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Mit BEG WG zum Effizienzhaus: Heizungsförderung und Bauförderung neu aufgestellt

Die Richtlinie der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG WG): KfW-Bank fördert Neubau und Modernisierungsvorhaben

Der Gebäudebestand in Deutschland soll 2045 klimaneutral sein. Dieses Ziel umreißt das Förderprinzip der BEG WG: Wer sein Eigenheim heute schon so baut, dass es diesem angepeilten Effizienzniveau entspricht, erhält eine umfangreiche Förderung von der KfW-Bank.

Noch wichtiger für die Reduktion der Treibhausgas-Emission im Gebäudesektor ist die Modernisierung von Altbauten. Die BEG WG schafft dafür großzügige Anreize: Je höher die erreichte Effizienzhaus-Stufe, umso höher die Fördergelder.

Käufer neugebauter oder frisch sanierter Effizienzhäuser können übrigens auch eine Förderung erhalten, wenn es sich um einen Ersterwerb handelt.

Unabhängig von Ihrem Vorhaben haben Sie die Wahl zwischen zwei Fördervarianten. Erstens: einen zinsverbilligten Förderkredit in Höhe der förderfähigen Kosten mit einem prozentualen Tilgungszuschuss. Zweitens: einen Investitionszuschuss in gleicher Höhe des Tilgungszuschuss, wenn Sie lieber Eigenkapital einsetzen.

Die Sanierungsförderung nach BEG WG

In der BEG-Richtlinie für Wohngebäude werden für die Sanierung verschiedene Effizienzhaus-Stufen definiert. Sie reichen von dem Effizienzhaus (EH) 100 bis 40. Je niedriger die Zahl, umso geringer der künftige Primärenergiebedarf des Hauses – und umso höher die Förderung! Zur Einordnung: Ein EH 100 entspricht dem gesetzlichen Energiestandard von Häusern, die zwischen 2002 und 2007 gebaut wurden. Ältere Gebäude sind energetisch in der Regel deutlich schlechter. Entsprechend höher fallen hier die Energiekosten und Triebhausgas-Emissionen aus.

Zusätzlich zur Effizienzhaus-Stufe definiert die BEG WG für die Gebäudesanierung die „Erneuerbare Energien-Klasse“ (EE-Klasse). Sie wird erreicht, wenn mindestens 55 Prozent des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt wird, beispielsweise über eine Wärmepumpe oder Solarthermie. Mit der EE-Klasse steigt der Betrag der förderfähigen Kosten von 120.000 Euro auf 150.000 Euro und der prozentuale Zuschuss um 5 Prozent. Hier die Förderquoten im Überblick:

Übrigens: Einzelmaßnahmen, die den CO₂-Ausstoß verringern, wie beispielsweise der Heizungstausch, werden ebenfalls gefördert. Die Richtlinie dafür heißt BEG EM. Mehr Infos dazu hier.

Die Neubauförderung nach BEG WG

Neugebaute Wohnhäuser erhalten nur noch eine Förderung, wenn sie „klimaschutzkompatibel“ sind . Gemäß der BEG WG bedeutet das aktuell: Ihr neues Haus ist förderfähig, wenn es die Effizienzhaus-Stufe 40 und außerdem die Klasse „Nachhaltigkeit“ (NH) erreicht.

Die NH-Klasse definiert Anforderungen, um die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg zu begrenzen. Auch die Nachhaltigkeit der verbauten Materialien muss definierten Kriterien entsprechen. Überprüft werden die Vorgaben nach Abschluss des Bauvorhabens von einem dafür zugelassenen Energieeffizienz-Experten. Ein Siegel bestätigt das Erreichen der NH-Klasse – das „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ (QNG). Die einzelnen Anforderungen dieses Gütesiegels können Sie hier nachlesen.

 

Die Neubauförderung im Überblick

Effizienzhaus-StufeIm Vergleich zu Referenzgebäude
(= 100 %)
Zusätzliche Anforderung Maximale Kredithöhe
pro Wohneinheit
Tilgungszuschuss /
Investitionszuschuss
EH 40 NHPrimärenergiebedarf: 40 % (entspricht ca. -45 % des gesetzlichen Mindeststandards*)

Transmissionswärmeverlust: 55 %
Nachhaltigkeit: Zertifizierung150.000 €12,5 %
(bis zu 18.750 €)
* Den energetischen Mindeststandard für neu errichtete Gebäude definiert das GEG über den Jahres-Primärenergiebedarf. Er darf derzeit maximal 75 Prozent eines vergleichbaren Referenzgebäudes betragen.

