Heizkurve
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Eine Frage der Einstellung: optimale Heizkurve, optimale Energieersparnis

 

Ihr möchtet Energie sparen und möglichst lange Freude an Eurer Heizung haben? Dann ist es sinnvoll, sich mit der Heizkurve zu beschäftigen. Warum? Erfahrt Ihr hier!

Wisst Ihr, was eine Heizkurve ist? Ganz ehrlich: Selbst unser Redaktionsteam hat das nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln können. Deshalb haben wir mit einem Experten gesprochen, unserem Kollegen Dominik Baar. Er ist Vermarktungsmanager Regelungs- und Systemtechnik bei Vaillant und kennt sich somit bestens aus. Im Interview liefert er uns eine Erklärung der Heizkurve, auch Heizkennlinie genannt, und erläutert, wie wir damit Fußbodenheizungen und andere Heizungen kosten- und energieeffizient einstellen können.

Dominik, welche Bedeutung hat die Heizkurve für den Betrieb bzw. die Effizienz von Heizungsanlagen?

Dominik Baar: Eine optimal eingestellte Heizkurve (oder auch Heizkennlinie) bringt verschiedene Vorteile mit sich: Der Heizkessel muss weniger arbeiten, verbraucht weniger Energie und verschleißt langsamer. Die Taktung des Kessels – also das Ein- und Ausschalten – wird reduziert und der Nutzungsgrad steigt. Außerdem geht weniger Wärme im Heizkreislauf verloren. Besonders wichtig ist die Einstellung der Heizkennlinie in einem Wärmepumpen-System: Eine Verringerung der Vorlauftemperatur steigert die Effizienz der Wärmepumpe im Vergleich zu einem Heizkessel sogar überproportional.

Okay, verstanden! Und was bedeutet eine optimierte Heizkurve in der Praxis?

Dominik Baar: Ein Gebäude wird grundsätzlich auf eine Systemtemperatur ausgelegt. Bei Heizkörpern zum Beispiel hat das Heizungswasser eine Vorlauftemperatur von 70 °C und eine Rücklauftemperatur von 55 °C. Bei einer Fußbodenheizung sind es  40 °C und 30 °C. Die ausgelegte Systemtemperatur ist aber nur bei der tiefsten Norm-Außentemperatur erforderlich, welche die DIN EN 12831 für verschiedene Regionen vorgibt. In Hamburg zum Beispiel beträgt die tiefste Norm-Außentemperatur -12 °C. Die Heizkurve sorgt dafür, dass der Wärmeerzeuger nicht ganzjährig 70 °C heißes Heizwasser bereitstellt, denn sie bestimmt die notwendige Vorlauftemperatur in Abhängigkeit von der aktuell gemessenen Außentemperatur.

Beispiel bei einer Heizkurve 1,2:

Bei einer Außentemperatur von -15 °C stellt der Wärmeerzeuger eine Vorlauftemperatur von ca. 67 °C bereit.

Bei einer Außentemperatur von +5 °C stellt der Wärmeerzeuger eine Vorlauftemperatur von ca. 44 °C bereit.

Diagramm einer optimierten Heizkurve/Heizkennlinie

Diagramm einer optimierten Heizkurve/Heizkennlinie

Wann wird die Heizkurve eingestellt? Bei der Installation der Heizung?

Dominik Baar: Der Fachhandwerker sollte die Heizkurve bei jedem neu installierten Wärmeerzeuger auf das Heizsystem abstimmen. Dies ist jedoch oft schwierig, da die Einstellung zeitaufwendig ist und er nur kurze Zeit im Haus ist. Außerdem erfordert das Finetuning Außentemperaturen von unter 5 °C. Eine mögliche Lösung ist, dass Ihr Euch von Eurem Fachhandwerker anleiten lasst, wie ihr die Heizkennlinie selbst optimal abstimmen könnt.

Oftmals muss die Heizkurve später noch im Betrieb angepasst werden. Zum Beispiel, wenn ein Bewohner eines Mehrfamilienhauses in den Übergangszeiten friert, weil die Heizkörper nicht warm genug werden.

Kann ich die Heizkurve auch alleine einstellen?

