Fußbodenheizung: Alles über Funktionsweise, Vorteile und Nachteile

Wärme, die sie spüren
Fußbodenheizung für jedes Zuhause
Heute sind Fußbodenheizungen längst mehr als ein Trend. Sie sorgen für eine gleichmäßige, sehr effiziente Wärmeverteilung in jedem Raum und ersetzen in Neubauten zunehmend die klassischen Heizkörper.
Und auch in bestehenden Häusern wird die Fußbodenheizung bei der Modernisierung immer beliebter, denn sie lässt sich in der Regel problemlos nachrüsten. Vor allem der Betrieb mit einer Wärmepumpe ist ideal, da diese mit niedrigen Vorlauftemperaturen, wie eine Fußbodenheizung sie benötigt, am effizientesten arbeitet. So können Sie wertvolle Energie einsparen.
Darum lohnt es sich
Die Vorteile einer Fußbodenheizung
- Gleichmäßige Wärmeverteilung
Im Gegensatz zu klassischen Heizkörpern erwärmt die Fußbodenheizung den Raum flächig. Es entstehen keine heißen oder kalten Zonen.
- Effiziente Wärmespeicherung
Dank der langen Rohrleitungen, besonders bei Verlegung im Estrich, kann die Fußbodenheizung Wärme gut speichern. Das steigert die Effizienz des gesamten Heizsystems.
- Niedrige Vorlauftemperatur
Fußbodenheizungen arbeiten mit deutlich geringeren Vorlauftemperaturen als Heizkörper. Das spart Energie und passt perfekt zu Wärmepumpen.
- Gesundes Raumklima
Weniger Staub in der Luft, wie er durch Heizkörper entsteht, ist besonders angenehm für Allergiker und Asthmatiker. Die trockene, warme Bodenluft wirkt zudem gegen Milben und Schimmel.
Warum Fußbodenheizungen Energie sparen
Im Gegensatz zu Heizkörpern verteilt eine Fußbodenheizung die Wärme über eine große Fläche. Dadurch kann die Vorlauftemperatur des Heizwassers von 60 °C oder 65 °C auf nur 35 °C oder weniger gesenkt werden, was weniger Energie verbraucht. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Strahlungswärme einer Fußbodenheizung als deutlich angenehmer empfunden wird als die punktuelle Wärme von Heizkörpern. Sie können die Raumtemperatur dadurch um 2 bis 3°C senken und dabei rund 10 bis 12% Primärenergie einsparen.
Wassergeführt oder elektrisch?
Arten von Fußbodenheizungen
- Wassergeführte Fußbodenheizung
- Elektrische Fußbodenheizung
Bei wassergeführten Systemen werden Rohre gleichmäßig unter dem Fußboden verlegt, durch die 30 bis 35 °C warmes Wasser fließt. Diese Wärme beheizt dann die Wohnräume. Da eine Fußbodenheizung ein geschlossenes System ist, genau wie Heizkörper, wird dafür natürlich kein zusätzliches Wasser verbraucht. Wassergeführte Fußbodenheizungen sind für große Wohnflächen meistens die erste Wahl, da sie im Betrieb günstiger sind als die elektrische Variante.
Und im Sommer? Da kann eine wassergeführte Fußbodenheizung in Kombination mit einer Wärmepumpe die Raumtemperatur um bis zu 3 °C kühlen. Dafür zirkuliert etwa 20 °C kühles Wasser durch die Heizrohre und nimmt Wärme aus den Räumen auf. Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber Kühlen mit einer Wärmepumpe.
Ein einfaches Prinzip
So funktioniert eine Fußbodenheizung
Fußbodenheizungen sind Flächenheizungen – anders als Heizkörper beheizen sie Räume also nicht punktuell, sondern über den gesamten Fußboden hinweg. Die folgende Grafik zeigt Aufbau und Funktion im Detail:
Über dem Beton, wird eine Isolierung bzw. Dämmschicht verlegt. Sie verhindert, dass Wärme nach unten verloren geht. Eine Abdeckung schützt die Dämmung zusätzlich. Darüber liegt die Fußbodenheizung. Sie erwärmt den darüber- oder umliegenden Estrich. Wassergeführte Fußbodenheizungen tun dies über Rohre, in denen vom Heizsystem erhitztes Wasser zirkuliert. Elektrische Fußbodenheizungen bestehen aus Heizmatten und wärmen den Estrich durch Strom. In beiden Fällen speichert der Estrich die Wärme und gib sie an den Fußbodenbelag weiter. So wird der gesamte Raum gleichmäßig und angenehm beheizt.

Für jedes Bauvorhaben
Verlegung: Nasssystem, Trockensystem und Frässystem
- Fußbodenheizung im Nasssystem
- Fußbodenheizung im Trockensystem
- Fußbodenheizung im Frässystem
Bei dieser Art der Verlegung werden die Rohrleitungen der wassergeführten Fubodenheizung direkt im nassen, frisch ausgelegten Estrich versenkt. Ist der Estrich getrocknet, wird der Bodenbelag darüber verlegt.
Das Nasssystem eignet sich vor allem im Neubau, da die erforderliche Estrichhöhe bereits bei der Planung berücksichtigt werden kann. In Bestandsgebäuden ist es vor allem dann eine Option, wenn der Boden ohnehin erneuert wird. Andernfalls ist die Nachrüstung im Altbau häufig aufwendiger, da meist ein neuer Estrich erforderlich ist und der zusätzliche Bodenaufbau Anpassungen an Türen, Treppen oder angrenzenden Räumen nach sich ziehen kann.


