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Hybridheizung im Überblick

Wer verschiedene Wärmetechnologien miteinander kombiniert, nutzt eine Hybridheizung. Alle Informationen zu Heizungstyp und Förderung erfahren Sie hier!

Hybridheizung: Clevere Kombination effizienter Wärmetechnologien

Der Begriff „Hybrid“ kommt ursprünglich aus der griechischen Sprache und steht für die Bündelung oder Vermischung. Im technischen Zusammenhang sind damit Systeme gemeint, die zwei oder mehr Technologien kombinieren. Im Automobilbereich kennt man Hybridfahrzeuge, die über einen Verbrennungsmotor und unabhängig davon über Elektromotoren angetrieben werden. In der Heiztechnik wiederum bedeutet die Hybridheizung ein System, in dem verschiedene Wärmeerzeuger mit unterschiedlichen Energieträgern zusammenarbeiten.

Heizungsfachleuten und Bauherren ist die Hybridheizung bereits seit längerem als bivalentes oder multivalentes Heizsystem bekannt. Im Rahmen des Klimapakets sind für diese Art der Heizung Förderungen bis zu 45% möglich – es lohnt sich also, bei Neubau und Modernisierung eine Hybridheizung in Betracht zu ziehen, die erneuerbare Energie nutzt. Die Anwendungsmöglichkeiten für Hybridheizungen sind zahlreich: Man findet sie sowohl in Ein- und Mehrfamilienhäusern als auch in Gewerbeimmobilien. Bei der Sanierung von Altbauten kann es ebenfalls Sinn machen, eine Hybridheizung zu installieren, denn die Kombination eines Gas-Brennwertgeräts mit erneuerbarer Energie (z.B. Solarthermie oder Wärmepumpe) bringt beim gleichzeitigen Austausch der alten Ölheizung eine Förderung von 40%.

Wie funktioniert eine Hybridheizung?

Die Hybridheizung kombiniert zwei oder mehr Heizsysteme miteinander. Meist handelt es sich um Kombinationen, bei denen Systeme, die mit erneuerbarer Energie und fossilen Brennstoffen betrieben werden, zusammenarbeiten. Warum aber zwei Systeme, wenn eines ausreichen würde?

In unseren Breiten herrscht eine kühlgemäßigte Klimazone vor, in der die Winter – abgesehen von einigen Regionen im Süden und Osten – oft mild sind. An kalten Wintertagen können aber Wärmeerzeuger wie thermische Solaranlagen die benötigte Wärme nicht alleine bereitstellen. Deshalb springt ein weiterer Wärmeerzeuger wie ein Gas-Brennwertgerät ein, das dabei hilft, die Spitzenlast abzudecken. Wird im Hybridsystem eine Wärmepumpe mit Gas-Brennwert kombiniert, sorgt die Regelung dafür, dass immer der kostengünstigere Wärmeerzeuger arbeitet und nur bei Bedarf beide Systeme im Betrieb sind.

Ein Beispiel: Eine Solarthermie-Anlage nutzt die Energie der Sonne. Sie arbeitet im Sommer und Übergangsperioden besonders effizient, indem sie Wärme für die Warmwasserbereitung und die Raumheizung gewinnt. Sinken aber die Temperaturen im Winter, muss sie durch einen zusätzlichen Wärmeerzeuger unterstützt werden. Wird beispielsweise am Abend oder Morgen Wärme benötigt, scheint die Sonne nicht mehr bzw. noch nicht. Selbst mit einem großen Speicher wird es schwierig bis unmöglich sein, ein Haus komfortabel aufzuheizen und gleichzeitig genügend Warmwasser bereitzuhalten. Da man am Morgen aber viel Wärmeenergie benötigt, muss die Solarthermie-Anlage als Hybridheizung angelegt werden, damit durch den von der Sonne unabhängigen Wärmeerzeuger immer Wärme zur Verfügung steht.

Welche Hybridheizungen gibt es?

Beispiel: Luft/Wasser-Wärmepumpe aroTHERM split im Hybridsystem mit dem ecoTEC plus

Zu den häufigsten Hybridheizungen gehören folgende Kombinationen:

  • Gas-Brennwert + Wärmepumpe
  • Gas-Brennwert + Solarthermie
  • Wärmepumpe + Solarthermie

Weitere Hybridheizungskombinationen sind Öl-Brennwert und Solarthermie, Biomasse mit Solarthermie, KWK (Kraft-Wärme-Kopplung) mit Gas-Brennwert oder die Kombination zweier Wärmepumpen mit unterschiedlichen Wärmequellen (z.B. Sole/Wasser-Wärmepumpe mit Luft/Wasser-Wärmepumpe). Die Beheizung über Holz (Holzpellets, Hackschnitzel, Kaminholz etc.) in Verbindung mit einer regenerativen Energiequelle wird ebenfalls als Hybridheizung bezeichnet.

Was kostet eine Hybridheizung?

