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Mit BEG WG zum Effizienzhaus: Förderung forciert Sanierung und besonders nachhaltige Neubauten

Die Richtlinie der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG WG): KfW-Bank fördert Neubau- und Sanierungsvorhaben

Der Gebäudebestand in Deutschland soll 2045 klimaneutral sein. Dieses Ziel umreißt das Förderprinzip der BEG WG: Wenn Sie Ihr Eigenheim heute schon so bauen, dass es diesem angepeilten Effizienzniveau entspricht, erhalten Sie einen zinsverbilligten Förderkredit der KfW-Bank plus einen Tilgungszuschuss.

Noch wichtiger für die Reduktion der Treibhausgas-Emission im Gebäudesektor ist die Modernisierung von Altbauten. Die BEG WG schafft dafür großzügige Anreize: Je höher die erreichte Effizienzhaus-Stufe, umso höher der Fördersatz.

Möchten Sie ein neugebautes oder frisch saniertes Effizienzhaus kaufen, können Sie übrigens auch eine Förderung erhalten, wenn es sich um einen Ersterwerb handelt.

Die Sanierungsförderung nach BEG WG

In der BEG-Richtlinie für Wohngebäude werden für die Sanierung verschiedene Effizienzhaus-Stufen definiert. Sie reichen von dem Effizienzhaus (EH) 85 bis 40. Je niedriger die Zahl, umso geringer der künftige Primärenergiebedarf des Hauses – und umso höher die Förderung!

Zur Einordnung: Bezugspunkt ist ein vergleichbares Referenzgebäude, das nach den Vorgaben im Gebäudeenergiegesetz (GEG) ermittelt wird und der Effizienzhaus-Stufe 100 entspricht (siehe FAQ „Was ist ein Referenzgebäude?“). Der Primär-Energiebedarf eines Effizienzhauses der Stufe 85 (EH 85) ist somit um 15 Prozent geringer als der eines Standard-Referenzgebäudes. Gemäß dem GEG entspricht ein EH 85 in etwa der Effizienzklasse C im Energieausweis. Zum Vergleich: Ein Effizienzhaus der Stufe 40 (EH 40) gehört zur Effizienzklasse A oder A+. Entsprechend niedriger fallen bei einem EH 40 die Energiekosten und Triebhausgas-Emissionen aus.

Zusätzlich zur Effizienzhaus-Stufe definiert die BEG WG für die Gebäudesanierung die „Erneuerbare Energien-Klasse“ (EE-Klasse). Sie wird erreicht, wenn mindestens 55 Prozent des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt wird, beispielsweise über eine Wärmepumpe. Mit der EE-Klasse steigt der Betrag der förderfähigen Kosten von 120.000 Euro auf 150.000 Euro und der prozentuale Fördersatz um 5 Prozent.

Ein weiterer Bonus wird ab dem 22. September 2022 eingeführt. Ist Ihr Haus schon einige Jahrzehnte alt und hat einen sehr hohen Energiebedarf, steigt die Sanierungsförderung um weitere 5 Prozent, wenn Ihr Eigenheim anschließend mindestens die Effizienzhaus-Stufe 55 erreicht. Zu den weiteren Voraussetzungen für diesen sogenannten „Worst-Performing-Building“-Bonus gehört, dass Sie Ihr Haus nach der Sanierung nicht mehr mit Öl oder Gas beheizen. Mit einer Wärmepumpe ist diese Bedingung sehr einfach zu erfüllen – und macht Sie außerdem unabhängig von der Verfügbarkeit von fossilen Brennstoffen. Welche Gebäudestandards zu dem „Worst-Performing-Building“-Bonus berechtigen, wird derzeit noch erarbeitet. Sobald die Einzelheiten bekannt sind, informieren wir Sie auf dieser Seite.

Wie hoch die möglichen Förderquoten sind, zeigt die nachstehende Tabelle. Ein Tipp: Bei der Kalkulation der Sanierungskosten sollten Sie darüber hinaus die voraussichtlichen Energieeinsparungen bewerten. Das macht für Sie ein Energieeffizienz-Experte. In den meisten Fällen ist die Haussanierung in jeder Hinsicht lohnend: um die Umwelt zu entlasten und den eigenen Geldbeutel.

