Intelligente Müllentsorgung
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Die Abfallentsorgung der Zukunft

 

Moderne Städte sind zunehmend vernetzt. In „Smart Cities“ verfügen Straßen, Laternen, Wasserleitungen und Müllcontainer über intelligente Sensoren. Sie sammeln Daten, die Stadtwerke nutzen, um Kosten und Energie zu sparen. Hier erfahrt ihr, wie die intelligente Müllentsorgung funktioniert.

Bereits heute gibt es Systeme, die verhindern, dass Müllcontainer unnötig geleert werden oder überquellen. Sensoren melden den Standort sowie die Füllmenge des Abfallbehälters. Das Ziel: Die Müllentsorgung mithilfe des Internet of Things (IoT) möglichst effizient zu gestalten. Denn Abfallmanagement leistet einen entscheidenden Beitrag zu sauberen Städten, zum präventiven Gesundheitsschutz und zur effizienten Ressourcennutzung.

Mülltonnen bei Twitter

Abfallbehälter, die online ihren Status teilen? Klingt verrückt, gibt es aber tatsächlich. Die finnische Firma enevo stellt Sensoren her, die Nutzungshäufigkeit, Innentemperatur, Füllstatus und andere relevante Daten erfassen. Unter @trashcanlife können User – etwa von Reinigungsunternehmen – den smarten Müllcontainern auf Twitter folgen. Die Technik hilft dabei, Abfallbehälter füllstandabhängig zu leeren. Dadurch lassen sich die Routen der Mülltransporter je nach Bedarf planen. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern auch CO2-Emissionen und hilft, überquellende Mülltonnen zu vermeiden.

Bessere Müllentsorgung an Bahnhöfen

Müllentsorgung an BahnhöfenIn Deutschland arbeitet die Deutsche Bahn Systel in Kooperation mit Vodafone an einem Projekt zur Abfallentsorgung an Bahnhöfen. Hierbei melden Sensoren in den Mülleimern, wenn diese gefüllt sind. Über das Webportal „DB Wastemanagement“ kann das Reinigungspersonal dann erkennen, wie voll die einzelnen Behälter sind, um das Entleeren entsprechend zu organisieren. Die Bahn testete das Projekt bereits Anfang 2017 an zwei Berliner Bahnhöfen.

Müllaufkommen individuell zuordnen

Das Unternehmen emz Hanauer aus Naburg in der Oberpfalz verfolgt einen anderen Ansatz. Mit einer Smartphone-App möchte es die Müllentsorgung steuern. Jeder Bewohner eines Mehrfamilienhauses erhält dann mithilfe seines Smartphones Zugang zu den Containern. Die App zeigt an, wie viel Abfall eine Person produziert. Das ermöglicht eine genaue Rechnungsstellung: Der Bürger bezahlt für exakt die Menge an Müll, die er verursacht hat. Das System setzt so einen Anreiz zur Müllvermeidung. Die Smartphone-App übernimmt die Identifizierung, erfasst den individuell produzierten Abfall und veranlasst direkt die Rechnung.

Müllabfuhr 2.0

Müllabfuhr der ZukunftAuch die Müllabfuhr wird immer moderner. In vielen deutschen Städten gehören Abfallsammelfahrzeuge mit eingebauter Presse sowie automatischen Hebe- und Kippvorrichtungen (Lifter) zum alltäglichen Straßenbild. Die Hersteller reduzieren mit intelligenten Eco-Systemen Lärmemissionen und Schadstoffausstoß. Diese Systeme beinhalten eine Hydrauliksteuerung, einen Lifter mit Hydraulikspeicher oder einen Batteriesatz für den elektrischen Betrieb der Schüttung, der Beladevorrichtung und des Lifters. Darüber hinaus sind viele Fahrzeuge mit einem Hybridantrieb ausgestattet, der die Energie der Bremsvorgänge elektrisch speichert und anschließend für den Sammelbetrieb nutzt. Dadurch lässt sich der Lärmpegel von 106 Dezibel auf 90 Dezibel reduzieren und der Kraftstoffverbrauch um 33 Prozent senken.

Fazit

Die Abfallentsorgung der Zukunft ist digital. Das Internet of Things durchdringt zusehends jeden Alltagsbereich – auch die Müllentsorgung. In der Smart City ist es möglich, genau zu sehen, wie viel Müll jeder Bürger produziert und die Rechnung für die Entsorgung entsprechend individuell zu stellen. Müllcontainer teilen ihren Status dank Sensoren mit den Entsorgungsunternehmen – und die Leerung mit den leisen, kraftstoffsparenden Fahrzeugen wird deutlich ressourcenschonender.

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Ein Kommentar

Lisa Weber

Toller Beitrag!

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