Fast alles möglich
Geeignete Bodenbeläge
Heutzutage können fast alle Fußbodenbeläge mit einer Fußbodenheizung kombiniert werden, z.B. Parkett, Fliesen, Teppich oder Laminat. Bei Echtholzböden sollten Sie jedoch auf stabile Sorten wie Eiche, Nussbaum oder Bambus setzen. Von Buche oder Ahorn ist eher abzuraten, da sich bei diesem Holz Fugen bilden können.
Entscheidend sind immer die Wärmeleitfähigkeit und der Wärmedurchlasswiderstand des Bodenbelags. Je höher die Leitfähigkeit und je geringer der Durchlasswiderstand, desto besser. Beide Werte werden von den Herstellern in der Regel angegeben. Achten Sie außerdem darauf, dass der Bodenbelag ausdrücklich für die Verwendung mit einer Fußbodenheizung freigegeben ist. Besonders bei elektrischen Fußbodenheizungen ist dies wichtig, da es hier zu höheren Temperaturen kommt als bei wassergeführten Systemen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wenden Sie sich an Ihren Heizungsfachbetrieb.
Verschiedene Muster
Welche Verlegungsarten gibt es?
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen den drei Verlegungsarten Mäander, Bifilar und Modular.
- Mäander
- Bifilar
- Modular

Bei der Mäander-Verlegung, auch als Schlangenform bekannt, wird das Heizrohr in parallelen Bahnen mit 180-Grad-Schleifen über die gesamte Fläche verlegt.
Da das Heizwasser mit zunehmender Rohrlänge etwas an Temperatur verliert, entsteht eine leichte Wärmeabstufung im Raum. In kleineren Zimmern fällt das jedoch kaum ins Gewicht, weshalb sich diese unkomplizierte Verlegeart besonders für Räume mit geringem Heizbedarf eignet.


Nachrüstung für mehr Komfort
Kann eine Fußbodenheizung bei der Sanierung nachgerüstet werden?
Ja, mittlerweile können Fußbodenheizungen auch in Bestandgebäuden fast immer nachgerüstet werden. Der wohl häufigste Fall ist eine Modernisierung der gesamten Heizungsanlage, z.B. der Wechsel zu einer Wärmepumpe. Im selben Zug bietet es sich an, alte Heizkörper gegen eine Fußbodenheizung zu ersetzen. Für die Nachrüstung einer Fußbodenheizung sind zwei wichtige Aspekte zu beachten:
Sollte die Fußbodenheizung nicht in den bestehenden Estrich gefräst werden, muss ein neuer 7 bis 10 cm hoher Estrich verlegt werden. Das kann insbesondere bei niedrigen Raumhöhen eine wichtige Rolle spielen. Zum anderen müssen die Decken tragfähig genug für den neuen Estrichaufbau sein. Dieser kann zwischen 40 bis 60 kg/m² wiegen, was für ältere Holzbalkendecken oft zu viel ist. Sind beide Faktoren berücksichtigt, steht einer Fußbodenheizung nichts im Wege.


Bestehendes Heizsystem erweitern
Fußbodenheizung und Heizkörper kombinieren – geht das?
Soll im Rahmen einer Sanierung die alte Wärmeverteilung über Heizkörper bestehen bleiben und nur ein zusätzlicher Raum, z.B. ein ausgebautes Dachgeschoss, mit einer neuen Fußbodenheizung beheizt werden, ist das möglich.
- In kleinen Räumen kann der Heizkreis der Fußbodenheizung einfach an den bestehenden Heizungsanschluss gekoppelt werden. Ein sogenannter Rücklauftemperaturbegrenzer senkt dann die hohe Vorlauftemperatur von 60 bis 65 °C auf etwa 35 °C, damit der Boden nicht überhitzt.
- In größeren Räumen sollte ein eigener Heizkreis mit separater Pumpengruppe installiert werden. So kann die bestehende Heizung weiterhin mit hohen Temperaturen laufen, während die Fußbodenheizung mit niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeitet. Die Pumpen sorgen für die nötige Durchflussmenge, die bei einem erweiterten Niedertemperaturkreis sonst nicht erreicht würde.


Optimale Kombination
Effizientes Team: Fußbodenheizung und Wärmepumpe
Fußbodenheizungen können mit verschiedenen Wärmeerzeugern kombiniert werden, eignen sich aber besonders für Wärmepumpen. Grund dafür ist, dass Wärmepumpen bei niedrigen Vorlauftemperaturen von rund 35 °C am effizientesten arbeiten. Fußbodenheizungen wiederum liefern bei Vorlauftemperaturen in genau diesem Bereich am meisten Wärme.
Ein weiterer Vorteil: In den Sommermonaten kann diese Kombination aus Wärmepumpe und wassergeführter Fußbodenheizung Ihr Zuhause auch angenehm kühlen.
FAQ Fußbodenheizung