Die Heizkurve wird meistens in einer Ebene des Reglers eingestellt, auf die nur der Fachhandwerker Zugriff hat. Dies ist grundsätzlich auch sinnvoll, da die Veränderung der Kurvenneigung gewisse Fachkenntnisse erfordert: Sie bestimmt, wie stark sich die Vorlauftemperatur bei steigenden oder sinkenden Außentemperaturen verändern muss. Daher würde ich stets Rücksprache mit meinem Fachhandwerker nehmen – außer, ich nutze den Funkregler Vaillant eRELAX zur mobilen Steuerung von Heizungsanlagen: Unser App-basierter Regler justiert die Heizkurve nämlich selbstständig nach. Parallel verschiebt Ihr die Heizkurve übrigens immer selbst – und zwar dann, wenn Ihr am Regler Eure Wunschtemperatur festlegt.

Vorlauf-/Rücklauftemperatur: Was ist das?

Die Vorlauftemperatur bezeichnet die Temperatur, mit der das von einer Gas-Heizung, Solarthermie etc. erwärmte Wasser in den Heizkreis bzw. die Heizkörper oder Fußbodenheizung geleitet wird. Die Temperatur des daraus herausfließenden Wassers nennt man Rücklauftemperatur.

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36 Kommentare

Karl-Walter Bär

Der Sinn und Zweck der Heizkurve ist hier recht anschaulich beschrieben. Doch anscheinend sind das für einige, wenn nicht sogar viele „Fachhandwerker“ Böhmische-Dörfer. Das musste ich auch vor einigen Jahren beim Einbau unserer Vaillant Hydrotherm aura compact mit Solarunterstützung feststellen. Nach Inbetriebnahme bat ich den Monteur eine Einstellung der Steuerung auf den Bedarf des Hauses vorzunehmen und erhielt die Antwort: dies sei vom Werk vorgegeben und dürfe nicht verändert werden, wegen der Garantie! Der Chef der Heizungsfirma bestärkte sogar noch diese Aussage seines Monteurs. Das zeugt nicht von allzugroßem Fachwissen!
Ich möchte dazu anmerken, dass ich lange Zeit in einem großen Norddeutschen Elektrotechnischen-Betrieb unteranderem für die Firma Buderus Heizungssteuerungen geplant und gefertigt habe und mich mit dieser Materie auskenne. Ich habe dann in Eigenregie zuerst die Kennlinie von der Werkseinstellung 1,2 auf 1; dann später auf 0,8 und zuletzt bis heute auf 0,6 eingestellt. Mit großem Erfolg, das Haus ist ausreichend gut beheizt und der Gasverbrauch dadurch erheblich reduziert worden.

21 grad Redaktion

Hallo Karl-Walter,

danke für das Teilen Deiner Erfahrungen. In der Regel ist der Heizungsfachmann mit der Funktionsweise der Heizung vertraut, kann diese erklären und natürlich auch einstellen. Leider gibt es natürlich auch hier Ausnahmen. Anscheinend hast Du dann mit einer solchen Ausnahme Erfahrungen sammeln müssen. Super, dass Du Dir aufgrund Deiner Erfahrung hier selbst weiterhelfen konntest und mit dem Ergebnis nun zufrieden bist. Grundsätzlich empfehlen wir jedoch immer einen Heizungsfachmann für die Einstellung der Heizkurve hinzuzuziehen. Insbesondere dann, wenn nicht so viel Hintergrundwissen vorhanden ist, wie in Deinem Fall.

Liebe Grüße
Dein 21 grad Team

Sandra

Auch ganz interessant, wie man das bei Wärmepumpen macht: https://www.energie-experten.org/heizung/waermepumpe/betrieb/heizkurve.html Da brauch man ein bisschen Fingerspitzengefühl.

Klaus Thaler

Hallo

Danke für für diesen Artikel?
Ich komme selbst vom Fach und kenne mich damit sehr gut aus. Leider muss ich aber eine gewisse Inkompetenz in Fachkreisen bestätigen. Viele, wenn nicht fast alle meiner Kollegen haben nicht wirklich Ahnung von Heizungen welche sie gerade verbauen. Stellenweise sogar alte Heizungsbauer. Heizkurven und Ausdehnungsgefäße…was ist das bitte!?? Traurig. Kann nur besser werden
#optimistich

