Kleine Kinder spielen in einem Bach. Der Bachlauf ist gesäumt von saftig grüner Wiese.
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Abwasserkosten lassen Wasserpreise steigen! Was jeder für eine günstigere Abwasseraufbereitung tun kann.

 

Sauberes Trinkwasser ist bei uns eine Selbstverständlichkeit. Aber das kostet, wie ein Blick auf die Wasserrechnung zeigt. Erstaunlich ist dabei, dass schmutziges Abwasser deutlich teurer ist als sauberes Trinkwasser. In erster Linie liegt das an dem immer größeren Aufwand für die Abwasseraufbereitung. Hier ein paar Tipps was jeder tun kann, damit die Reinigung von Abwasser günstiger wird.

Abwasser muss abtransportiert werden

Natürliches Rohwasser zu fördern ist deutlich günstiger, als dreckiges Abwasser abzutransportieren. Was wir als Verbraucher tun können, damit die Wasserpreise nicht weiter steigen, wird besonders drastisch an dem „Fettkoloss von London“ deutlich. Er bestand aus einer gigantischen Ansammlung von Müll, Feuchttüchern, Windeln und anderen Hygieneartikeln – und verstopfte das komplette Abwassersystem. Mit dem Abwasser entsorgtes Fett und Speiseöl lieferte den Klebstoff für diesen 250 Meter langen und 130 Tonnen schweren Müllberg. Dass die Entsorgung extrem teuer war, versteht sich von selbst. Vor allem Feuchttücher, die in die Toiletten geworfen werden, sorgen aber auch in deutschen Abwassersystemen für erhebliche Schäden – beispielsweise an den Pumpen. Die Quittung sind dann: steigende Wasserkosten.

Ergo: Essensreste und Öl aus der Fritteuse  gehören nicht ins Abwasser und nicht in die Toilette.

Die 5 teuersten Umweltsünden und Treiber von Wasserkosten

Was weder in den Abfluss noch in die Toilette darf sind …

  • Hygieneartikel, insbesondere Feuchttücher
  • Medikamente
  • Lacke und Lackverdünnungen
  • Motoröl und Haushalts-Chemikalien
  • Essensreste

Abwasser muss geklärt werden

Eine Frau lässt aus dem Wasserhahn Wasser sanft über ihre Hand laufen. Trinkwasser ist spürbar lebenswichtig.

Trinkwasser ist kostbar und kostet. Schwarz auf weiß steht das auf jeder Rechnung vom Wasserversorger.

Rohwasser zu Trinkwasser aufzubereiten ist deutlich günstiger als die Abwasseraufbereitung. Denn damit Abwasser wieder gefahrlos dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt werden kann, muss es gefiltert und aufwendig gereinigt werden. Das übernehmen in den meisten Fällen die Klärwerke. Was hier so alles anschwimmt, ist enorm – im Prinzip alles, was durch das Abflussrohr der Toilette passt: Schuhe, Autoteile, Kleidungsstücke … Auf dem Weg zur Kläranlage haben diese Feststoffe schon so manche Pumpe beschädigt. Die Reparaturkosten dafür finden sich auf der Wasserrechnung in den Grundkosten wieder. Im Klärwerk selbst ist es leicht, das Abwasser von Feststoffen zu befreien. Der Müll wird einfach mit einem Rechen entfernt. Allerdings erhöht dessen weitere Entsorgung dann ebenfalls die Wasserpreise.

Deutlich aufwändiger ist es aber, die organischen Stoffe aus dem Abwasser zu beseitigen. Dafür werden Bakterien eingesetzt. Deshalb ist es ein Tabu, chemische Produkte wie Lacke, Lackverdünner oder Medikamente in das Abwasser zu leiten. Sie können die biologische Reinigung durch Bakterien erschweren, im schlimmsten Fall sogar verhindern. Konsequenz auch hier: deutlich steigende Wasserkosten.

Bevor das Abwasser dann wieder in die Flüsse geleitet werden kann, wird es in der Regel noch chemisch neutralisiert. Diskutiert wird dafür derzeit eine vierte Reinigungsstufe in den Klärwerken. Sie soll Rückstände von Arzneimitteln ausfiltern, die über menschliche Ausscheidungen in das Abwasser gelangen. Außerdem soll das besonders kritische Mikroplastik aus dem Abwasser entfernt werden. Schätzungen gehen von etwa 500 Mio. Euro Mehrkosten pro Jahr aus, wenn in Deutschland eine vierte Reinigungsstufe für alle Klärwerke vorgeschrieben würde. Wie soll das finanziert werden? Vermutlich über die Wasserpreise.

Ein See, umrahmt von Gräsern in kräftigem Grün. Eine aufwendige Abwasseraufbereitung ist erforderlich, damit es wieder in die Gewässer fließen darf.

Bei steigenden Wasserpreisen denken die meisten an die Kosten für Trinkwasser. Doch damit Abwasser wieder dem natürlichen Kreislauf zuführt werden kann, muss es aufwendig geklärt werden. Auch diese Kosten können wir beeinflussen.

Was können wir hier gegen steigende Wasserkosten tun? Auf Medikamente verzichten eher nicht. Allerdings könnten wir Pflegeprodukte sorgfältiger auswählen. Denn viele Kosmetika erhalten Mikroplastik für das Haut-Peeling oder als Bindemittel. Aber es geht auch ohne. Der BUND aktualisiert ständig einen Einkaufsratgeber mit Pflegeprodukten ohne Mikroplastik.

Fazit

Fakt ist: Sauberes Trinkwasser kostet – und ist kostbar, auch im regenreichen Deutschland. Deshalb ist Wasser sparen ein besonders wichtiger Beitrag auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Mindestens genauso wichtig ist allerdings, auch das Abwasser im Blick zu haben. Denn die Abwasseraufbereitung macht einen großen Teil des Wasserpreises aus. Und über das Abwasser gelangen außerdem schädliche Stoffe in die Umwelt.

Was macht ihr, um Wasser nachhaltig zu gebrauchen? Schreibt hier eure Ideen und Anregungen! Das hilft uns allen.

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