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Der individuelle Sanierungsfahrplan iSFP: bringt mehr Geld als er kostet

Vor 2002 gebaute Wohnhäuser entsprechen meist nicht den heutigen Effizienzstandards. Das kostet Eigentümer und Mieter viel Energie – und damit viel Geld. Außerdem wird die Umwelt mit klimaschädlichen CO2 belastet, das sich ganz einfach reduzieren ließe. Deshalb fördert der Staat in großem Stil die Sanierung solcher Häuser. Aber nicht jeder kann sein Eigenheim in einem Zug zum Effizienzhaus umbauen. Die Lösung: über einen individuellen Sanierungsfahrplan Teilschritte definieren – und dadurch für jede Sanierungsmaßnahme einen zusätzlichen Förderbonus von 5 Prozent kassieren. Das lohnt sich!

Was ist der individuelle Sanierungsfahrplan?

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein definiertes Beratungsinstrument des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Der Plan gibt eine wichtige Hilfestellung, in welchen sinnvollen Schritten die Energieeffizienz des Gebäudes verbessert werden kann, bis das gewünschte Effizienzhaus-Niveau erreicht ist. Der iSFP ersetzt dabei aber nicht die fachgerechte Ausführungsplanung der baulichen Maßnahmen.

Um die Kosten für den Mehraufwand – für den Plan – aufzufangen, gibt es den zusätzlichen Förderbonus von 5 Prozent auf alle im Sanierungsfahrplan aufgeführten Maßnahmen. Das schafft einen gewissen finanziellen Ausgleich, wenn die Sanierung nicht in einem Zug erfolgen kann. Denn eine Komplettsanierung wird eigentlich höher gefördert als Einzelmaßnahmen.

Allerdings gibt es zwei Bedingungen, um für den Sanierungsfahrplan den Förderbonus zu bekommen:

  • Der iSFP muss von einem anerkannten Energie-Effizienzexperten vor Beginn der Sanierungsmaßnahmen erstellt werden.
  • Der Energieeffizienz-Experte muss für die Erstellung des iSFP beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Förderung beantragen und so den Plan dort registrieren lassen.

Ein Sanierungsfahrplan wird manchmal von Handwerkern miterstellt, wenn sie Baumaßnahmen anbieten. Für den Förderbonus reicht das aber nicht: Damit der Sanierungsfahrplan den Vorgaben des BMWi entspricht, muss er von einem unabhängigen Energieeffizienz-Experten kommen, der nicht von der Ausführung der Sanierung profitiert.

Die Erstellung eines iSFP wird deshalb zusätzlich vom BAFA gefördert. Die Beantragung der Förderung übernimmt der Energieeffizienz-Experte selbst. Er bekommt die Förderung direkt ausbezahlt und stellt dem Auftraggeber des Sanierungsfahrplans nur den Differenzbetrag in Rechnung. Diese Vorgehensweise ist wichtig für die spätere Beantragung des zusätzlichen Bonus. Denn mit der Förderung des iSFP ist dieser bei der BAFA registriert.

Was kostet ein individueller Sanierungsfahrplan?

Die Kosten für einen iSFP sind vergleichsweise gering. Denn das BAFA übernimmt 80 Prozent der Aufwendungen bis zu einer Höchstgrenze von 1.300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser und 1.700 Euro für Mehrfamilienhäuser. Bei Eigentümergemeinschaften wird zusätzlich das Honorar für die Erläuterung des iSFP mit bis zu 500 Euro bezuschusst.

Die Beratungskosten des Energieeffizienz-Experten richten sich nach dem Aufwand. Doch der Eigenanteil hat sich in der Regel schon mit Umsetzung der ersten Sanierungsmaßnahme amortisiert.

Was bringt ein individueller Sanierungsfahrplan?

Für den iSFP nimmt der Energieeffizienz-Experte das Wohngebäude vor Ort genau unter die Lupe. Er ermittelt den energetischen Ist-Zustand und spricht mit dem Bauherrn ab, welches Effizienzniveau erreicht werden soll. Unterstützt durch eine Software strukturiert der Experte die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen. Dabei achtet er darauf, welche Teilschritte sofort Energieeinsparungen bringen. So ist beispielsweise ein Heizungstausch wenig sinnvoll, solange der Wind durch alte, undichte Fenster weht.

Doch nicht nur die energetisch sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen wird bedacht. Auch ohnehin anstehende Instandhaltungs- oder Reparaturarbeiten werden bei der empfohlenen Reihenfolge der Sanierungsschritte berücksichtigt. So lassen sich Mehrfachkosten vermeiden. Wie ein iSFP strukturiert ist, zeigt ein Muster-Sanierungsfahrplan auf der Internetseite des BMWi.

Durch einen iSFP lässt sich ein Wohngebäude also wirtschaftlicher sanieren. Und allein der Bonus von 5 Prozent für jeden Sanierungsschritt spielt die Kosten für die Erstellung eines iSFP mehr als ein, wie diese Beispielrechnung zeigt.

AltNeuBeispielwertFörderung BEG EMBonus iSFPPrämie ÖlheizungstauschGesamtförderung
   30 %5 %10 %45 %
ÖlkesselGas-Hybrid-heizung mit Solarthermieca. 15.000 €4.500 €750 €1.500 €6.750 €

Wie verpflichtend ist ein individueller Sanierungsfahrplan?

Natürlich ist die vollständige Umsetzung eines iSFP sinnvoll – sowohl, um die Umwelt als auch den eigenen Geldbeutel zu schonen. Um alle Maßnahmen bis zur Zielerreichung eines Effizienzhauses zu verwirklichen, hat der Bauherr deswegen 15 Jahre Zeit. Allerdings besteht keine Verpflichtung, alles zu machen. Für Maßnahmen des iSFP, die nach 15 Jahren umgesetzt werden, gibt es jedoch den 5-Prozent-Bonus nicht mehr. Wurden bis zum Ablauf der Frist nicht alle Maßnahmen umgesetzt, werden bereits gezahlte Förderungen aber nicht zurückgefordert.

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