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Drei Wochen Homeoffice: eine Geschichte von hungrigen Hunden und ungewohnten Arbeitsplätzen

 

Wir befinden uns im Homeoffice – und das schon in der dritten Woche. Daran lässt sich so schnell auch nichts ändern. Aber vielleicht doch etwas verbessern. Wir haben uns bei den Kollegen einmal umgehört, wie sie zurechtkommen.

Der Partykeller wird zum Arbeitsplatz

Wer derzeit den Kollegen Dominik kontaktiert, der trifft ihn im schummerigen Licht des heimischen Partykellers. Nein, der Kollege hat nicht umgeschult und wähnt sich auch nicht in den Corona-Ferien: Der Keller ist schlichtweg der beste Ort, um in Ruhe, konzentriert und mit stabiler Internetverbindung arbeiten zu können. Letztere ist in diesen Zeiten das A und O für ein funktionierendes Homeoffice. „Ich musste erst ein bisschen suchen, bis ich einen Raum fand, der alle Anforderungen erfüllte. Dass es ausgerechnet unser Partykeller wurde, ist ein dummer Zufall“, lacht er verschmitzt. Und hat auch keine Auswirkungen auf die gute Qualität seiner Arbeit. Ein weiterer Vorteil: Im Keller taucht sein kleiner Sohn deutlich seltener auf als im heimischen Wohnzimmer.

Alles unter einen Hut bringen

Die Herausforderung, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, bestätigen etliche Eltern im Homeoffice. Der Vorteil: Gerade sie sind häufig schon heimarbeitserfahren. Zahlreiche Mütter und Väter arbeiteten bei Vaillant auch schon vor Corona regelmäßig im Homeoffice. „Die Ausstattung war von Anfang an gut. Laptop, Skype, Bildschirm und Handy hatte ich – mehr brauche ich für meinen Arbeitsalltag nicht“, bestätigt uns Kollege Alex, der als Vater eines Zweijährigen immer wieder von zu Hause arbeitet. Die große Herausforderung ist die fehlende Kinderbetreuung: „Normalerweise sind die Kinder in der Kita, wenn ich zu Hause arbeite. Jetzt ist einer von uns immer mit den Kindern beschäftigt, während der andere arbeitet“, erzählt Meike, die als Mutter von zwei Töchtern ebenfalls regelmäßig Homeoffice macht. Die neuen Homeoffice-Tage beginnen für Meike um 6 Uhr, nach dem Mittagessen mit der Familie ist „Schichtwechsel“: Dann legt ihr Mann mit der Arbeit los und Meike kümmert sich um die Kinder. Die gemeinsame Freizeit beginnt erst sehr, sehr spät. Eine andere Meike wurde hingegen nicht von den Kindern, sondern vom Hund aus dem Call geschmissen. Während ihre Schulkinder artig warten, bis die Mama aufgelegt hat, zeigte der heimische Vierbeiner kein Einsehen, seine tägliche Fütterungszeit um eine halbe Stunde nach hinten zu verschieben…

Homeoffice im Schlafanzug – ein No-Go

Alle Kollegen bestätigen: Die Arbeit läuft reibungslos weiter, rein technisch und operativ gesehen funktioniert das Homeoffice an manchen Stellen fast noch besser als die Büroarbeit. Die Ausstattung ist gut, die Umstellung war nicht so groß. Die Calls und der Austausch funktionieren problemlos. Konzentriertes Arbeiten ist ausgezeichnet möglich und die Meeting-Disziplin in Calls ist bei vielen sogar höher als in der Offline-Welt. „Für mich ist eine feste Struktur sehr wichtig. Dafür habe ich ein wenig gebraucht. Mittlerweile achte ich auf die strikte Trennung von Arbeitszeit und Freizeit“, berichtet Claudia. Dafür sorgt sie auch durch ihre Kleidung. Homeoffice im Schlafanzug kommt bei ihr nicht vor. Die Kollegin Kristin handhabt dies ähnlich und sorgt zudem für feste Pausen. Das Essen wird nicht vor dem Rechner eingenommen und überdies frisch gekocht. So hält es auch ein anderer Kollege: „Die Kantine ist erstaunlich gut“, schmunzelt er. Bislang hatte er wohl nicht so großes Vertrauen in die eigenen Kochkünste. Insgesamt sind die Mitarbeiter froh, dass Vaillant früh und umsichtig reagiert hat, indem die Teams, denen es möglich war, bereits Mitte März ins Homeoffice geschickt wurden. Etlichen Mitarbeitenden erspart das Homeoffice obendrein die tägliche Pendelei auf der Autobahn – was viele als eine echte Alltagserleichterung empfinden. Nicht selten verbringen die Kollegen pro Tag bis zu zwei Stunden im Auto. So auch Nachhaltigkeitsmanager Jens, der täglich über die A1 pendelt: „Jetzt kann ich nach Feierabend mit Familie und Hund noch einen schönen Spaziergang durch die Felder machen, reduziere meine CO2-Emissionen und spare obendrein Geld.“

Wir fehlen uns!

Aber eines fehlt dann allen doch: die echten Kollegen. Wie schön wäre es, wenn die Kaffeetassen-Challenge in der Kaffeeküche und nicht vor dem Monitor stattfinden würde. Wie sehr fehlen die blöden Sprüche des Lieblingskollegen, das gemeinsame Lachen, das aufmunternde Wort oder der spontane Rat von Bürokameraden, die privaten Gespräche in der Teeküche und der kurze Schnack zwischen Telefonaten mit physisch anwesenden Menschen. Bei aller technischen Brillanz des Homeoffice, können wir es nicht verheimlichen: Wir fehlen uns!

Tipps und Tricks für die Arbeit im Homeoffice

  • Sorgt für feste Zeiten – und auch für ausreichend Pausen. Homeoffice bedeutet keinesfalls 24/7.
  • Nicht einen Call an den nächsten reihen, sondern dazwischen Zeit für Toilettengänge, Mahlzeiten und Frischluft einplanen.
  • Nicht länger als vier bis fünf Stunden am Tag in Calls verbringen. Der Rest sollte ohne Kopfhörer auf den Ohren verbracht werden.
  • Zwei Stunden vor dem Schlafen gehen den Bildschirm abschalten. Sonst drohen Schlafstörungen.
  • Virtuelle Kaffeetrinken und Lunch Breaks mit Kollegen vereinbaren. Noch besser: Teamübergreifende „Blind Dates“ mit einer Handvoll Kollegen arrangieren. So droht nicht die Gefahr, dass der virtuelle Kaffee in ein Arbeitstreffen ausartet.
  • Handy statt Skype: Nicht alle Meetings müssen in den einschlägigen Conferencing Tools stattfinden. Mit dem Handy kann man auch einmal aufstehen oder gar auf dem Balkon telefonieren.
  • Sport einplanen. Dafür reicht schon ein strammer Spaziergang nach dem Arbeitstag. Längst nicht jeder hat ein ergonomisch günstig ausgestattetes Arbeitszimmer. Sport wirkt Verspannungen und Rückenproblemen entgegen.
  • Macht euch feste Arbeitspläne für den Tag und arbeitet diese ab.

Wir grüßen Euch aus dem Homeoffice. Bleibt alle gesund!

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2 Kommentare

Dirk Birkhahn

Ein sehr schöner Bericht der auch klar macht wie wichtig Kollegen sein können.

Ingo Müller

Auch wenn alles ganz gut läuft. Es fehlen nicht nur die lieben Kollegen, auch der Flurfunk fehlt. Den können die Chat-Tools nicht auffangen. Daher freue ich mich schon wieder auf die Arbeit im Büro.

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