Eine Familie bestehend aus Mutter, Vater, einem Mädchen und einem Jungen fahren bei Sonnenschein über einen Waldweg.
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So machst du dein Fahrrad fit für den Sommer

 

Der Sommer steht vor der Tür und das gute Wetter lockt ins Freie … und aufs Fahrrad. Für den Weg zu Freunden oder zur Arbeit, das Fahrrad wird immer beliebter in Deutschland: Im Jahr 2023 hat die Anzahl an Fahrrädern einen Spitzenwert von 84 Millionen erreicht. Damit gibt es fast so viele Zweiräder wie Einwohner in Deutschland. Radfahren bringt nicht nur den Kreislauf in Schwung, sondern ist auch noch eine richtig nachhaltige Alternative zum Pkw. Laut Umweltbundesamt können durch den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad circa 160g CO2 pro Personenkilometer eingespart werden. Noch nachhaltiger wird’s, wenn der Drahtesel gut gepflegt wird und dadurch länger hält. Wie das geht? Ganz einfach: Hier kommen die neun wichtigsten Punkte beim Fahrrad-Check.

1. Frühjahrsputz

Nach dem langen Winter im dunklen staubigen Keller lohnt es sich, das Fahrrad erst einmal gründlich zu reinigen. Dabei fallen eventuelle Mängel am Rad gleich mit auf. Am einfachsten lassen sich Staub und Schmutz mit Wasser und einem Fahrradeiniger oder Spülmittel beseitigen. Eine gute Hilfe kann ein Niedrigdruckreiniger sein, aber Vorsicht bei Hochdruckreinigern. Sie können leicht Verschmutzungen in Öffnungen beispielsweise das Innenlager am Antrieb oder die Dichtung an der Fahrradgabel pressen, die anschließend schwer zu reinigen sind. Bei den öligen Teilen des Rades wie Kette oder Radachse den Kontakt mit Wasser unbedingt vermeiden. Die Fahrradkette einfach mit einer Kettenbürste oder einem trockenen Tuch von leichten Verschmutzungen befreien.

Mit einer Fahrradpumpe mit Druckanzeige pumpt jemand den Reifen des Fahrrads auf.2. Let it roll: Reifen prüfen

Werft einen prüfenden Blick auf die Reifen, um mögliche Schäden, Fremdkörper oder Risse zu erkennen. Und wie steht es um das Reifenprofil? Sollte der Reifen nicht mehr ausreichend Profil haben oder das Material rissig oder spröde sein, tauscht den Reifen lieber aus. Nach der optischen Kontrolle den Reifendruck prüfen und gegebenenfalls Luft nachpumpen. Aber wie viel bar ist richtig? Das steht meist auf den Reifenaußenseiten.

3. Bremsen-Check

Wichtig für Verkehrstauglichkeit und Sicherheit sind die Bremsen. Vorderrad- und Hinterradbremse sollten gleichmäßig bremsen. Die Bremshebel sollten dabei leicht zu ziehen sein und die Querrillen an den Bremsklötzen erkennbar sein. Letztere lassen sich leicht mit einem Inbusschlüssel in die richtige Position und auf den richtigen Abstand zur Felge bringen. Der hängt von den eigenen Vorlieben ab: Je näher die Bremsklötze an der Felge stehen, desto intensiver gestaltet sich der Bremsvorgang. Vergesst nicht, auch die Kontakte und Kabelverbindungen zu prüfen und zu reinigen. Bei hydraulischen Bremsen hilft es gegebenenfalls die Leitungen zu entlüften.

4. Kette kontrollieren und ölen

Die Kette reinigt ihr zunächst mit einem trockenen Tuch oder einer Bürste. Danach müsst ihr unbedingt die Fahrradkette mit einem säurefreien Öl wie Kettenöl einfetten – jedes Glied und Gelenk einzeln, um Rost und Verschleiß bestmöglich vorzubeugen. Unter normalen Bedingungen hält eine Kette dann zwischen 3.000 und 6.000 Kilometer. Die Kettenblätter werden mit einem Entfetter wie Waschbenzin sauber: aufsprühen, einwirken lassen und mit einem Lappen Zahn für Zahn reinigen.

5. Komm in die Gänge: Schaltung prüfen

Eine geschmeidige Schaltung sorgt für Fahrspaß und Sicherheit. Ist die Schaltung verschmutzt, müsst ihr erst mit Bürste oder Zahnbürste ran. Die Schaltung keinesfalls entfetten, sondern mit Kettenöl reinigen und schmieren. Wenn es seltsam knackt oder sogar Gänge übersprungen werden, ist es ratsam, die Gangschaltung von einem Profi checken zu lassen.

6. Sehen und gesehen werden: Lichttest

Auch die Beleuchtung verdient einen gründlichen Check. Zunächst schauen, ob Vorder- und Rücklicht funktionieren. Bleibt es dunkel, lohnt ein Blick auf die Kabelverbindungen oder das Leuchtmittel muss getauscht werden. Manchmal sind auch die Kontakte schmutzig. Bei batterie- oder akkubetriebenen Lampen heißt es, vor der ersten Fahrt die Batterie tauschen bzw. die Akkus laden. Für gute Sichtbarkeit sind saubere Reflektoren an den Speichen wichtig. Schaut nach brüchigen Katzenaugen und tauscht diese aus. Laufen beide Räder rund? Verbeulte oder brüchige Felgen und defekte oder schiefe Speichen sind Fälle für den Profi und sollten getauscht werden, um weitere Schäden am Rad oder gar Unfälle zu vermeiden.

Ein Mann und ein Junge knien lächelnd vor einem Fahrrad, das auf Sattel und Lenker steht. Der Mann hält ein Werkzeug in der Hand.7. Schrauben nachziehen

Lenker, Kurbel oder Kettenblätter – alle Schrauben überprüfen und bei Bedarf nachziehen. Dabei unbedingt an die Schrauben an den Schutzblechen oder unter dem Fahrradkorb denken. Packt euch für unterwegs ein Toolkit in die Satteltasche, damit ihr noch einmal nachziehen könnt, falls es klappert.

8. Klingel ist Pflicht

Eine Klingel ist im Straßenverkehr vorgeschrieben. Damit sie im Ernstfall auch wirklich einsatzbereit ist, ab und zu kräftig durchklingeln.

9. Vorsehen statt zu Fuß gehen: Fahrradschloss

Um es potenziellen Langfingern möglichst schwer zu machen, lohnt sich ein gutes Schloss. Faustregel: Das Fahrradschloss sollte etwa fünf bis zehn Prozent des Neupreises des Rades wert sein, das es schützen soll. Bügelschlösser gelten als die sicherste Wahl. Für alle Arten der Schlösser gilt zu überprüfen, ob das Schloss gut einrastet und sich auch einwandfrei wieder öffnen lässt. Hakt es, kann etwas Fett helfen.

Mit ein bisschen Reinigung und Pflege bleibt der Drahtesel gut in Schuss. Dann heißt es Helm auf, aufsteigen und die Fahrradtour kann starten.

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