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Frühjahrsputz: Geht’s auch ohne Chemie?

 

Ein frühlingsfrisches Haus ist eine schöne Sache. Weniger angenehm ist der Weg dorthin: Der Mensch ächzt unter der Putzarbeit, die Umwelt leidet unter scharfen Reinigern. Das geht auch anders!

Drogerie- und Supermärkte warten mit einem wahrhaften Bataillon an Putzmitteln auf. Für jedes Zimmer, jeden Untergrund, jede Art von Verunreinigung gibt es einen Spezialreiniger. Viele Hersteller werben sogar damit, den Haushalt von Keimen zu befreien. Aber braucht man das wirklich? Eigentlich nicht. Ganz im Gegenteil, unsere Umwelt würde sich über weniger Reiniger sehr freuen. Darum rufen wir zu einem Frühjahrsputz ohne Chemie auf.

Dafür braucht ihr:

  1. schonende Reiniger
  2. gute Putzlappen
  3. etwas Muskelkraft
  4. ein kluges System

Frühjahrsputz: Flecken ohne Chemie entfernen

Frühjahrsputz

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Manche Verunreinigungen sind leider ziemlich hartnäckig. Genau dann greifen viele Menschen zu starken Reinigern. Aber ein wahrer Putzteufel weiß: Leichter geht es, wenn die Flecken einfach etwas einweichen. Auf Gebrauchsspuren auf dem Teppich streut man etwas Natron. Nach ein paar Minuten verschwindet das Pulver samt unschönem Grauschleier im Staubsauger. Im Bad funktioniert es genauso gut: Backpulver im warmen Wasser aufgelöst ist ein wirksames Mittel gegen verfärbte Fliesenfugen. Einfach mit der Sprühflasche auftragen und ein paar Minuten warten.

Noch mehr Tipps aus Omas Putzkammer: Essig und Zitronensaft entfernen Kalkrückstände, schwarzer Tee im Putzwasser lässt das Parkett erstrahlen und Olivenöl frischt Möbel aus Holz auf. Noch mehr Tipps für alternative Reiniger findet ihr in unserem Artikel „Nachhaltig leben“.

Umweltbelastung durch Putzmittel

Jedes Jahr werden in Deutschland 1,3 Millionen Tonnen Reinigungsmittel verkauft. 630.000 Tonnen davon landen in unserem Abwassersystem. Und diese Zahlen beziehen sich nur auf die Privathaushalte, der Verbrauch von Unternehmen kommt noch hinzu. Das sind einige Tonnen gute Gründe, den diesjährigen Frühjahrsputz mal ohne Chemie anzugehen.

Frühjahrsputz ohne Chemie: Was gehört dazu?

Ähnlich wie bei den Putzmitteln ist auch die Auswahl an Reinigungstüchern enorm groß. Hinter vielen Spezialfasern, die im Nu blitzblanke Oberflächen versprechen, stecken oft Kunstfasern. Tests zeigen, dass beispielsweise Mikrofasertücher beim Putzen, aber auch beim Waschen Mikroplastik abgeben. Und das wird immer mehr zum Umweltproblem! Denn es landet über unser Abwasser im Meer und damit auch in der Verdauung vieler Meeresbewohner. In weltweiten Tests wurde Mikroplastik auch schon beim Menschen nachgewiesen. Bei einem Frühjahrsputz ohne Chemie sollte man daher auch auf Mikrofasertücher verzichten.

Genau so gute Ergebnisse erzielen Putzlappen aus Baumwolle. Ideal dafür: alte Bettwäsche, Handtücher oder T-Shirts. Man muss sie lediglich auf die passende Größe zuschneiden. Wer Handarbeit mag, kann sich Putzlappen fix stricken oder häkeln. Im Handel gibt es ebenfalls gute Alternativen: Putztücher aus Baumwolle und Holzzellulose (z.B. Wischlinge) können später sogar auf den Komposthaufen.

Ohne Muskelkraft geht es nicht

Zugegeben, ein wenig Muskelkraft gehört auch dazu, um den Winter vollständig aus dem Haus zu putzen. Aber nicht vergessen: Beim Frühjahrsputz verbraucht man bis zu 200 Kalorien pro Stunde. Ein netter sportlicher Nebeneffekt. Für eine Erleichterung ist man trotzdem dankbar. Dafür kommt es auf die richtige Ausrüstung an. Kleine, aber sehr effektive Helferlein sind:

  • eine alte Zahnbürste für verunreinigte Ecken,
  • eine Drahtbürste oder -schwämme für festgebackene Flecken,
  • gutes Fensterleder oder einen Abzieher
  • und zerknülltes Zeitungspapier zum Polieren, für einen garantiert streifenfreien Blick.

Frühjahrsputz ohne Chemie: Wie fange ich an?

Wenn eine Großputzaktion geplant ist, läuft das Vorhaben schnell aus dem Ruder. Daher ist es am besten vorher zu überlegen, was Teil des Frühjahrsputzes sein soll: Möchtet ihr nur alle Räume gründlich putzen oder sollen auch Teppiche und Gardinen gereinigt werden? Informiert Euch vorab, welche Möbel wie gereinigt werden müssen und wie Verunreinigungen am besten entfernt werden können. Putztipps aus Omas Trickkiste sparen enorm viel Zeit und bringen die besten Resultate.

Kleiner Tipp: Hilfreich ist eine Liste, die man nach und nach abhaken kann. Das motiviert zusätzlich, denn die Fortschritte werden sichtbar und die Arbeit zunehmend weniger.

Koordination, bitte!

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Beim Frühjahrsputz – mit und ohne Chemie – kann man erstaunliche Strecken hinter sich bringen. Vermeidet es daher hin- und herzulaufen und nehmt Euch ein Zimmer nach dem anderen vor. Profis gehen im Uhrzeigersinn von der Tür aus einmal durch den Raum und säubern alles, was ihnen in die Quere kommt. Faustregel: Von oben nach unten säubern, also beispielsweise zuerst auf der Vitrine wischen, dann die Glasfronten. Ansonsten kann es passieren, dass bereits Gereinigtes noch einmal gewischt werden muss.

Der größte Zeitverschwender beim Frühjahrsputz ohne Chemie ist übrigens das Suchen! Achtet also darauf, dass alle Geräte und Putzmittel bewusst wieder zurückgestellt werden. Das erspart Zeit und Nerven. Hilfreich ist auch ein zweiter Eimer oder eine Schürze mit Taschen, wo das gesamte Material gesammelt wird.

Fazit:

Ein Frühjahrsputz ohne Chemie ist einfach zu organisieren: Auf Chemiereiniger kann man im Grunde ganz verzichten, denn für viele Flecken gibt es effektive Hausmittel. Das schont die Umwelt und spart Geld. Mit ein wenig Muskelkraft und System ist der lästige Putztag sogar schneller erledigt, als gedacht – und das Haus erstrahlt im Frühjahrsglanz.

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