Bei einer Hybridheizung fallen zunächst höhere Investitionskosten, da mindestens zwei Heizsysteme angeschafft werden müssen. Am Beispiel einer Gas-Hybridheizung mit Solarthermie wird zum ohnehin benötigten Gas-Brennwertgerät mit Abgasanlage und Warmwasserbereitung noch eine Investition für Solarkollektoren, Solarspeicher und Montage fällig. Da die Förderung einer reinen Gas-Brennwert-Heizung seit 2020 nicht mehr möglich ist, lohnt sich der der Hybrid-Ansatz. Durch die hohen Fördersätze von bis zu 30% für Gas-Hybridheizungen (beim Austauch einer alten Ölheizung sogar bis zu 40%) wird der finanzielle Mehraufwand auch ökonomisch interessant. Man profitiert zukünftig von geringeren Verbrauchskosten beim Heizen und investiert so mit einem überschaubaren Mehraufwand in die Zukunft, der sich schnell amortisiert.

Achten Sie bei der finanziellen Planung einer Hybridheizung auf folgende Dinge:

Tipp 1

Der Austausch Ihrer alten Ölheizung lässt die Förderung um 10% steigen.

Tipp 2

Bei einer Gas-Hybridheizung können weitere Kosten für den Gasanschluss oder Flüssiggastanks und deren Peripherie anfallen – diese Kosten gehören allerdings zur förderfähigen Investition.

Tipp 3

Prüfen Sie, ob in Ihrer Region eine Wärmepumpe als alleiniger Wärmeerzeuger oder als Hybrid in Verbindung mit Solarthermie oder einem anderen regenerativem Wärmeerzeuger möglich ist. Der Fördersatz steigt dann um weitere 5%.

Tipp 4

Eine reine Gas-Brennwertheizung ist nicht förderfähig, wohl aber ein Gerät, das den späteren Anschluss erneuerbarer Energien gestattet („Renewable Ready“).

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Fördermittel für Hybridheizungen

Hybridheizungen werden über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert werden. Gas-Hybridheizungen sind mit bis zu 30% förderbar, wenn die beteiligte Wärmepumpe oder Solarthermie-Anlage ein Viertel der Heizlast abdecken kann. Wenn Sie nicht sofort eine große Investition tätigen wollen, können Sie sich für eine „Renewable Ready“ Gas-Brennwertheizung entscheiden und innerhalb von zwei Jahren einen zweiten Wärmeerzeuger, der mit erneuerbarer Energie arbeitet, hinzukaufen. Allerdings wird hier nur mit 20% gefördert und zahlreiche Nachweise müssen erbracht werden.

Das BAFA unterscheidet auch zwischen Gas-Hybridheizungen und den sogenannten EE-Hybridheizungen, die aus mehreren Heizungssystemen auf Basis regenerativer Energien bestehen. Dabei ist auch die Förderung am höchsten: Für eine EE-Hybridheizung liegt der Fördersatz bei 35%. Weiterhin bezuschusst das BAFA Gas-Hybridheizungen in Kombination mit Wärmepumpen oder Solarthermie mit bis zu 30% bzw. 40% (sofern vorher eine Ölheizung verbaut war) sowie die Kombination von zwei regenerativen Wärmeerzeugern (z.B. Wärmepumpe + Solarthermie) mit bis zu 35% bzw. 45%.

Art der HeizungsanlageFörderungFörderung
Austausch Öl
Erneuerbare Energien Hybridheizung (EE-Hybride)** 35%*45%*
Gas-HybridheizungMit erneuerbarer Wärmeerzeugung30%*40%*
Spätere Einbindung erneuerbarer Wärmeerzeugung
„Renewable Ready“
20%*-

Sie planen gerade die Modernisierung Ihre Immobilie oder Ihren Neubau? Dann finden Sie in unserem Ratgeber Heizung modernisieren oder Heizung im Neubau alle wichtigen Informationen.

Hybridheizung: Vorteile und Nachteile

Hybridheizungen haben definitiv viele Vorteile. Als Bauherr oder Modernisierer sollte man aber auch die Nachteile kennen, um eine Entscheidung für oder gegen eine Hybridheizung treffen zu können.

VorteileNachteile
+ Viele Energieträger, die meisten davon regenerativ, erlauben jeweils
günstige Betriebskosten bzw. die Nutzung kostenloser Umweltwärme
- Zusätzlicher Planungsaufwand mit weiteren Kosten
+ Attraktive Fördermöglichkeiten bei System mit erneuerbaren Energien- Zusätzlicher Platzbedarf
+ Verschiedene Wärmeerzeuger (z.B. Wärmepumpe + Gas) erlauben den
flexiblen Einsatz in nahezu allen Gebäudetypen, unabhängig vom Verteilsystem
- Bei Gas-Hybridheizungen Abhängigkeit vom fossilen Brennstoff
+ Umweltfreundliches und günstigeres Heizen- Höherer Anschaffungspreis

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