Zusammenspiel Wärmepumpe und PhotovoltaikSo halbiert Familie Schiedeck ihre Heizkosten langfristig.
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Bei Christoph Lindemann-Sieling aus Lüneburg war es ein Defekt am Warmwasserspeicher, der ihn plötzlich vor eine wichtige Entscheidung stellte: Gasheizung oder Wärmepumpe? Obwohl das Backstein-Doppelhaus aus dem Jahr 1925 nur zum Teil energetisch saniert wurde und noch mit klassischen Heizkörpern beheizt wird, entschied sich der Eigentümer für eine Wärmepumpe.
Das Haus von Christoph Lindemann-Sieling, Techniktester und YouTuber alias „Stecker Checker“ aus Lüneburg, zeigt, dass moderne Wärmepumpen auch in einem über 100 Jahre alten Bestandsgebäude funktionieren. Das Backstein-Doppelhaus stammt aus dem Jahr 1925, wurde lediglich durch eine Dach- und Einblasdämmung energetisch modernisiertund wird bis heute mit klassischen Heizkörpern beheizt. Genau deshalb stellte sich ihm als Eigentümer die Frage, ob sich der Umstieg auf Wärmepumpe überhaupt lohnt. Die ersten Betriebsdaten lieferten eine klare Antwort: Schon im ersten Winter lagen die Heizkosten unter denen der früheren Gasheizung.
„Tatsächlich haben mich sogar Passanten und Nachbarn darauf angesprochen, wie leise die Wärmepumpe ist. Viele waren überrascht, dass man sie im normalen Betrieb praktisch nicht wahrnimmt.“Christoph Lindemann-SielingEigentümer


Der Hausentwurf
Das Backstein-Doppelhaus der vierköpfigen Familie besteht aus drei Etagen, rund 200 m² Wohnfläche einschließlich eines etwa 20 m² großen Wintergartens. Beheizt werden die Räume über klassische Radiatoren, lediglich der Wintergarten verfügt über eine Fußbodenheizung. Der Auslöser für den Heizungstausch kam ungeplant: Durch ein Leck im Heizkreis des Warmwasserspeichers hätte dieser ersetzt werden müssen. „An dem Punkt wollten wir nicht wieder in ein fossiles System investieren“, erklärt Lindemann-Sieling.
Am Ende war für den Wärmepumpen-Check nicht etwa das Alter des Backstein-Doppelhaus entscheidend, sondern sein tatsächlicher Wärmebedarf. Grundlage hierfür ist Berechnung der Heizlast durch den Fachhandwerker; also die Leistung, die die Heizung an kalten Tagen liefern muss, damit das Haus warm bleibt. Die alte Gas-Brennwertheizung leistete 20 kW und verursachte Heizkosten von etwa 2.800 Euro pro Jahr. Die tatsächliche Heizlast lag jedoch bei lediglich 7 kW. Damit war klar, dass eine Wärmepumpe grundsätzlich infrage kommt. Auch bei den Heizflächen fiel das Ergebnis gut aus: Fast alle vorhandenen Heizkörper konnten weiter genutzt werden, nur ein einziger musste ausgetauscht werden. Das zeigt: Auch ohne flächendeckende Fußbodenheizung kann eine Wärmepumpe im Bestand effizient arbeiten, vorausgesetzt, sie wird passend geplant und ausgelegt.
Die Heizlast definiert den höchsten Wärmebedarf eines Gebäudes unter winterlichen Auslegungsbedingungen. Sie beschreibt, welche Leistung die Heizungsanlage bereitstellen muss, um die geforderten Innentemperaturen zuverlässig sicherzustellen. Die Angabe erfolgt in Kilowatt (kW).
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Das Energiekonzept
Herzstück der neuen Heizungsanlage ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe aroTHERM plus mit 7 kW Heizleistung. Zum System gehören zudem der Warmwasserspeicher uniSTOR plus, der Pufferspeicher VPS R 200/1 B sowie die Hydraulikstation VWZ MEH 97/7. Die Regelung übernimmt der sensoCOMFORT 720, der über das Internetkommunikationsmodul myVAILLANT connect digital vernetzt ist. Die Wärmepumpe ist dabei Teil eines umfassenden Energiekonzepts. Eine Photovoltaikanlage mit rund 9 kWp auf Haus, Garage und Wintergarten, ein Batteriespeicher sowie ein integriertes Energiemanagementsystem sorgen dafür, dass Lindemann-Sieling und seine Familie ihren selbst erzeugten Solarstrom möglichst effizient nutzen können. Ein dynamischer Stromtarif hilft zusätzlich, die Betriebskosten zu optimieren.
