In der Abenddämmerung hängen Gartenlampions vor einem hell erleuchteten Einfamilienhaus.
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Ein Blick in den Stromspiegel: So sieht Euer Verbrauch im Vergleich aus

 

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer verbraucht am wenigsten Strom im Land?“ Diese Frage, frei nach dem Märchen von Schneewittchen, ist hoch aktuell und beantwortet ein Blick in den Stromspiegel. Hier geben wir Euch ein paar Tipps, wie Ihr die Vergleichsdaten interpretieren könnt, um Sparpotenziale beim eigenen Stromverbrauch zu entdecken – und zu nutzen.

Was ist der Stromspiegel?

: Im Haustechnikraum stehen eine Waschmaschine, ein Trockner und ein Wäscheständer.

Effiziente Haushaltsgeräte und stromsparendes Verhalten sind die beiden Säulen, um elektrische Energie sowie Treibhausgas-Emissionen einzusparen. Die Waschmaschine immer voll zu beladen und öfter auf der Leine zu trocken, sind wirksame Stromspartipps.

Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online wertet alle zwei Jahre Verbrauchsangaben aus, die Nutzer in das Online-Tool „StromCheck“ eintragen. Mit diesem Rechner lässt sich der individuelle Stromverbrauch zu vergleichbaren Haushalten in Relation setzten. Rund 290.000 Datensätze aus realen Verbrauchswerten analysiert co2onlie. Die wichtigsten Kriterien dafür sind der Gebäudetyp, die Haushaltsgröße und ob Warmwasser ebenfalls mit Strom erzeugt wird. Dementsprechend wird die Spannbreite des jährlichen Stromverbrauchs, die die User in den Stromrechner eingetragen haben, zu gleichen Anteilen sieben Verbrauchsklassen zugeordnet. Jede Klasse repräsentiert also 14,3 Prozent der vergleichbaren Privathaushalte. A steht dabei für den effizientesten Umgang mit Strom, G für das größte Sparpotenzial.

Wie gut spart Euer Haushalt Strom?

Die aktuelle Auswertung des Stromsparspiegels 2021/2022 kommt zu dem Ergebnis: Mit den richtigen Maßnahmen kann jeder Haushalt im Schnitt 320 Euro jährlich sparen. Dieses Potenzial steigt natürlich mit zunehmendem Strompreis. Der durchschnittliche Stromverbrauch pro Person liegt in Deutschland bei 1.281 kWh, so der letzte Stand aus April 2021.

Um diese Durchschnittswerte zu interpretieren, ist wichtig zu wissen: Je größer die Personenzahl des Haushalts, umso geringer der statistische Pro-Kopf-Verbrauch. Denn beispielsweise ist der Stromverbrauch der Beleuchtung unabhängig davon, wie viele Personen sich im Raum aufhalten. Außerdem ist der Pro-Kopf-Verbrauch in einem Eigenheim in der Regel höher als in einer Mietwohnung. Schließlich lässt sich der Strom für die Gebäudetechnik, wie zum Beispiel Außenbeleuchtung oder Heizungspumpe, in einem Mehrfamilienhaus auf eine größere Personenzahl umlegen.

Um den eigenen Stromverbrauch kritisch zu überprüfen, könnt Ihr Eure letzte Stromabrechnung zur Hand nehmen und mit den Werten der Tabelle des Stromspiegels vergleichen.

Stromspiegel

(Daten und Grafik: www.co2online.de)

Welche Stromspartipps sind wirklich wirtschaftlich?

