Energetische Sanierung & Denkmalschutz
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Energetische Sanierung & Denkmalschutz: Förderung

 

Denkmalgeschützte Wohngebäude haben einen ganzen besonderen Charme – und nicht selten energetischen Sanierungsbedarf. Für die Umsetzung gelten strenge Regeln. Das erhöht zwar den finanziellen Aufwand, ermöglicht aber auch die Nutzung von verschiedenen Förderprogrammen. Wir haben die wichtigsten für Euch beleuchtet!

KfW – Denkmalschutz Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau

Natürlich hat auch der Bund ein Interesse daran, den Erhalt von Denkmälern zu fördern: Historische Bauten erhöhen die Attraktivität von Städten und Ortskernen, ziehen Touristen an und sorgen für eine intakte Infrastruktur. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt der Bund die energetische Sanierung von Baudenkmalen mit günstigen Krediten oder rückzahlungsfreien Tilgungszuschüssen bei Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus oder bei Durchführung von Einzelmaßnahmen wie Heizungsmodernisierung, Fenstertausch oder Dämmung von Dach und Fassade. 100.000 Euro Förderkredit je Wohneinheit gibt’s für die Komplettsanierung, bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit für einzelne Maßnahmen. Relevant für hierfür ist das KfW-Förderprogramm 151/152. Erreicht Ihr einen KfW-Effizienzhaustandard, steht Euch zudem ein Tilgungszuschuss zu. Alternativ zum Förderkredit könnt Ihr auch bis zu 30.000 Euro Investitionszuschuss je Wohnung beantragen – über das KfW-Förderprogramm 430. Ob Ihr Euer Denkmal selbst bewohnt oder vermietet, spielt für die KfW übrigens keine Rolle.

Vereinfachte KfW-Fördervoraussetzungen für Denkmäler

Nicht immer lässt sich eine energetische Sanierung mit allen Auflagen des Denkmalschutzes vereinbaren. Daher hat die KfW vereinfachte Fördervoraussetzungen geschaffen.

  • Bei einem KfW-Effizienzhaus Denkmal darf der Jahres-Primärenergiebedarf 160 Prozent und der Transemissionswärmeverlust 175 Prozent der Werte betragen, die für ein vergleichbares Referenzgebäude nach Energieeinsparverordnung (EnEV) gelten.

Tipp: Solltet Ihr auch diese Zielwerte nicht erreichen können, könnt Ihr trotzdem gefördert werden – wenn Euer Experte für Baudenkmale die Planung auf die gestalterischen Vorgaben der Denkmalschutzbehörde abstimmt, eine Gebäudebilanzierung durchführt und nachweist, dass sämtliche energetische Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden, die der Denkmalschutz zulässt.

Diese vereinfachten Fördervoraussetzungen gelten für Baudenkmale und Denkmalensembles gemäß Denkmalschutzgesetz sowie für Gebäude mit besonders erhaltenswerter Bausubstanz. Ob Euer Gebäude dazuzählt, erfahrt Ihr von der unteren Denkmalschutzbehörde, vom Stadtplanungs- oder Bauamt.

Gehört ins Team: der Experte für Baudenkmale

Wer KfW-Fördermittel erhalten möchte, muss einen Experten für Baudenkmale beauftragen – was die KfW auch fördert: über das KfW-Programm 431. Warum sich die Beauftragung eines solchen Experten – zu finden über www.energie-effizienz-experten.de – bezahlt macht, erfahrt Ihr in unserem Post „Energetische Sanierung & Denkmalschutz: Planung & Ablauf“.

BAFA – Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

Bei der energetischen Sanierung von Gebäuden spielt die Erneuerung der Heiztechnik eine wichtige Rolle. Das BAFA bezuschusst unterschiedliche Formen von Anlagentechnik – darunter Wärmepumpen, Solarthermieanlagen und Blockheizkraftwerke. Außerdem fördert es die Energiesparberatung vor Ort. Ausführliche Informationen – auch über die Kombination von BAFA- mit KfW-Fördermitteln findet Ihr auf www.co2online.de.