Bernd Scheithauer

Hallo, dass der Begriff Heizkurve von Endkunden oft gesucht wird ist bekannt. Ein Begriff, der dem Endkunden sugeriert, seine Heizungsanlage selbst optimieren zu können. Das funkioniert aber nur, wenn VORHER ein Fachmann die Anlage nach der Theorie eingestellt hat: Raumweise Heizlast ermittelt, Heizflächenleistung bestimmt (Annahme Vor-/Rücklauftemperatur), Überdimensionierungsfaktoren bestimmt, neue Systemtemperaturen auf den Wärmeerzeuger abgestimmt. Dann erst „darf“ der Betreiber, nach dem er weis was er macht, sich um die Anlagendynamik kümmern. Dies ist ein sehr komplexes Thema: Hierzu weitere Informationen: http://www.hydraulischer-abgleich.de/deu/0_none/9_Die-Heizkurve–Vorlauftemperatur/15_Die-Heizkurve–Vorlauftempera.html

21 grad Redaktion

Hallo Bernd,

danke für Deine Ergänzung. Du hast absolut recht, es ist ein komplexes Thema. Deshalb war uns auch wichtig einen Artikel hierzu bereitzustellen, in dem deutlich wird, dass für die Einstellung der Heizkurve etc. ein Fachmann hinzugezogen werden sollte. Viele bestehende Artikel zu dem Thema vernachlässigen diesen Aspekt.

Liebe Grüße
Dein 21 grad Team

Michael

Vielen Dank für den guten Artikel. Eine wichtige Frage hätte ich gerne beantwortet. Kurze Vorgeschichte: Vor zwei Jahren habe wir uns ein älteres Massivhaus gekauft und seitdem stelle ich Stück für Stück die Gasheizungsanlage ein – also natürlich nur was mir als technisch interessierter Laie möglich ist. Es ist eine Vaillant VKS21 e die laut Recherchen um den Faktor 2 überdimensioniert ist. Das Haus benötigt ca. 9 KW und der Kessel hat aber 20,7 kW Nennleistung. Unser Verbrauch ist von rund 30.000 kWh auf 21.000 kWh gesunken. Wir hatten die Verbräuche vom Vorbesitzer von 4 Jahren zuvor. Die doch ordentliche Ersparnis ergab sich aus der Reduzierung der Vorlauftemperatur mit der Heizkurve von ehemalig 5 auf 3 , dann auf 1 und jetzt III. Die 5 hatte eine Vorlauftemperatur von 55 °C bei Außentemperatur von 0 °C und die jetzige III hat 40 °C bei 0° C Außentemperatur. Die Räume sind nun alle zwischen 20 und 21 °C warm. Und seit der III schalten wir keine Nachtabsenkung mehr. Wir fühlen uns richtig wohl aber eine Frage treibt mich jetzt sehr um: Was ist jetzt mit der Kondensatproblematik im Brenner durch die geringe Rücklauftemperatur von ca. 35 °C ? Ich lese immer das senken der Vor- und Rücklauftemperatur ist so weit das Wohlbefinden nicht gestört ist, zur Energieersparnis die richtige Richtung. Können Sie mir hier helfen? Danke!

21 grad Redaktion

Hallo Michael,

vielen Dank für Deinen Kommentar. Es freut uns, dass Dir unser Blogbeitrag gut gefallen hat.
Bezüglich Deiner Frage würden wir Dich gerne an unsere Experten vom Kundenservice verweisen. Schicke uns doch bitte Deine Kontaktdaten (Name, Adresse und Telefonnummer) an folgende Mailadresse: socialmedia@vaillant.de.
Wir leiten Deine Anfrage dann entsprechend weiter und unser Kundenservice meldet sich telefonisch bei Dir.

Viele Grüße
Dein 21 grad Team

Michael grün

Hallo an alle,
könntet Ihr auch mal einen Artikel zum Problem Wunschtemperatur am Regler und Thermostate an den Heizkörpern schreiben oder mir und evtl. anderen hier direkt weiterhelfen.
Folgendes Problem in Stichworten:
ecoTecPlus mit eingebautem Regler calorMatic 470; ein Heizkreis; Fußboden und Wandheizung; Ferienwohnung; Gäste ohne Zugang zum Regler, aber zu den Thermostaten in den Räumen.
Einstellung im Winter (ohne Gäste):
– Wunschtemperatur am Regler 20°C;
– alle Raumthermostate (FB und WH) auf 12°C;
Ergebnis: Heizungsausfall durch „Verblasen des Wassers“-Zitat des von Vaillant zertifizierten Monteurs- über den Schnellentlüfter, „weil die Heizung keine Tmperatur abnehmen kann.“ Tatsächlich rostbraune Wasserstreifen an der Wand unter der Therme.
Lösung des Monteurs: (Irgend-)Ein Thermostat auf 5 stehen lassen (keine Raumaufschaltung!). Wie verträgt sich das mit der Energieeinsparung und den Hinweisen im Punkt 6.4 auf S. 35 der Betriebsanleitung calorMatic 470/2.