Vorneweg: Jede Maßnahme, Strom zu sparen, zahlt sich auf jeden Fall für die Umwelt aus. Denn solange Euer Strom nicht von der Photovoltaikanlage auf dem Hausdach oder auf andere Weise mit erneuerbaren Energien erzeugt wird, stecken hinter jeder Kilowattstunde auch CO2-Emissionen. Doch weil jedes Haushaltsbudget nun einmal seine Grenzen hat, ist die Frage der Wirtschaftlichkeit von Stromsparmaßnahmen legitim. Die lassen sich grundsätzlich in zwei Kategorien einteilen: in verändertes Verbrauchsverhalten und in Investitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Das Verbrauchsverhalten anzupassen kostet nichts, bringt aber in der Summe oft sehr viel. Zum Beispiel Geräte nicht im Stand-by-Modus zu belassen, sondern auszuschalten (wenn sie einen Stecker mit Netzteil haben, am besten sogar ganz vom Netz nehmen) oder statt den Wäschetrockner, öfter die Wäscheleine zu nutzen.
Investitionen in energiesparende Geräte lohnen sich bei steigenden Kosten natürlich viel schneller. Viele Amortisationsrechnungen, die im Internet veröffentlicht wurden, basieren noch auf den moderaten Stromtarifen vergangener Jahre. Deshalb lohnt es sich, den Verbrauch stromintensiver Geräte selbst zu ermitteln. Dazu gibt es im Handel günstige Strommesser, die zwischen Steckdose und Gerät eingesteckt werden. Einige Modelle zeigen lediglich den Stromverbrauch über eine definierbare Zeit an. Bei anderen könnt Ihr den aktuellen Strompreis per kWh eintippen und bekommt als Ergebnis die tatsächlichen Stromkosten – je nach Model sogar auf einer App angezeigt. Wichtig ist, auf den Messbereich zu achten. Er sollte auch den Standby-Stromverbrauch messen können, der unter 0,5 Watt liegen kann. Bei welchen Haushaltsgeräten sich ein solcher Check lohnt, zeigt der Übersicht wofür zuhause am meisten Strom drauf geht.

Eine Tortengrafik zeigt, dass mit 28 Prozent der Stromverbrauch für Informationstechnik am höchsten liegt, gefolgt von 14 Prozent für das Waschen und Trocknen. Licht macht 13 Prozent aus, Kühl- und Gefrierschränke 11 Prozent.

Quelle und Grafik: co2online.de, Daten des BDEW.

Unser Tipp: Prüft auf jeden Fall den Stromverbrauch Eurer Waschmaschine und Eures Kühlschranks, wenn sie schon älter sind. Hier könnte sich eine Neuanschaffung schnell rechnen, auch wenn das etwas größere Investitionen sind.

Ein vollelektronischer Durchlauferhitzer hängt neben der Duschabtrennung.

Mit einem wassersparenden Duschkopf und einem vollelektronischen Durchlauferhitzer sind die Stromkosten für Warmwasser deutlich zu senken.

Wer Wasser mit Strom per Durchlauferhitzer erwärmt, hat vielleicht ein weiteres großes Einsparpotenzial: Ist der Durchlauferhitzer hydraulisch geregelt, verbraucht er etwa 30 Prozent mehr Strom als neue Modelle mit vollelektronischer Regelung. Hier sind die Investitionskosten schnell eingespielt, und das Duschen wird zudem durch eine bessere Temperaturhaltung komfortabler.

Was wenig Geld kostet, aber viel bringt, ist ein Duschsparkopf. Er begrenzt den Wasserdurchfluss um rund 40 Prozent im Vergleich zu konventionellen Brausen. Das spart nicht nur Wasser, sondern auch Strom oder Heizenergie für die Erzeugung von Warmwasser. Aber aufgepasst: Wenn das warme Wasser von einem hydraulischen Durchlauferhitzer bereitet wird, ist in der Regel ein Durchfluss von mindestens 9 Liter pro Minute erforderlich, damit ausreichend Warmwasser fließt. Also ein Argument mehr, auf vollelektronische Durchlauferhitzer umzusteigen.

Fazit

Wer seinen Haushalt im Stromspiegel beschaut, kann mehrere Hundert Euro im Jahr sparen – und die Umwelt spürbar von schädlichen Treibhausgas-Emissionen entlasten. Gute Gründe also, beim Stromverbrauch genauer hinzusehen. Wer noch weitere Stromspartipps hat, bitte gerne mit allen Lesern per Kommentar teilen. Vielen Dank!

 

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