Steuerliche Förderung – Stichwort „Denkmalschutz-AfA“

Grundlage ist das „Gesetz zur steuerlichen Förderung des Wohnungsbaus und zur Ergänzung des Steuerreformgesetzes 1990“. Es ermöglicht Euch u. a., Aufwendungen, die dem Erhalt und der energetischen Sanierung Eures denkmalgeschützten Wohngebäudes dienen, von Eurem zu versteuernden Einkommen abzuziehen:

  • Als Vermieter könnt Ihr gemäß § 7i EStG (Einkommensteuergesetz) in den ersten 8 Jahren nach Anschaffung der Immobilie 9 % abschreiben und in den folgenden 4 Jahren 7 %. Somit könnt Ihr 100 % Eurer Sanierungskosten steuerlich geltend machen.
  • Als Selbstnutzer könnt Ihr gemäß § 10f EStG 10 Jahre lang 9 % Eurer Sanierungskosten abschreiben, so dass Ihr am Ende 90 % Eurer Kosten geltend gemacht habt.
  • Wer bereits eine denkmalgeschützte Immobilie besitzt und eine Sanierung beschließt, genießt die „Sonderbehandlung von Erhaltungsaufwand bei Baudenkmälern“: Gemäß § 11b EStG kann er den Erhaltungsaufwand sofort in voller Höhe als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben abziehen bzw. auf 2 bis 5 Jahre verteilen.

Erhaltene Fördermittel werden auf die absetzbaren Kosten angerechnet. Darüber hinaus gilt für die Nutzung dieser steuerlichen Vorteile, dass die Sanierungsmaßnahmen von der unteren Denkmalschutzbehörde genehmigt worden sein müssen. Detaillierte Infos zum sinnvollen Ablauf erfahrt Ihr hier. Eine ausführliche Beratung zur Denkmal-AfA erhaltet Ihr bei Eurem Steuerberater, bei der Finanzbehörde oder unteren Denkmalschutzbehörde.

Landesdenkmalämter & untere Denkmalschutzbehörden vor Ort

Denkmalschutz ist Ländersache. Daher fördert Brandenburg den Denkmalschutz anders als das Land Bayern. Genauere Auskünfte über die Landesprogramme sowie kommunale und regionale Förderprogramme erteilen Euch die unteren Denkmalschutzbehörden der Städte und Gemeinden – und die Energie- und Klimaschutzagenturen vor Ort.

Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“

Mit diesem Programm unterstützt das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat Gesamtmaßnahmen – vor allem zur Erhaltung historischer Stadtkerne. Steht Eure Immobile in einem solchen Stadtkern, könnt Ihr Fördergelder aus diesem Programm erhalten – sofern Eure Stadt oder Gemeinde zur Teilnahme am Programm ausgewählt wurde. Weitere Infos auf www.staedtebaufoerderung.info.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Dazu gehört neben der Notfall-Rettung bedrohter Bauwerke oder pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen auch die Ausschüttung von Fördergeldern. Diese dienen jedoch vor allem dem Erhalt oder der Erneuerung der historischen Bausubstanz, müssen individuell beantragt und nicht zurückgezahlt werden. Weitere Infos auf www.denkmalschutz.de.

Fazit:

Die energetische Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden ist zwar in der Regel mit einem höheren finanziellen Aufwand verbunden als bei anderen Bestandsgebäuden – wird aber auch stärker gefördert. Wichtig ist, sämtliche Maßnahmen schon im Vorfeld mit der unteren Denkmalschutzbehörde abzustimmen und sich zum Thema Förderung individuell beraten zu lassen. Eine erste Anlaufstelle dafür sind zum Beispiel die Energie- und Klimaschutzagenturen vor Ort.

Weitere Infos zum Thema Modernisierung denkmalgeschützter Gebäude findet Ihr den weiteren beiden Teilen unserer Reihe:

Teil 1: https://www.vaillant.de/21-grad/rat-und-tat/energetische-sanierung-denkmalschutz-planung-ablauf/

Teil 3: https://www.vaillant.de/21-grad/rat-und-tat/heizung-in-denkmalgeschuetzten-gebaeuden-infos-tipps-fuer-die-energetische-sanierung/

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