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
Michael

21 grad Redaktion

Hallo Michael,

vielen Dank für Deine Anregung. Wir werden das Thema in jedem Falle mal in unserem Redaktionsplan mit aufnehmen und überlegen, wie wir es am besten aufbereiten können. Zum konkreten Fall: Hier ist Dein Heizungsfachmann tatsächlich der beste Ansprechpartner, da er die Vor-Ort Bedingungen kennt. Wir informieren Dich, sobald der Artikel hierzu fertiggestellt ist.

Liebe Grüße
Dein 21 grad Team

oki

Hallo zusammen

Ich habe mal ne Grundsätzliche Frage… wir haben in unserem Haus vor 3Wochen einen LuWP AroTherm 115 von Vaillant die Bivalent mit der Gasheizung läuft verbaut. Die Steuerung wurde initial im Keller verbaut und fer Monteur meine er stellt dirle Heizkurve ein.. im Steuergerät befindet sich aber auch ein Raumtemperaturfühler. Ich habe dann darauf bestanden, dass er das Gerät in den Wohnraum verlegt und die Heizung via Raumfühler läuft und nicht via Heizkurve… die kann ich ja immer noch aktivieren. Was ist den nun besser Raumfühler oder Heizkurve?

21 grad Redaktion

Hallo Oki,

wir kennen die Bedingungen bei Dir vor Ort nicht im Detail, aber grundsätzlich lässt sich beides miteinander kombinieren, sodass es hier kein besser oder schlechter gibt. Das Ganze ist dann eine witterungsgeführte Regelung mit Raumaufschaltung. Dies wäre dann wahrscheinlich für Dich die optimale Option. Hierzu solltest Du Dich aber lieber noch einmal genau bei Deinem Heizungsfachmann erkundigen, damit alle Einstellungen auch richtig vorgenommen werden.

Liebe Grüße
Dein 21 grad Team

Samuel Sommer

Guten Tag,
Ich kann einstellen: Steilheit Heizung und Steilheit „Kessel“ was ist was? Zudem spricht man von Parallel Verschiebung – wo kann ich diese einstellen?

MfG

Christian

Hallo,

nach welcher Formel sind die oben gezeigten Heizkurven erstellt? Ist die Solltemperatur bei Vaillant wirklich nur eine Parallelverschiebung oder geht das irgendwie als Faktor mit ein?

mtirala

Hallo,

your article explains the simplest use case – whole regulation is performed only through the set up of the heating curve.

I wonder whether these days anybody installs a heating system without feedback information about room temperature. This is exactly where my problem (and I believe of many Vaillant customers) starts. I was surprised to find NO information at all on the following questions in the eRelax / heater documentation (EcoTEC VC Exclusive 256/5-7).
Question 1. Should I try to set the heating curve number as low as possible (as long as the room temperature stays at the desired level)? Is it important to avoid that the heater switches itself off every so often (when room temperature reaches desired value) – should one try to make heater heat continuously? If the answer is „yes“, then the lower heating curve, the bigger proportion of time the heater will be heating. Is this exactly why one of the graphs that I have in my eRelax app shows the „% of heating operations“??? If my heater is on only 50% of time (it is 0C outside now) is it OK, or is my heating curve value too high?

2) I guess that the answer to the above question is yes – one should set the heating curve value as low as possible. That is great, but what if I reduce my temperature at night by 2C?? It will take ages to warm up my house in the morning, because the Vorlauftemperatur is low, just enough to warm the house by 0,1 or 0,2C – not by 2C. The eRelax documentation is silent on „Unser App-basierter Regler justiert die Heizkurve nämlich selbstständig nach“ – what does it exactly mean? Does it mean that if the difference between current and desired room temperature is high, it will adjust the heat curve up?

3) Why should I care about the heating curve at all if I in my eRelax app I set heating algorithm to „advanced“? The description in the app says that „the thermostat uses sophisticated PID algorithm to better regulate the temperature“. Why can I (should I??) set the heating curve in this case?