EH/EG DenkmalEH 85EH/EG 70EH/EG 55EH/EG 40
Primär-Energiebedarf im Vergleich zum Referenzgebäude⁴ Max. +60 %- 15 %- 30 %- 45 % - 60 %
Ungefähre Effizienzklasse⁴ eines durchschnittlichen Einfamilienhauses Klasse C bis BKlasse BKlasse B bis AKlasse A bis A+
Grundförderung120.000 € je Wohneinheit
Tilgungszuschuss5 %5 %10 %15 %20 %
Max. Zinsvergünstigung¹15 %15 %15 %15 %15 %
Worst-Performing-Building-Bonus²---5 %5 %
Max. Fördersatz
Grundförderung
20 %
(24.000 €)
20 %
(24.000 €)
25 %
(30.000 €)
35 %
(42.000 €)
35 %
(42.000 €)
EH/NH-Förderung150.000 € je Wohneinheit
EE/NH-Bonus³+5 %+5 %+5 %+5 %+5 %
Max. Fördersatz
EH/NH-Förderung
25 %
(37.500 €)
25 %
(37.500 €)
30 %
(45.000 €)
40 %
(60.000 €)
45 %
(67.500 €)

* Bitte beachten Sie, dass auf sämtliche Fördermittel kein Rechtsanspruch besteht.

¹Es wird eine Zinsverbilligung für die erste Zinsbindungsdauer gewährt. Die Zinsverbilligung für neu gewährte Förderkredite kann u.a. in Abhängigkeit vom Marktzinsniveau schwanken.

²Der WPB-Bonus wird ab 22.09.2022 eingeführt für Gebäude, die auf Grund des energetischen Sanierungsstandes seiner Bauteilkomponenten zu den energetisch schlechtesten 25 % des deutschen Gebäudebestandes gehört. Genaueres regelt ein noch ausstehendes Merkblatt.

³Die EE-Klasse (Erneuerbare-Energien-Klasse) wird erreicht, wenn der Energiebedarf eines Hauses zu mindestens 55 % durch erneuerbare Energien gedeckt ist. Die NH-Klasse (Nachhaltigkeitsklasse) wird durch die Zertifizierung des Gebäudes mit dem „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ (QNB) erreicht. In der Sanierung steht der NH-Bonus nur für Nichtwohngebäude zur Verfügung. Eine Kumulierung von EE- und NH-Bonus ist nicht möglich.

⁴Bezugsgröße für ein Referenzgebäude gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist der Primär-Energiebedarf. Für die Einteilung in eine Effizienzklasse gilt im GEG hingegen der Endenergiebedarf. Daher ist nur ein ungefährer Vergleich zur Orientierung möglich.

 

Eine Alternative zur Komplettsanierung einer Immobilie ist die schrittweise Haussanierung. Welche Fördermöglichkeiten hier bestehen, haben wir in dem Ratgeber „Individueller Sanierungsfahrplan“ für Sie zusammengefasst.

Einzelmaßnahmen, die den CO₂-Ausstoß verringern, wie beispielsweise der Heizungstausch, werden ebenfalls gefördert. Die Richtlinie dafür heißt BEG EM. Mehr Infos dazu hier.

Die Neubauförderung nach BEG WG

Neugebaute Wohnhäuser erhalten nur noch eine Förderung, wenn sie „klimaschutzkompatibel“ sind . Gemäß der BEG WG bedeutet das aktuell: Ihr neues Haus ist förderfähig, wenn es die Effizienzhaus-Stufe 40 und außerdem die Klasse „Nachhaltigkeit“ (NH) erreicht.

Die NH-Klasse definiert Anforderungen, um die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg zu begrenzen. Auch die Nachhaltigkeit der verbauten Materialien muss definierten Kriterien entsprechen. Überprüft werden die Vorgaben nach Abschluss des Bauvorhabens von einem dafür zugelassenen Energieeffizienz-Experten. Ein Siegel bestätigt das Erreichen der NH-Klasse – das „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ (QNG). Die einzelnen Anforderungen dieses Gütesiegels können Sie in der Broschüre der „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ nachlesen.

