Vorstand der KRAKE auf der Müllfalle / v.l.n.r.: Jan Odenthal, Franz Roling, Christian Stock | Copyright: Simon Taal / KRAKE e.V.

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Rheinkrake in Aktion: Wie Kölns Wasserhelden den Fluss retten

 

Im Rhein schwimmt so einiges, leider längst nicht mehr nur Fische und Schilf sondern ziemlich viel Müll. Und für den fühlte sich niemand wirklich verantwortlich. Doch seit 2018 gibt es nun den Verein Krake. Gegründet von zwei Freunden hat er sich der Mission verschrieben, den Rhein von Plastikmüll zu befreien. Mittlerweile ist Krake e. V. zu einem wichtigen Akteur im Kampf gegen die Verschmutzung unserer Gewässer geworden.

Müllsammler am Rheinufer

Deutzer Aktion beim Rhine CleanUp 2019 (Fotograf: Jan Odenthal)

Die Arbeit des Vereins basiert auf der Überzeugung, dass der Schutz unserer Umwelt eine gemeinschaftliche Anstrengung erfordert und jeder Einzelne einen Beitrag leisten kann. Mit einem engagierten, ehrenamtlichen Team und kreativen Lösungen tritt Krake e. V. gegen eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit an: die Verschmutzung der Wasserwege durch Plastik und anderen Müll. Denn: Jeden Tag schwimmt eine Tonne Müll aus dem Rhein in die Nordsee.

„Krake“ steht übrigens für Kölner Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit. Das Herzstück des Vereins bilden die zahlreichen Freiwilligen, die bei regelmäßigen Sammelaktionen am Rheinufer und an anderen Orten in Köln aktiv werden. Jede helfende Hand ist willkommen, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Die Rheinkrake: Eine schwimmende Müllfalle

Neben den Sammelaktionen hat Krake e. V. mit der „Rheinkrake“ ein innovatives Projekt ins Leben gerufen. Diese schwimmende Müllfalle wurde speziell entwickelt, um Plastik und andere Abfälle effektiv aus dem Fluss zu sammeln, ohne die Schifffahrt oder das aquatische Ökosystem zu stören. Die Konstruktion beruht auf einem einfachen, aber genialen Prinzip: Sie funktioniert im Grunde wie ein großes Sieb. Die Strömung treibt den Müll durch ein Gitter mit Löchern in einen Fangkorb. Der Fangkorb wird alle zwei Wochen von ehrenamtlichen Helfern geleert. Die Rheinkrake ist in Köln-Deutz stationiert und schon seit 2019 im Einsatz. Allein in den ersten 14 Monaten hat die Rheinkrake ungefähr 20.000 Teile mit einem Gewicht von 1.6 Tonnen aus dem Fluss gesammelt.

 

Den Betrieb und die Leerung der Müllfalle übernehmen die Ehrenamtlichen des Vereins. Im Nachgang wird der Müll sortiert, getrennt und dokumentiert. Dabei sind die Helferinnen und Helfer sehr genau; jedes Müllstück wird begutachtet und kategorisiert. Das ist wichtig, damit die Dokumentation, einheitlich und damit innerhalb Europas vergleichbar ist. Denn aus den Daten erstellt der Verein Berichte und Studien, aus denen sich Handlungsempfehlungen und Präventivmaßnahmen ableiten lassen. Die Erkenntnisse aus der Müllsammlung tragen also dazu bei, dass zukünftig weniger Müll in die Flüsse gelangt.

Die „Rheinkrake“ ist nicht nur ein Beispiel für praktischen Umweltschutz, sondern auch für innovative Technologie, die zeigt, wie technische Erfindungen positive ökologische Auswirkungen haben können.

Ein Blick über die Grenzen: Grachtenreinigung in den Niederlanden

Während die Kölner „Rheinkrake“ umweltbewusst gegen Plastikmüll im Fluss ankämpft, setzen die Niederlande auf eine eigene Tradition der Gewässerreinigung, besonders in ihren berühmten Grachten: In Städten wie Amsterdam, Utrecht und Groningen gehört das regelmäßige Herausfischen von Fahrrädern aus den Wasserwegen fast schon zum kulturellen Erbe. Jahr für Jahr ziehen spezialisierte Reinigungsteams tausende Fahrräder aus den Kanälen, ein Zeugnis der engen Beziehung zwischen den Niederländern und ihren Fahrrädern sowie dem städtischen Leben am Wasser.

Diese Reinigungsaktionen finden in der Regel einmal jährlich statt und sind sowohl aus ökologischer als auch aus sicherheitstechnischer Sicht von Bedeutung. Die Teams setzen dabei auf spezielle Bergungsschiffe, die mit Greifarmen und Netzen ausgestattet sind, um die Fahrräder und anderen Unrat aus den Grachten zu bergen. Diese Praxis trägt nicht nur zur Sauberkeit und Attraktivität der Wasserwege bei, sondern schützt auch die maritime Flora und Fauna.

Gegen die Müllflut: Jede Maßnahme zählt

Egal ob behördlich organisiert, wie in den Niederlanden oder privat wie in Köln: Für unsere Gewässer zählt jedes Stück Müll, das entfernt wird, um sie für unsere nachkommenden Generationen zu bewahren. So könnt ihr mitmachen:

  • Hilf bei einer Sammelaktion: Nicht nur Krake e. V., sondern auch weitere Organisationen rufen zu Sammelaktionen auf. So initiiert beispielsweise der NABU den Coastal Clean Up Day, bei dem Freiwillige zusammenkommen, um Küstenabschnitte von Müll zu befreien.
  • Spende Sachmittel: Für Müllsammelaktionen werden immer wieder Spenden von Materialien wie z. B. Müllsäcken, Handschuhen und Greifzangen benötigt. Wenn du selbst nicht mitsammeln kannst, ist auch das eine sinnvolle Unterstützung.
  • Finde lokale Initiativen: In vielen Städten und Gemeinden gibt es lokale Initiativen, die sich für die Sauberkeit der Umwelt einsetzen. Informiere dich online oder in deiner Gemeinde, welche Möglichkeiten es gibt, sich zu engagieren.
  • Verbreite die Botschaft: Hilf mit bei deinen Freunden und in der Familie ein Bewusstsein für das Müllproblem in den Gewässern zu sorgen.

Der Kampf gegen die Plastikverschmutzung ist eine große Herausforderung, aber mit vereinten Kräften können wir etwas verändern.

 

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