4) What is exactly the difference between „advanced“ heating algorithm and the „heating prediction“ options in eRelax app? Which additional factor is taken into account by „heating prediction“ (and is not taken into account by „advanced“ algorithm?

Dominik

Hello mtirala,

for further information regarding the usage of the app and the interaction between app settings and heating curve, please contact our app-experts under the following e-mail adress: admin.diagnose@vaillant.de. They can help you with your questions and the correct setup.

Kind regards
Dominik – 21 grad Team

Frank D

Raumfühler oder Heizkurve?
Genau das ist auch mein Problem. Ich möchte nicht auf den Fachhändler verwiesen werden weil die keine Zeit haben und das ist bei allen so!
Also ich habe eine neue Viallant Kesselheizung wo ich auch das Internetmodul selbst nachgerüstet habe.
Ich möchte meine Wohnung jetzt effizient heizen. Sie ist recht gut isoliert, kein Neubau aber grundsaniert und isoliert. Ich bekomme immer wieder Zuweisungen. Der Händler sagt alles so laufen lassen oder Viallant anrufen. Viallant sagt Fachhändler fragen oder sie schicken einen Kundendienst.
Ich verstehe nicht, warum man mir nicht ein paar kleine Hilfen gibt.
Ich protokolliere schon wie sehr sich ein Raum über Nacht in der Temperatur absenkt ohne zu heizen.

Also, soll ich eher auf Heizkuve gehen und mit den Ventilen am Heizkörper arbeiten und stelle da die Heizkurve von 0,8 langsam hoch wenn es nicht genügend warm wird? Der Vorteil ist, man überheizt nicht und lässt gleichmäßig erwärmen.
Oder über das Thermostat als Raumregler.
Wie hoch muss ich die Vorlauftemperatur wählen. Habe die Heizkörper auf jeden Fall deutlich überdimensioniert um mit geringerer Temperatur fahren zu können.

Wäre lieb wenigstens ein einziges Mal nicht mit Standartsätzen vertröstet zu werden. Ich möchte wie alle hier nur etwas Hilfe weil niemand anders hilft.

Jürgen Knorr

Hallo,

ich bin gerade neu in eine Wohnung ( Mieter) mit Vaillant Gasheizung eingezogen und bin gerade dabei das System passend eizustellen. Hierbei bin ich beim Lesen auf das System „Funkregler eRELAX“ gestossen, welches das Heizsystem je nach Aussentemperatur optimal (bei einem Wohlfühlklima minimale Heizkosten) steuern soll. Ist es möglich eine Indikation für die Heizkostenersparnis auszugeben? Für mich stellt sich die Frage ob sich so ein System lohnt und ich die Vermieterin darauf ansprechen sollte.

MfG Jürgen

kraeMit

Für alle mit Brennwerttherme: Hier ein bisschen von unserem Erlernten:
– Sinn, Ziel und Absicht einer Brennwerttherme ist mit möglichst niedriger Temp. gleichmässig und ständig zu heizen
– Grundlagen sind u.a. ein hydraulischer Abgleich und ein gedämmtes Gebäude
– alle Räume müssen HK haben, die groß genau sind (grob: 100W / qm)
– Heizung ist kein Lichtschalter! Es wir einmal eingestellt und dann bleibt es so!
– nahe am Optimum macht man dann auch alle Thermostate auf, die Heizung regelt den Bedarf z.B. über Außentemperatur und Heizkurve.
– i.d.R. wird nachts durchgeheizt, evtl. mit kleiner Temp. Absenkung. Das ist oft sinnvoller und günstiger als morgens mehrer Stunden komplett aufzuheizen.
– Ziel ist, das das (gedämmte) Gebäude sich komplett aufwärmt und die Temperatur in allen Materialien speichert.
– zusätzliche Regler (SmartHome etc.) sind bei Brennwertthermen überflüssig.

Gruß

Sven Bucher

Ich denke, dass man auch eine Fußbodenheizung gut optimieren könnte. Dabei ist sicherlich die Verlegung, der Rohrdurchmesser und eben die Vorlauftemperatur entscheidend. Nicht zuletzt kommt es auf den Wärmedurchgangskoeffizienten des Fußbodenbelags an. Vielen Dank für Ihre Anregungen! http://www.wojtek-installateur.at/gas-wasser-heizung.php

Kilian

Hi liebes Team von Blog 21,
ich finde den Beitrag sehr verständlich und das auch für „jüngere“ Leser sehr gelungen meiner Meinung nach. 🙂

RedHillJui

@kraeMit

Der erste gute Beitrag. So und nicht anders.

