eine Woche rauszuschneiden. Das schaffe ich nicht ganz. Aber diese Aspekte wären da sicherlich auch mit drin.

21 Grad: Welche Strecke – die österreichische oder die Schweizer Strecke?

Ich denke, die österreichische. Ich habe eine große Affinität zu Österreich.

21 Grad: Wohin würden Sie in Ihrem Sabbatical reisen?

Ich hätte Spaß daran, hier mit dem Wohnmobil loszufahren und dann durch Spanien Richtung Marokko runterzufahren. Ich habe schon viel Spannendes über Marokko gehört. Und ich hätte auch Lust, sozusagen mit der Familie eine Roadstory zu schreiben. Ich glaube, das passt auch ganz gut mit einem größeren Camper durch die Gegend zu fahren. Mit sechs Leuten haben wir immer eine Menge Geraffel dabei.

21 Grad: Unter sieben Metern kommen Sie da nicht los. Kommen Sie denn mit der Hitze in Marokko klar? Oder würden Sie die Tour im Winter machen?

Ich komme ja aus Karlsruhe, dem subtropischen Teil Deutschlands. Also, mit Hitze habe ich eigentlich nicht so viele Probleme. Klar, wenn wir das jetzt im Juli oder August machen würden, dann ist es natürlich super heiß, aber wenn man im Frühjahr, April, Mai losfährt, dann hat es noch einmal andere Temperaturen.

21 Grad: Ganz herzlichen Dank für das Gespräch!


Dr. Tillmann von Schroeter

Dr. Tillmann von Schroeter

Dr. Tillmann von Schroeter in 90 Sekunden

Kaffee oder Tee?
Tee

Rotwein oder Bier?
Bier

Duschen oder Baden?
Duschen und Schwimmen. Ich schwimme sehr, sehr gerne.

Drinnen oder Draußen?
Draußen.

Stadt oder Land?
Früher lange, lange Stadt und je größer desto besser. Seit Familie ist der Deal Land. Deutlich entspannter.

Käse oder Schinken?
Käse.

Brötchen Ober- oder Unterhälfte?
Oben.

Süß oder herzhaft?
Herzhaft.

Fernsehen oder Buch?
Buch.

Sterne-Restaurant oder Picknick im Freien?
Ich bin kein so riesiger Picknicker. Grillen draußen wäre die Präferenz. Als Badener kann ich aber auch sehr gute Küche äußerst genießen.

Lieblingskleidungsstück?
Das sind meistens abgeranzte Jeans.

Lieblingsort?
Wir haben eine Hütte in den österreichischen Bergen. Das ist der Ort der Ruhe und des Familienglücks.

Lieblingsgericht?
Maultaschen.

Lieblingsverein?
Die Perle Badens, die es einem nicht so ganz einfach macht: der Karlsruher Sportclub.

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2 Kommentare

Karsten Broska

Tillmann, wir fahren zusammen mit dem Mounty über die Alpen

21 grad Redaktion

Wir freuen uns immer über Bilder! 😉

Liebe Grüße
Die 21 grad Redaktion

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