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Hybridheizung im Überblick

Wer verschiedene Wärmetechnologien miteinander kombiniert, nutzt eine Hybridheizung. Alle Informationen zu Heizungstyp und Förderung erfahren Sie hier!

Hybridheizung: Clevere Kombination effizienter Wärmetechnologien

Der Begriff „Hybrid“ kommt ursprünglich aus der griechischen Sprache und steht für die Bündelung oder Vermischung. Im technischen Zusammenhang sind damit Systeme gemeint, die zwei oder mehr Technologien kombinieren. Im Automobilbereich kennt man Hybridfahrzeuge, die über einen Verbrennungsmotor und unabhängig davon über Elektromotoren angetrieben werden. In der Heiztechnik wiederum bedeutet die Hybridheizung ein System, in dem verschiedene Wärmeerzeuger mit unterschiedlichen Energieträgern zusammenarbeiten.

Heizungsfachleuten und Bauherren ist die Hybridheizung bereits seit längerem als bivalentes oder multivalentes Heizsystem bekannt. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind bei Modernisierungen hierfür Zuschüsse bis zu 45%* möglich. Voraussetzung ist, dass der Anteil erneuerbarer Energien mindestens 25% ausmacht. Auch im Neubau sind solche Hybridheizungen förderfähig. Allerdings: Ölhybridheizungen sind von jeder Förderung ausgeschlossen.

Die Anwendungsmöglichkeiten für Hybridheizungen sind zahlreich: Man findet sie sowohl in Ein- und Mehrfamilienhäusern als auch in Gewerbeimmobilien. Bei der Sanierung von Altbauten kann es ebenfalls Sinn machen, eine Hybridheizung zu installieren.

Wie funktioniert eine Hybridheizung?

Die Hybridheizung kombiniert zwei oder mehr Heizsysteme miteinander. Meist handelt es sich um Systeme, die mit erneuerbarer Energie und fossilen Brennstoffen betrieben werden. Warum aber zwei Systeme, wenn eines ausreichen würde? In erster Linie, um auch in Häusern den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen, in denen Umweltwärme alleine nicht den gewünschten Komfort bringt. Das kann insbesondere in älteren oder größeren Häusern der Fall sein. Das spart sowohl CO2-Emissionen als auch Energiekosten.

In unseren Breiten herrscht eine kühlgemäßigte Klimazone vor, in der die Winter – abgesehen von einigen Regionen im Süden und Osten – oft mild sind. An kalten Wintertagen können aber beispielsweise in unzureichend gedämmten Häusern manche Wärmeerzeuger wie thermische Solaranlagen die benötigte Wärme nicht alleine bereitstellen. Deshalb springt ein weiterer Wärmeerzeuger wie ein Gas-Brennwertgerät ein, der dabei hilft, die Spitzenlast abzudecken. Wird im Hybridsystem eine Wärmepumpe mit Gas-Brennwert kombiniert, sorgt die Regelung dafür, dass immer der kostengünstigere Wärmeerzeuger arbeitet und nur bei Bedarf beide Systeme im Betrieb sind.

Ein weiteres Beispiel: Eine Solarthermie-Anlage nutzt die Energie der Sonne. Sie arbeitet im Sommer und Übergangsperioden besonders effizient, indem sie Wärme für die Warmwasserbereitung und die Raumheizung gewinnt. Sinken aber die Temperaturen im Winter, muss sie durch einen zusätzlichen Wärmeerzeuger unterstützt werden. Wird beispielsweise am Abend oder Morgen Wärme benötigt, scheint die Sonne nicht mehr bzw. noch nicht. Selbst mit einem großen Speicher wird es je nach Haustyp schwierig bis unmöglich sein, die Wohnräume komfortabel aufzuheizen und gleichzeitig genügend Warmwasser bereitzuhalten. Da man am Morgen aber viel Wärmeenergie benötigt, muss die Solarthermie-Anlage als Hybridheizung angelegt werden, damit durch den von der Sonne unabhängigen Wärmeerzeuger immer Wärme zur Verfügung steht.

Beispiel: Luft/Wasser-Wärmepumpe aroTHERM split im Hybridsystem mit dem ecoTEC plus

Welche Hybridheizungen gibt es?

Zu den häufigsten Hybridheizungen gehören folgende Kombinationen:

  • Gas-Brennwert + Wärmepumpe
  • Gas-Brennwert + Solarthermie
  • Wärmepumpe + Solarthermie

Weitere Hybridheizungskombinationen sind Öl-Brennwert und Solarthermie, Biomasse mit Solarthermie, KWK (Kraft-Wärme-Kopplung) mit Gas-Brennwert oder die Kombination zweier Wärmepumpen mit unterschiedlichen Wärmequellen (z.B. Sole/Wasser-Wärmepumpe mit Luft/Wasser-Wärmepumpe). Die Beheizung über Holz (Holzpellets, Hackschnitzel, Kaminholz etc.) in Verbindung mit einer regenerativen Energiequelle wird ebenfalls als Hybridheizung bezeichnet. Wichtig zu wissen: Ölbetriebene Wärmeerzeuger als Hybridheizung oder KWK-Anlage erhalten keine Förderungen mehr.