Die KfW-Förderung für einen Neubau EH 40 NH im Einzelnen:

EH/EG 40 NH
Primär-Energiebedarf im Vergleich zum Referenzgebäude³- 60 %
Ungefähre Effizienzklasse3 eines durchschnittlichen EinfamilienhausesKlasse A bis A+
Max. förderfähigen Kosten¹120.000 €
Tilgungszuschuss5 %
Max. Zinsvergünstigung²15 %
Max. Fördersatz20 %
(24.000 €)

* Bitte beachten Sie, dass auf sämtliche Fördermittel kein Rechtsanspruch besteht.

¹Die Höchstgrenze gilt je Wohneinheit, nicht pro Gebäude.

²Es wird eine Zinsverbilligung für die erste Zinsbindungsdauer gewährt. Die Zinsverbilligung für neu gewährte Förderkredite kann u.a. in Abhängigkeit vom Marktzinsniveau schwanken.

³Bezugsgröße für ein Referenzgebäude gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist der Primär-Energiebedarf. Für die Einteilung in eine Effizienzklasse gilt im GEG hingegen der Endenergiebedarf. Daher ist nur ein ungefährer Vergleich zur Orientierung möglich.

Welche Rolle spielt die Heizung für die Förderung?

Planen Sie, Ihr Haus komplett zu sanieren, bestimmt die Wahl Ihrer neuen Heizung die Fördermöglichkeiten. Sanierungsvorhaben, bei denen eine Ölheizung erhalten bleibt, erhalten grundsätzlich keine Förderung. Soll im Zuge der Sanierung eine Gasheizung erneuert werden, sind diese Kosten nicht mehr förderfähig. Das betrifft auch die dafür erforderlichen Umfeldmaßnahmen – beispielsweise eine Schornsteinsanierung.

Die höchste Förderung bei einer Sanierung erhalten Sie für die Installation einer Wärmepumpe. Damit erreichen Sie spielend die EE-Klasse, die für die Wärmeerzeugung einen Anteil erneuerbarer Energien von mindestens 55 Prozent voraussetzt. Mit dem Erreichen der EE-Klasse steigt die Grenze der maximal förderfähigen Kosten von 120.000 € auf 150.000 €. Dementsprechend steigt auch in der Summe der Tilgungszuschuss. Zusätzlich belohnt die BEG WG den hohen EE-Anteil Ihrer neuen Heizung mit einem Bonus von 5 Prozent (Details siehe Tabelle)

Da sich die Neubauförderung auf das EH 40 NH beschränkt, ist hier der Einbau einer Wärmepumpe ohnehin die beste Lösung. Denn Heizungen mit fossilen Brennstoffen sind durch die Vorgaben des „Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude“ de facto ausgeschlossen.

Geförderte Hilfestellung: Energieeffizienz-Experte ist erforderlich

Fördervoraussetzung der BEG WG ist außerdem, einen Energieeffizienz-Experten einzubinden. Er übernimmt oder überprüft energetische Planungen. Außerdem überwacht er deren fachliche Umsetzung und erstellt die Nachweise, die für die Antragstellung und Auszahlung der Förderung erforderlich sind.

Wichtig zu wissen: Energieeffizienz-Experten sind Energieberater. Aber nicht jeder Energieberater ist ein Energieeffizienz-Experte. Die KfW-Bank und das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) erkennen nur offiziell zertifizierte Fachleute an, die sich dann als Energieeffizienz-Experten bezeichnen dürfen. Sie finden solche Fachleute in Ihrer Nähe über die Internetseite energie-effizienz-experten.de.

Die Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten wird gesondert gefördert. Für Ein- und Zweifamilien-Effizienzhäuser beträgt die Höchstgrenze 10.000 Euro bei einer Förderquote von 50 Prozent.

Antragstellung der Bundesförderung für Wohngebäude

Die Beantragung eines KfW-Förderkredits läuft über Ihre Hausbank. Die dafür erforderlichen Nachweise erstellt Ihr Energieeffizienz-Experte.

Wichtig zu wissen: Förderanträge sind vor dem Vorhabenbeginn zu stellen. Maßgeblich dafür ist der Abschluss entsprechender Lieferungs- oder Leistungsverträge für Ihren Neubau oder Ihr Modernisierungsvorhaben.

Beim Ersterwerb eines Effizienzhauses gilt der Abschluss des Kaufvertrags als Vorhabenbeginn. Die Antragstellung muss also zuvor erfolgen. Das Datum des Antragseingangs bei der KfW ist hierfür maßgeblich.

FAQ