Gaspreisentwicklung 2019
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Gaspreisentwicklung – Warum steigen die Gaspreise 2019?

 

Ihr habt Ende des Jahres Post von Eurem Gasversorger erhalten? Dann werdet Ihr vermutlich festgestellt haben, dass die Gaspreise 2019 steigen! Auch die Vergleichsportale melden Preissteigerungen bei Erdgas. Was sind die Gründe dafür? Und was könnt Ihr gegen steigende Gaspreise tun?

Der durchschnittliche Gaspreis für private Haushalte ist 2018 um 2 Prozent gestiegen: Im Januar zahlte ein Haushalt mit vier Personen für 20.000 kWh Erdgas gemäß CHECK24-Gaspreisindex durchschnittlich 1.190 EUR, im Dezember waren es 1.214 EUR. Die Spanne der Preissteigerungen reicht bei 317 der gut 700 Grundversorger in Deutschland von 8,5 Prozent bis 21 Prozent in der Spitze.

Die Gaspreisentwicklung variiert von Bundesland zu Bundesland

Laut Verivox fallen die Preissteigerungen mit 13 Prozent am höchsten in Rheinland-Pfalz aus, aber auch in Brandenburg (11,5 Prozent) und Niedersachsen (10,1 Prozent) ist mit einem zweistelligen Plus zu rechnen. Dagegen bleiben die Gaspreise in den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg stabil. Ganz vereinzelt haben Unternehmen ihre Preise aber auch gesenkt.

Durchschnittliche Gaspreisentwicklung (20.000 kWh) seit Juli 2010

Neben den vielen Grundversorgern, welche in ihren Netzgebieten die Mehrzahl der Haushaltskunden beliefern und einen Konzessionsvertrag mit der jeweiligen Gemeinde besitzen, haben auch alternative Energieversorger ihre Preise angehoben. Denn auch sie sind von den gestiegenen Großhandelspreisen für Gas betroffen: Allein zwischen März und Oktober 2018 sind die Börsenpreise für Gas um rund 50 Prozent gestiegen.

Was beeinflusst den Gaspreis?

Die Gaspreisbildung an der Gasbörse EEX

Die EEX (European Energy Exchange) in Leipzig gilt als wichtigster Marktplatz für Erdgas in Europa. Seit der Liberalisierung des Gasmarkts werden hier die deutschen und europäischen Großhandelspreise gebildet. Auch, wenn diese Großhandelspreise die Preisentwicklungen für Gas an den internationalen Beschaffungsmärkten abbilden, so schlagen sich diese nicht kurzfristig in unseren Gastarifen nieder, da die Gasversorger ihre Gaskontingente in der Regel mittel- bis langfristig einkaufen. Bis sich eine Preissteigerung oder -senkung auf den Gaspreis unseres Gasliefervertrags auswirkt, vergehen mindestens mehrere Monate, manchmal sogar Jahre – zum Beispiel, wenn Ihr einen Vertrag mit Preisbindung abgeschlossen habt.

Der regelmäßige Gastarife Vergleich lohnt sich!

Dies gilt besonders vor Beginn der Heizsaison – wobei Ihr den Kündigungstermin Eures Gasliefervertrags natürlich im Hinterkopf haben solltet. Die Bundesnetzagentur als zentrale Informationsstelle für Energieverbraucher berichtet, dass ein durchschnittlicher Haushalt bei Abnahme von 23.250 kWh zum Stichtag 1. April 2017 durch Umstellung seines Vertrags jährlich 153 EUR gespart hat. Bei einem Wechsel des Lieferanten wurden durchschnittlich sogar 221 EUR gespart. Wechselanreize wie einmalige Bonuszahlungen belaufen sich bei einem Vertrag beim Grundversorger außerhalb der Grundversorgung auf durchschnittlich 65 EUR, bei einem alternativen Energieversorger auf 75 EUR.

Gasanbieter wechseln – darauf solltet Ihr achten

  • Meidet Tarife mit Vorkasse oder Kaution, da Ihr bei einer Insolvenz des Gasversorgers Eure Vorauszahlungen verlieren könntet
  • Beachtet bei Bonuszahlungen, dass diese nur einmalig ausgezahlt werden – in der Regel am Ende des ersten Belieferungsjahres, nicht jedoch in den Folgejahren.
  • Schließt idealerweise Verträge mit maximal einem Jahr Laufzeit ab.
  • Achtet auf eine Preisbindung – auch, wenn nach deren Ablauf eine erhebliche Preissteigerung folgen kann. Sollte dies der Fall sein, hilft ein erneuter Wechsel sparen.
  • Vermeidet möglichst lange Kündigungsfristen von mehr als drei Monaten.
  • Ein günstiger Gaspreis ist gut, sollte aber nicht das einzige Kriterium bei der Versorgerwahl sein. Energiemix und Service sind ebenfalls wichtig. Informationen dazu findet Ihr auf der Webseite des Unternehmens sowie bei der Recherche über Verbraucherforen, Verbraucherzentralen und Suchmaschinen.
  • Tarife und Lieferanten lassen sich auf Portalen wie CHECK24, Verivox etc. bequem vergleichen. Allerdings sind nicht unbedingt alle Lieferanten in jedem Vergleichsportal vertreten. Da diese Portale wirtschaftliche Interessen verfolgen, ist eine darüber hinaus gehende Recherche in jedem Fall sinnvoll.

Zusammensetzung des Gaspreises 2018

  • Kosten für die Gasbeschaffung, den Vertrieb und Gewinnmarge (49,1 Prozent)
  • Messung und Messstellenbetrieb (1,2 Prozent)
  • Netzentgelt (23,4 Prozent)
  • Konzessionsabgabe (1,4 Prozent)
  • Steuern (Gas- und Umsatzsteuer) (24,9 Prozent)

Tipps gegen steigende Gaskosten

Nutzt Euer Sonderkündigungsrecht!

Bei einer Preiserhöhung habt Ihr ein Sonderkündigungsrecht – unabhängig davon, womit Euer Gasversorger die Preiserhöhung begründet, die er sechs Wochen vor in Kraft treten schriftlich ankündigen muss. Ihr könnt Euer Erdgas mindestens von 20 Lieferanten beziehen. 80 Prozent der Gasverbraucher haben in ihrem Netzgebiet sogar die Wahl zwischen 50 Lieferanten.

Macht einen Heizungscheck

Natürlich spielt nicht nur der Preis des Gases eine Rolle, sondern auch der Verbrauch. Ist Eure Gasheizung älter als 15 Jahre, kann sich ein Austausch lohnen. Denn moderne Gas-Brennwertgeräte verbrauchen im Vergleich zu veralteten Heizwert- und Niedertemperaturgeräten bis zu 15 Prozent weniger Energie. Prozente, die Ihr sofort von Eurer Gasrechnung abziehen könnt, denn ein Kesseltausch ist einfach, schnell und sauber erledigt. Wenn Ihr Euch für einen Austasuch interessiert, könnt Ihr hier kostenlos eine Beratung anfordern. Weitere Infos zu Gas-Brennwertgeräten findet Ihr z. B. auf vaillant.de

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