16 Lesern gefällt das

Unterwegs auf Holz und Bambus

 

Wer radelt statt Auto zu fahren, schont die Umwelt. Nun wird das Transportmittel noch grüner – mit nachhaltigen Baustoffen.

Fahrradfahrer, die sich ein grünes Bike zulegen möchten, haben die Wahl zwischen Holz und Bambus. Holz ist als nachwachsender Rohstoff in Deutschland alltäglich, bietet festes Baumaterial und lässt sich gemäß PEFC- und FSC-Siegel zertifizieren. Noch interessanter unter ökologischen Aspekten ist allerdings Bambus, der in China und einigen Regionen Afrikas zu finden ist: Das Gras wächst schnell, bindet gleichzeitig große Mengen an Kohlenstoffdioxid und produziert viel Sauerstoff. Zugleich ist Bambus durch großflächige Wurzelsysteme gut im Boden verankert und stirbt so durch Fällen des Stammes nicht ab. Umweltschonend ist auch der Anbau: Für die Züchtung sind kaum Düngemittel und künstliche Bewässerung notwendig. Darüber hinaus verfügt Bambus über gute Materialeigenschaften: Außen hart und innen weich lässt er sich besonders unkompliziert verbauen. Die einzigen Nachteile sind derzeit die hohen Transportkosten und die fehlende PEFC- und FSC-Zertifizierungen bei Bambus. Informiert Euch daher vor dem Kauf gründlich über den Anbieter und seine Bezugswege. Wir haben eine Auswahl für Euch zusammengestellt:

Exotisch: Ein Fahrrad aus Bambus

Einer der Hersteller von Bambusfahrrädern ist my Boo aus Norddeutschland, der Bambus aus Ghana nutzt. Das Gras wächst dort wild am Straßenrand und ist daher einfach zu bekommen. Hinter my Boo stecken Maximilian Schay und Jonas Stolzke, die das Engagement für den Umweltweltschutz mit einem sozialen Projekt verbinden: Junge Erwachsene in Ghana fertigen die Fahrradrahmen – das bekämpft gleichzeitig die Jugendarbeitslosigkeit. Sie trocknen die Rohre, fixieren sie mit Aluminium, umwickeln sie mit harzgetränkten Hanfseilen und schleifen sie von Hand ab. In Deutschland entsteht dann aus dem Rahmen ein Rad. My Boo ist nicht der einzige Hersteller, der auf Bambus setzt. Das Münchener Unternehmen Zuri lässt seine Rahmen in Sambia herstellen und unterstützt damit ebenfalls soziale Projekte. Die Preise für ein Rad von my Boo und Zuri liegen zwischen 1.600 und 4.000 Euro.

Klassisch: Fahrräder aus Holz

Wer es lieber klassisch mag und auf heimische Gewächse setzen möchte, der ist mit den Fahrradherstellern Waldmeister-Bikes und Sandwich Bikes gut bedient. Beide Hersteller verwenden Buchenholz für ihre Rahmen. Waldmeister-Bikes achtet vor allem auf FSC-zertifizierte Hölzer. Besonders originell sind die Fahrräder von Sandwich Bikes. Als besonderer Clou kann der Käufer hier sein Rad selbst zusammenbauen. Der Eigenbau senkt die Produktionskosten und Umweltauswirkungen. Die Preise für die Holzräder liegen etwa zwischen 1.000 und rund 13.000 Euro.

16 Lesern gefällt das

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.