Der gemeine Heizungsbesitzer sollte Ahnung von seiner Heizung haben oder sich aneignen.
Eine Optimale Einstellung bedarf min einer Heizperiode um Kenntnis aller Variablen zu bekommen und darauf zu reagieren .

Dietrich Jahn

Mit dem ausgeglichenem Heizverhalten unserer im vergangenen Sommer installierten Gas-Brennwert-Heizung ecoTec plus VC146/5-5 bin ich sehr zufrieden. Die neue Heizung hat eine Vaillant Klassik VC 196 E abgelöst, die im Jahr 2000 installiert worden war. Wenn ich an der alten Heizung die Heizkurve erhöhte, konnte ich eine höhere Raumtemperatur bei sinkender Außentemperatur erreichen. Dabei hatte ich die Heizkurve konstant nach unten verschoben – mit dem +/- Drehrad. Ganz selten habe ich in den Übergangszeiten etwas nachgestellt. Bei der neuen Heizung entspricht die Einstellung der Wunschtemperatur am VRC 700/6 Heizungsregler offenbar der Funktion des +/- Drehrads. Die Raumtemperatur im Haus zu verändern, gelang mir bis jetzt nur mit dieser Wunschtemperatur-Regelung. In der Fachhandwerkerebene habe ich es auch mit der Einstellung auf eine neue Heizkurve versucht von 0,6 auf 1,0. Aber dabei habe ich keine Veränderung im Heizverhalten bemerkt. Warum nicht? Sollte ich einen noch höheren Wert für die Heizkurve probieren? Ich möchte möglichst selten die Einstellungen ändern, auch die Wunschtemperatur nicht.
Die Heizung lief und läuft nur gesteuert durch die Außentemperatur. Die 12 Heizkreise, verteilt auf 3 Etagen, werden gemeinsam über einen externen Wärmetauscher und eine externe Pumpe mit dem Heizwasser versorgt, getrennt vom Heizwasserkreislauf des Brenners.

Armin Speer

@Dietrich Jahn: Wenn bei kälterer Außentemperatur die Räume nicht mehr warm genug werden, es sonst aber waren, dann ist die Heizkurve nicht steil genug gestellt. Bei einer Steilheit der Heizkurve von 1,0 erhöht sich bei einer um 1°C sinkenden Außentemperatur zugleich die Vorlauftemperatur Ihrer Heizung um 1°C, bei einer Steilheit von 1,2 um 1,2°C, das ist also logisch aufgebaut. Da mit jeden °K Unterschied zwischen Raum und Außen auch der Wärmeverlust durch die Gebäudehülle steigt, reicht eine Heizkurvensteilheit von 1,0 meist nur bei besonders gut wärmegedämmten Häusern aus. Bei Ihrem Haus ist das offensichtlich nicht ausreichend, Sie müßten demnach die Steilheit der Heizkurve in kleinen Schritten erhöhen und beobachten, ob es dann warm genug wird. Das sollte nur bei Außentemperaturen unter 5°C erfolgen, weil sich sonst die Auswirkung auf die Raumtemperatur schlecht beurteilen läßt. Mitunter muß man bei einer Veränderung der Steilheit der Heizkurve diese durch die Parallelverschiebung (+/-) auch etwas senken oder anheben. Das Ganze ist jedenfalls ein Prozeß der Tage bis Wochen in Anspruch nehmen wird, bis man das optimale Ergebnis erzielt.