Was kostet eine Hybridheizung?

Bei einer Hybridheizung fallen zunächst höhere Investitionskosten an, da mindestens zwei Heizsysteme angeschafft werden müssen. Am Beispiel einer Gas-Hybridheizung mit Solarthermie wird zum ohnehin benötigten Gas-Brennwertgerät mit Abgasanlage und Warmwasserbereitung noch eine Investition für Solarkollektoren, Solarspeicher und Montage fällig. Da die Förderung einer reinen Gas-Brennwert-Heizung seit 2020 nicht mehr möglich ist, lohnt sich jedoch der Hybrid-Ansatz. Durch die hohen Fördersätze amortisiert sich der Mehraufwand in kürzester Zeit. Zumal Sie direkt von geringeren Energiekosten profitieren.

Achten Sie bei der finanziellen Planung einer Hybridheizung auf folgende Dinge:

Tipp 1

Der Austausch Ihrer alten Ölheizung lässt die Förderung um 10% steigen.

Tipp 2

Bei einer Gas-Hybridheizung können weitere Kosten für den Gasanschluss oder Flüssiggastanks und deren Peripherie anfallen – diese Kosten gehören allerdings zur förderfähigen Investition.

Tipp 3

Prüfen Sie, ob in Ihrer Region eine Wärmepumpe als alleiniger Wärmeerzeuger oder als Hybrid in Verbindung mit Solarthermie oder einem anderen regenerativem Wärmeerzeuger möglich ist. Der Fördersatz steigt dann um weitere 5%.

Tipp 4

Eine reine Gas-Brennwertheizung ist nicht förderfähig, wohl aber ein Gerät, das den späteren Anschluss erneuerbarer Energien gestattet („Renewable Ready“).

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Sie möchten sich individuell beraten lassen oder benötigen Hilfe bei der Planung? Dann lassen Sie sich kostenlos und unverbindlich beraten.

Fördermittel für Hybridheizungen

Hybridheizungen sind für den Ausbau erneuerbarer Energien in der Wärmegewinnung eine sehr wichtige Technologie. Deshalb nehmen diese Heizsysteme in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) einen hohen Stellenwert ein. Die BEG gilt seit dem 1. Januar 2021 und wird schrittweise eingeführt.

Bei der Heizungsmodernisierung sind die Förderquoten gestaffelt: Gas-Hybridheizungen, die „Renewable Ready“ sind, erhalten die niedrigste Förderung – erfordern im ersten Schritt aber auch geringere Investitionen. Erst in einem Zeitraum von zwei Jahren müssen Sie einen Erzeuger mit Umweltwärme ergänzen, beispielsweise eine Solarthermie-Anlage.

Installieren Sie in einem Zug ein Gas-Brennwertgerät plus Umweltwärme, steigt die Förderquote. Eine zusätzliche Prämie erhalten Sie, wenn dadurch eine Ölheizung stillgelegt wird.

Der höchste Fördersatz wird mit EE-Hybridheizungen erzielt, die aus mehreren Heizungssystemen auf Basis regenerativer Energien bestehen. Eine der häufigsten Kombinationen ist eine Wärmepumpe plus eine Solarthermie-Anlage und/oder einer Photovoltaik-Anlage. Details zu den Förderungen von Hybridheizungen in der Modernisierung können Sie in unserem Förderratgeber BEG EM lesen.

Auch im Neubau sind Hybridheizungen förderfähig. Der erzielte Effizienzhausstandard entscheidet über die Förderhöhen. Weitere Einzelheiten erfahren Sie in unserem Förderratgeber BEG WG.

Sie planen gerade die Modernisierung Ihre Immobilie oder Ihren Neubau? Dann finden Sie in unserem Ratgeber Heizung modernisieren oder Heizung im Neubau alle wichtigen Informationen.

Hybridheizung: Vorteile und Nachteile

Hybridheizungen haben definitiv viele Vorteile. Als Bauherr oder Modernisierer sollte man aber auch die Nachteile kennen, um eine Entscheidung für oder gegen eine Hybridheizung treffen zu können.

VorteileNachteile
+ Viele Energieträger, die meisten davon regenerativ, erlauben jeweils
günstige Betriebskosten bzw. die Nutzung kostenloser Umweltwärme
- Zusätzlicher Planungsaufwand mit weiteren Kosten
+ Attraktive Fördermöglichkeiten bei System mit erneuerbaren Energien- Zusätzlicher Platzbedarf
+ Verschiedene Wärmeerzeuger (z.B. Wärmepumpe + Gas) erlauben den
flexiblen Einsatz in nahezu allen Gebäudetypen, unabhängig vom Verteilsystem
- Bei Gas-Hybridheizungen Abhängigkeit vom fossilen Brennstoff
+ Umweltfreundliches und günstigeres Heizen- Höherer Anschaffungspreis

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*Bitte beachten Sie, dass auf sämtliche Fördermittel kein Rechtsanspruch besteht. Der genannte maximale Förderbetrag vom Staat versteht sich inklusive 5%, wenn eine energetische Sanierungsmaßnahme Bestandteil eines geförderten individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) ist. Weitere Informationen finden Sie in unserem Förderratgeber.