Ein kleines Mädchen, in blauem Badeanzug und mit grüner Taucherbrille, malt an dem beschlagenen Glas in der Dusche.
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Legionellenprophylaxe: So beugt ihr Legionellen im Leitungswasser vor

 

„Vorbeugen ist besser als heilen“ sagt der Volksmund. Das gilt auch für Legionellen. Eine mit Legionellen infizierte Trinkwasser-Installation zu „heilen“ ist aufwändig und teuer. Ganz zu schweigen von dem Gesundheitsrisiko. Aktiver Legionellenschutz im Alltag ist jedoch sehr einfach und effektiv – und ihr habt ihn selbst in der Hand! Hier einige Tipps von Fachleuten.

Was lässt Legionellen wachsen?

Legionellen sind Umweltkeime, die in jedem natürlichen Süßwasser vorkommen. In den Trinkwasserleitungen von Häusern können allerdings Bedingungen entstehen, durch die sich Legionellen rasant vermehren. Dann werden sie zu einer ernsten Gesundheitsgefahr für eure Familie. Insbesondere drei Faktoren begünstigen das Wachstum von Legionellen – die ihr aber zum großen Teil selbst beeinflussen könnt:

  • Erwärmtes Wasser kühlt unter 50 °C ab.
  • Kaltes Wasser erwärmt sich über 25 °C.
  • Trinkwasser bleibt zu lange in den Leitungen stehen.

Legionellenprophylaxe: Welche Maßnahmen schützen vor kritischen Wassertemperaturen?

In einem blitzsauberen Keller steht ein ebenso sauberer Speicher zur Wasser-Erwärmung. Eine Legionellen-Verunreinigung ist hingegen nicht sichtbar.

Legionellen vermehren sich besonders bei Wassertemperaturen zwischen 25 und 50 °C. Daher sollte das Wasser auf jeden Fall 60 °C warm sein, wenn es den Speicher verlässt. Am Display ist die Temperatur einzustellen und abzulesen.

Zunächst eine wichtige Hintergrundinformation für Nicht-Experten: In jedem Haus ist ein Rohrleitungssystem für kaltes und ein zweites für warmes Trinkwasser installiert. Am Wasserhahn oder an der Duscharmatur laufen beide Rohrleitungen zusammen. So kann jeder ganz individuell die gewünschte Wassertemperatur aus kaltem und warmem Wasser mischen.

Die größte Gefahr einer Legionellen-Infektion geht von erwärmtem Wasser aus. Energiespar-Füchse begünstigen oft unbewusst das Legionellen-Wachstum, in dem sie die Wassertemperatur absenken. Das gefährdet hier aber die Gesundheit. Zur Legionellenprophylaxe gehören deswegen folgende Maßnahmen:

  • Bei zentraler Erwärmung in einem Speicher darf die Wassertemperatur nicht unter 60 °C fallen.
  • Bei dezentraler Wasser-Erwärmung, beispielweise mit einem Durchlauferhitzer, sollte die Wassertemperatur immer auf über 50 °C eingestellt sein.

Aber sogar in Leitungen für kaltes Trinkwasser können sich Legionellen kritisch vermehren. Und zwar immer dann, wenn die Wassertemperatur über etwa 20 °C ansteigt, sagen Fachleute. Mehr als 25 °C sind sogar verboten. Zur Legionellenprophylaxe gehört deswegen auch:

  • Überall, wo Kaltwasserleitungen sichtbar verlegt sind, sollten sie gedämmt sein. So kann die Raumwärme, beispielsweise im Heizungskeller, oder Sonneneinstrahlung das kalte Wasser in den Leitungen nicht so schnell aufheizen.

Legionellenprophylaxe: Welche Maßnahmen schützen vor Wasserstagnation?

An einer Hausecke schaut fast unmerklich ein Wasserhahn mit Anschluss für den Gartenschlauch aus der Wand.

Wasseranschluss alle drei Tage, aber mindestens einmal in der Woche ausgiebig zu nutzen. Bleibt Wasser zu lange in den Leitungen stehen, können sich Legionellen schnell vermehren.

Trotz Dämmung wird auch kaltes Wasser irgendwann warm, wenn es zu lange in den Leitungen steht. Das Gleiche trifft umgekehrt auf warmes Wasser zu: Wird nicht geduscht oder die Badewanne nicht befüllt, bleibt das Wasser in der Leitung stehen und kühlt ab. Zur Legionellenprophylaxe raten Experten deswegen:

  • An jeder Entnahmestelle sollte regelmäßig Wasser entnommen werden – auch im Gäste-WC oder am Wasserhahn draußen für den Gartenschlauch.
  • Ideal ist, wenn spätestens alle 3 Tage der Wasserhahn benutzt wird. Mindestens einmal in der Woche ist aber ein Muss.

Auch bei der Legionellenprophylaxe gilt also: Gesundheitsschutz kommt vor Wassersparen.

Und noch ein Tipp: Nicht mehr benutzte Wasserhähne sollten konsequent abgeklemmt werden, und zwar schon am Abgang der Hauptleitung! Dann bleibt auch in der Zuleitung kein Wasser stehen, in dem Legionellen noch wachsen könnten.

Legionellen vorbeugen in der Urlaubszeit – was müsst ihr beachten?

Auch in der Urlaubszeit sollte die Legionellenprophylaxe nicht vernachlässigt werden. Denn die oft hohen Sommertemperaturen lassen kaltes Wasser schneller erwärmen. Außerdem wird zuhause kein Wasser verbraucht – also steht es mitunter wochenlang in den Leitungen und verkeimt. Aber auch am Urlaubsort drohen Gefahren: Vielleicht hat in dem Hotelzimmer oder dem Ferienhaus eine lange Zeit niemand gewohnt. Dann fand auch hier kein Wasseraustausch in den Leitungen statt. Mit diesen Maßnahmen könnt Ihr euch gut gegen Legionellen schützen:

  • Wer länger als eine Woche nicht zuhause ist, sollte den Hauptwasserhahn zudrehen. Wenn Ihr heimkehrt, öffnet alle Wasserhähne im und am Haus. Aus jeder Entnahmestelle sollte so viel Wasser auslaufen, bis es wieder spürbar kalt beziehungsweise heiß ist.
  • Am Urlaubsort öffnet am besten als Erstes alle Wasserhähne und lasst für einige Minuten das Wasser laufen. Hier reicht es jedoch meist, etwa eine Minute das Wasser laufen zu lassen. Prüft die Wassertemperatur dann mit der Hand. Das Wasser sollte spürbar kalt beziehungsweise spürbar heiß sein.

Legionellenschutz: Zu diesen Maßnahmen raten Experten

Viele Details zum Schutz des Trinkwassers enthält eine Broschüre vom Bundesumweltamt. Der kostenlose Download hat den Titel „Rund um das Trinkwasser“.

Beteiligt Euch doch bitte an einer kurzen Umfrage:

Habt Ihr schon mal die Temperatureinstellung an eurem Warmwasserspeicher geprüft?

Danke fürs Mitmachen!

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