Auch beim Einbau ließ sich die Wärmepumpe problemlos in den Bestand integrieren. Der beste Platz für die Außeneinheit lag an der Vorderseite des Hauses, genau zwischen zwei Kellerfenstern. Handwerker hatten ihm bereits empfohlen, die Fenster abzudichten – für Lindemann-Sieling keine Option. Die aroTHERM plus bot die Lösung: Dank des Sicherheitskonzepts der aroTHERM plus und der Flexible Space Function konnten die erforderlichen Schutz- und Seitenabstände deutlich reduziert werden. Die komplette Umrüstung dauerte lediglich fünf Arbeitstage. Mit dem Standort an der Vorderseite rückte neben der Platzierung auch die Akustik in den Fokus. Die Außeneinheit erreicht einen maximalen Schallleistungspegel von 57,4 dB(A).
Dynamische Stromtarife spiegeln die aktuellen Preisentwicklungen am Strommarkt wider. Der Strompreis ist dabei nicht dauerhaft festgelegt, sondern verändert sich entsprechend der jeweiligen Marktsituation.
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Die Flexible Space Function erweitert die Möglichkeiten bei der Aufstellung von Wärmepumpen mit dem Kältemittel R290. Dank eines optimierten Schutzbereichs können die Geräte flexibler positioniert werden – auch dort, wo bisher größere Abstände erforderlich waren. Verfügbar für aroTHERM plus, aroTHERM pro und aroTHERM perform.
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Wie effizient eine Wärmepumpe auch im Altbau funktionieren kann, zeigt sich in Lüneburg bereits nach dem ersten Betriebswinter: Die Anlage erreichte im Zeitraum von Oktober bis Ende Mai eine Arbeitszahl von 3,1. Nach weiteren wenigen Optimierungen und unter Einbeziehung der Sommermonate wird für ein vollständiges Betriebsjahr eine Jahresarbeitszahl zwischen 3,5 und 4 erwartet.
Auch finanziell zahlte sich die Entscheidung aus: Im ersten Betriebswinter lagen die Energiekosten der Wärmepumpe rund 26 Prozent unter den rechnerischen Kosten der früheren Gasheizung.
| Vergleich Heizkosten im Zeitraum Oktober 2025 bis Ende Mai 2026 | Gasheizung (rechnerische Kosten) | Wärmepumpe (tatsächliche Kosten) |
|---|---|---|
| Eingesetze Energie | rund 17.500 kW/h | rund 5.810 kW/h |
| Zugrunde gelegter Energiepreis | 0,11 EUR/kWh Gas | 0,24€ EUR/kWh Strom |
| Heizkosten | rund 1.930 EUR | rund 1.414 EUR |


Neben technischen und energetischen Fragen spielte auch die Förderung eine wichtige Rolle bei der Entscheidung. Die Kosten für den Heizungstausch lagen bei rund 30.000 Euro. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhielt die Familie unter den damaligen Konditionen 10.500 Euro Zuschuss. Das entspricht einer Förderquote von 35 Prozent. Den entsprechenden Antrag übernahm der Fachbetrieb Schneider & Steffens. „Nach Einreichung der Unterlagen Ende Februar lag bereits sechs Wochen später die Bewilligung vor. Das hat mich schon überrascht, wie schnell und reibungslos alles ablief", freut sich Lindemann-Sieling. Mehr Einblicke in Planung, Einbau und erste Erfahrungen gibt Lindemann-Sieling im ausführlichen Gespräch auf seinem Kanal „Stecker Checker“ auf YouTube: Vaillant zum Thema Wärmepumpe im Altbau.
Auf seinem YouTube-Kanal „Stecker Checker“ prüft und erklärt Christoph Lindemann-Sieling Werkzeuge, Haushaltsgeräte und technische Innovationen für rund 50.000 Abonnenten – nach dem Motto: „Vor ihm ist kaum etwas sicher, was einen Stecker hat”. Der gelernte Kommunikationsdesigner und Webvideoproduzent bereitet Technikthemen verständlich, praxisnah und mit Blick auf den Alltag seiner Community auf. Sein eigenes Wärmepumpen-Projekt wurde deshalb nicht zum klassischen Produkttest, sondern zum persönlichen Praxistest im Altbau von 1925.

