Fridays for Future
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Fridays for Future: Viel mehr als ein Schülerstreik

 

Warum für die Zukunft lernen, wenn diese gar nicht lebenswert ist? Diese Frage stellte vor gerade einmal drei Jahren eine völlig unbekannte schwedische Schülerin in den Raum und verweigerte den Schulbesuch. Heute ist Greta Thunberg das Vorbild einer weltweiten Bewegung. Unter dem Motto Fridays for Future fordern junge Menschen ein entschiedenes Handeln gegen den Klimawandel. Und sie sind nicht allein: Viele andere “for Future”-Gruppen unterstützen die Graswurzelbewegung.

Wochenlang saß Greta Thunberg ab Mitte August 2018 allein vor dem schwedischen Parlament. Jeden Freitag streikte die Schülerin. Sie wollte die Politik davon überzeugen, mehr für das Klima zu tun und damit die Zukunft zu retten. Gleichzeitig verbreitete sie Fotos von sich und einem Plakat mit der Aufschrift „Skolstrejk för klimatet“ (deutsch: Schulstreik fürs Klima) unter dem Hashtag #FridaysForFuture in Social Media.

Fridays for Future wird zur Bewegung

Fridays for Future in BerlinNach und nach schlossen sich immer mehr Schülerinnen und Schüler an. Die Bilder und die Idee gingen um die Welt. Bereits im Dezember begannen die ersten Schulstreiks in Deutschland; auch in vielen anderen europäischen Ländern zogen Schülerinnen und Schüler nach. Schon im März 2019 war eine globale Bewegung entstanden. Von Japan bis Kanada, Vanuatu und Mexiko – überall auf der Welt folgten junge Menschen Gretas Vorbild.

Das Pariser Abkommen als zentrales Ziel

HundDas Ziel von Fridays for Future besteht darin, nicht nur auf die klimapolitischen Missstände hinzuweisen, sondern die Politik zu konkreten Maßnahmen zu bewegen. Dabei spielt das Pariser Klimaabkommen eine zentrale Rolle: Darin verpflichteten sich 195 Vertragspartner, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius und möglichst unter 1,5 Grad Celsius zu beschränken. Dennoch reichen nach aktuellem Stand der Wissenschaft die klimapolitischen Maßnahmen vieler Ländern – darunter auch Deutschland – längst nicht aus, um dieses Ziel einzuhalten.
Die deutschen Fridays for Future-Gruppen fordern die Regierungen auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene auf, die Klimakrise als solche zu benennen und sofort zu handeln. Konkret verlangen die deutschen Fridays for Future-Gruppe folgende Maßnahmen:

  • ab sofort ein Viertel der Kohlekraftwerke abzuschalten
  • eine CO2-Steuer für Treibhausgasemissionen
  • das Ende aller Subventionen für fossile Energieträger
  • Klimaneutralität bis 2035
  • den gesamten Kohleausstieg bis 2030
  • eine vollständige Energieversorgung aus erneuerbaren Energien bis 2035

Fridays for Future sind zwar eine weltweite Bewegung, aber immer noch dezentral organisiert. Studierende, Schülerinnen und Schüler machen den Großteil der Aktiven bei den Demonstrationen und Protestaktionen aus. Viele Menschen aus anderen Altersgruppen verfolgen die Proteste der jungen Menschen mit viel Respekt und Zustimmung.

Die Wissenschaft stimmt zu

ElternMittlerweile haben sich eine Vielzahl an sympathisierenden Unterstützergruppen gebildet, allen voran die Scientists for Future: Im März 2019 veröffentlichten 26.800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Schweiz, Österreich und Deutschland eine gemeinsame, viel beachtete Stellungnahme, in der sie Fridays for Future in allen Punkten Recht gaben. Hinzu kamen die Parents for Future (dt. Eltern für die Zukunft), die heute in 29 Ländern aktiv sind. Und auch die Omas for Future ließen nicht lange auf sich warten.

Unterstützergruppen: Alle für die Zukunft

Scientists for FutureSie alle stehen an der Seite von Fridays for Future, während sie für sich einen eigenen Bereich definieren. So sehen die deutschen Artists for Future (dt.: Künstler*innen für die Zukunft) ihre Aufgabe darin, das, was als gesellschaftliche Normalität wahrgenommen wird, mitzugestalten und damit auch die Frage, wie wir mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen umgehen.

Die Omas for Future möchten die politischen Forderungen der Fridays for Future-Bewegung durch gezielte Aufklärung rund um das Thema Klimawandel und Umweltschutz begleiten. Zu den Entrepreneurs for Future gehören in Deutschland über 1.000 Unternehmen, die den Beweis antreten möchten, dass es die technischen und wirtschaftlichen Alternativen, um den Klimawandel aufzuhalten, bereits gibt.

Klima-Pledge zur Bundestagswahl

Die Liste der Unterstützerinnen und Unterstützer ist lang. Die Website des For Friday-Bündnis führt über dreißig Initiativen auf. Sie definieren sich durch Berufe, Ernährungsstil, Alter, Religion oder Interessen. Sie unterstützen nicht nur die Fridays for Future, sondern auch den Klima-Pledge, ein gemeinsames Bekenntnis zu Klima- und Naturschutz. Darin versprechen die Unterzeichnenden, dass sie sich bei der kommenden Bundestagswahl für mehr Klimapolitik stark machen werden. Zum einen, indem sie sich verpflichten eine Partei zu wählen, die sich für einen sozial gerechten Klimaschutz einsetzt. Zum anderen, in dem sie mit den Menschen in ihrem Umfeld darüber sprechen, warum diese Wahl so wichtig für den Klimaschutz ist.

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