Otto Smolny

Gibt es auch eine digitale Heizkurve bei der ich am Bildschirm die Parameter (Heizkurve, Parallelverschiebung, Temperaturskala) verstellen und vergleichen kann?
MfG
Otto Smolny

Ingo Meyer

Wir haben eine Gastherme ecoTEC classic VC 196/2-C. Die Vorlauftemperatur wird entsprechend der Heizkurve in Abhängigkeit von der Außentemperatur festgelegt. Allerdings ist die Vorlauftemperatur im Betrieb nicht konstant. Bei 3grdC Außentemperatur nimmt die Vorlauftemperatur zum Beispiel von 35grdC auf 46grdC zu bevor die Flamme ausgeht. Wo finde ich da die Vorlauftemperatur gemäß Heizkurve wieder und welcher Algorithmus steckt dahinter? Kann man die Vorlauftemperatur mit der nahezu konstanten Vorlauftemperatur einer Wärmepumpe vergleichen?
MfG

21 grad Redaktion

Hallo Ingo,

mehr Informationen zur Heizkurve findest Du auch in unserem Ratgeber: http://vai.vg/einstellung
Allerdings würden wir Dir empfehlen einen Heizungsfachmann drüber schauen zu lassen, da das Gerät nur optimal laufen kann, wenn die Vorlauftemperatur richtig eingestellt ist.
Einen Fachhandwerker in Deiner Nähe findest Du unter: http://vai.vg/partner-finden

Viele Grüße
Kim vom 21grad Team

Klaus

nachdem ich mit meiner Heizung noch nie richtig zufrieden war, habe ich mich nun entschlossen, mir die ganze Sache genauer anzusehen. Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass das Ding nur am Takten ist, ich aber gleichzeitig im Bad bestenfalls auf 20 Grad komme. Aktuell ist die Tmperatur fast im ganzen Haus auf Soll oder sogar etwas drüber mit Ausnahme vom Bad und dem Hobbyraum im Keller. Der Rest wird im gut isolierten Haus genügend von der Sonne erwärmt. Die Heizung springt an, geht aber nach weniger als einer Minute schon wieder aus weil die Temperatur scheinbar oben ist, und zwar nicht nur im Vorlauf, sondern scheinbar auch im Rücklauf, und das obwohl der Heizungsverteiler noch nicht mal richtig warm ist. Als ich mir die Therme (VC196/2-C) daraufhin genauer angesehen habe, musst eich feststellen, dass im Prinzip innerhalb der Therme der Vor- und der Rücklauf gebrückt ist! Ich weiß ja nicht was das soll, aber so ist das ja logisch dass in meinem Bad nichts ankommt und die Heizung meint sie sei auf Temperatur, es fließt ja nicht wirklich kaltes Wasser vom Rücklauf des Heizsystems in die Therme sondern das gerade erwärmte Wasser aus dem Vorlauf. Hydraulischer Abgleich hin oder her, im Zeitalter von Einzelraumregelung muss es auch möglich sein, dass ein großer Teil der Zimmer keinen Wärmebedarf mehr haben und dementsprechend die Thermostate die jeweiligen Kreise schließen. Unabhängig davon muss es doch möglich sein, dass der Rest noch genug Wärme abbekommt. Meine Frage wäre jetzt: hat da mein Heizungsbauer etwas falsch zusammengebaut oder ist das eine besonders geile Idee der Konstrukteure? Mir ist schon klar dass es eine Art Bypass geben muss, für den Fall dass alle Ventile gleichtzeitig zu sind, aber das darf dann bestenfalls erst ab einem bestimmten Druck passieren und nach so etwas sieht mir das nicht aus. Ich habe leider keinen Plan der Hydraulik zu dieser Therme gefunden.

21 grad Redaktion

Hallo Klaus,

leider können wir dies aus der Ferne schwer beurteilen. Allerdings sollte der von Dir beschriebene Fall definitiv so nicht auftreten. Wir empfehlen dir deinen Heizungsfachmann darüber schauen zu lassen, um das Problem zu beheben. Einen Fachpartner in deiner Nähe kannst Du auch hier finden: http://vai.vg/partner-finden

Wir hoffen, dass Dein Problem bald behoben werden kann.

Viele Grüße
Kim vom 21grad Team

Dominik

Hallo,
ich habe noch mal eine generelle Frage zum Thema Heizkurve.
Meine flexoTherm Sole-WP habe ich per eBUS auf unser KNX System gelegt und bin somit zum ersten Mal (zum Glück) auf unseren Parameter der Heizkurve gestoßen.
Wir haben in jedem Raum eine Fußbodenheizung verlegt und haben außerdem einen 185L Warmwasserspeicher in der WP integriert.
Von unserem Installateur ist bei Inbetriebnahme im Februar 2018 scheinbar die Heizkurve auf einen Wert von 1.2 gestellt worden und außerdem eine WW Temp. von 55°C mit einem Offset von 10K.
Das erscheint mir im ersten Moment viel zu steil/hoch (Laie).
Ich würde nun gerne die Neigung reduzieren und die WW Temp. auf 50 oder sogar 45°C absenken.
Was passiert genau, wenn ich die Kurve absenken und den Sollwert der Warmwasseraufbereitung nicht mehr im Vorlauf schaffe? Wie wird das Brauchwasser „erhitzt“? Passiert das dann über den Heizstab oder regelt die WP dafür extra nochmal hoch?
Mein Ziel ist es natürlich weiterhin den aktuellen Wärmekomfort zu genießen aber Energie zu sparen.
Danke für die Hilfe!

21 grad Redaktion

Hallo Dominik,

vielen Dank für Deine Anfrage. Grundsätzlich empfehlen wir immer, einen Heizungsfachmann für die Einstellung der Heizkurve hinzuzuziehen, da wir technische Einzelheiten und individuelle Gegebenheiten bei Dir vor Ort aus der Ferne nicht beurteilen können. Falls Du noch keinen Heizungsfachmann hast, kannst Du über unsere Partner vor Ort Suche einen in deiner Nähe finden: http://vai.vg/partner-finden. Technische Fragen beantworten wir sonst auch gerne in unserem HelpCenter. Hierfür kannst Du folgendes Formular nutzen: http://vai.vg/kontaktformular. Zusätzliche allgemeine Informationen zur Heizkurve findest Du auch in unserem Ratgeber: www.vai.vg/einstellung.

Viele Grüße
Jacqueline vom 21grad Team

Detlef Reffler

Hallo, guten Tag an das Team, ein Problem an meiner vsc146 4/5 mit multiMATICvrc 700/5. In 6/2018 wurde die Anlage in meinem Elternhaus, Zweifamilienhaus Bj. 1957, nicht gedämmt aber verklinkert, eingebaut. Hydraulischer Abgleich wurde durchgeführt. Bislang ohne Probleme. Ab März wurde im EG renoviert, dabei wurden die Heizleitungen im Keller neu angelegt. Im Badezimmer EG wurde ein Heizkörper gegen ein Handtuchheizkörper getauscht, ebenso eine Leitung zum Wohnzimmerheizkörper von der rechten auf die linke Wandseite verlegt. Während der Arbeiten wurde das Wasser aus der Anlage abgelassen. Seitdem wird es im OG nicht mehr ausreichend warm,max. 20° bei voll aufgedrehten Thermostaten. Es ist eine witterungsgeführte Anlage. Die Wunschtemperatur am vrc multiMATIC hab ich auf 22° gestellt, die Heizkörper steht auf 1,5. Vor allem in der Übergangszeit bekommt man die Wohnungen nicht mehr ausreichend warm. Für eine verständliche Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar. Freundlich grüßt Detlef Reffler

21 grad Redaktion

Hallo Detlef,

vielen Dank für Deine Anfrage. Leider ist es uns nicht möglich, den Sachverhalt aus der Ferne zu beurteilen. Es kann verschiedene Gründe haben, weshalb es nicht mehr ausreichend warm wird.
Bitte wende Dich daher an Deinen Heizungsfachmann. Er kann den Sachverhalt und Deine individuellen Gegebenheiten vor Ort prüfen.
Falls Du noch keinen Heizungsfachmann hast, hilft Dir unsere Partner vor Ort Suche, einen geeigneten Fachmann zu finden: http://vai.vg/partner-finden

Viele Grüße
Jacqueline vom 21grad Team

Detlef Reffler

Zur vorherigen Anfrage, die Heizkurve steht auf 1,5 ; nicht der Heizkörper

Matthias

In meinem älteren Vaillant-Regler gibt es auch noch die Option „Fußpunktanhebung“. Es wäre schön, wenn hierzu jemand einmal eine kurze Erklärung schreiben könnte. Das Handbuch führt aus, dass bei Außentemperaturen unterhalb des Fusspunktes die Vorlauftemperatur auf einen konstanten Wert geregelt wird. Das stimmt definitiv nicht.

21 grad Redaktion

Hallo Matthias,

danke für Deine Nachricht. Wende Dich mit Deiner Frage gerne an unser HelpCenter: http://vai.vg/kontaktformular. Dort wird Deine Anfrage an einen Experten weitergeleitet und von ihm beantwortet.

Viele Grüße
Jacqueline vom 21grad Team

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