Welche Rolle spielt die Heizung für die Förderhöhe nach BEG WG?

Die Wahl der Heizung hat großen Einfluss darauf, welche Effizienzhaus-Stufe Ihr Haus erreicht – und damit auch auf die Förderquote. Zwei Werte sind für die Bestimmung der Effizienzhaus-Stufe entscheidend: der Transmissionswärmeverlust und der Jahres-Primärenergiebedarf.

Der Transmissionswärmeverlust ist die Wärmemenge, die durch Wände, Decken und Fensterflächen an die Umgebung verlorengeht. Der Jahres-Primärenergiebedarf beschreibt die Energie, die von natürlich vorkommenden Energieträgern (Erdgas, Öl, Kohle) benötigt wird, um das Haus zu heizen und mit Warmwasser zu versorgen.

Je effizienter und nachhaltiger also eine Heizung ist, umso geringer ist die Umweltbelastung, wozu auch der CO₂-Ausstoß zählt, und umso höher die Förderung.

Benötigt beispielsweise Ihr saniertes Haus im Vergleich zu einem Referenzgebäude nur 55 Prozent des Jahres-Primärenergiebedarfs, erfüllen Sie die Fördervoraussetzungen für ein Effizienzhaus EH 55. Decken Sie darüber hinaus den Wärmebedarf mindestens zu 55 Prozent durch erneuerbare Energien – zum Beispiel mit einer Wärmepumpe –, erfüllt Ihr Eigenheim die Kriterien eines EH 55 EE.

Wichtig zu wissen: Ölheizungen sind nicht mehr förderfähig, Gas-Hybridheizungen hingegen schon. Wer einen Altbau zum Effizienzhaus saniert, darf zwar seine Ölheizung in diesem Zug erneuern. Doch diese Kosten sind nicht förderfähig.

Geförderte Hilfestellung: Energieeffizienz-Experte ist erforderlich

Fördervoraussetzung der BEG WG ist außerdem, einen Energieeffizienz-Experten einzubinden. Er übernimmt oder überprüft energetische Planungen. Außerdem überwacht er deren fachliche Umsetzung und erstellt die Nachweise, die für die Antragstellung und Auszahlung der Förderung erforderlich sind.

Wichtig zu wissen: Energieeffizienz-Experten sind Energieberater. Aber nicht jeder Energieberater ist ein Energieeffizienz-Experte. Die KfW-Bank und das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) erkennen nur offiziell zertifizierte Fachleute an, die sich dann als Energieeffizienz-Experten bezeichnen dürfen. Sie finden solche Fachleute in Ihrer Nähe über die Internetseite energie-effizienz-experten.de.

Die Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten wird gesondert gefördert. Für Ein- und Zweifamilien-Effizienzhäuser beträgt die Höchstgrenze 10.000 Euro bei einer Förderquote von 50 Prozent.

Antragstellung der Bundesförderung für Wohngebäude

Die Beantragung eines KfW-Förderkredits läuft über Ihre Hausbank. Die dafür erforderlichen Nachweise erstellt Ihr Energieeffizienz-Experte.

Möchten Sie einen Investitionszuschuss als Förderung in Anspruch nehmen, können Sie – bzw. Ihr Energieeffizienz-Experte – diesen direkt über ein Online-Portal bei der KfW beantragen. Diese Vorgehensweise gilt noch bis zum 31. Dezember 2022. Geplant ist, dass ab dem 1. Januar 2023 die Zuschussförderung generell vom BAFA durchgeführt wird und nur die Kreditförderung über die KfW läuft.

Wichtig zu wissen: Förderanträge sind vor dem Vorhabenbeginn zu stellen. Maßgeblich dafür ist der Abschluss entsprechender Lieferungs- oder Leistungsverträge für Ihren Neubau oder Ihr Modernisierungsvorhaben.

Beim Ersterwerb eines Effizienzhauses gilt der Abschluss des Kaufvertrags als Vorhabenbeginn. Die Antragstellung muss also zuvor erfolgen. Das Datum des Antragseingangs beim BAFA bzw. bei der KfW ist hierfür maßgeblich.

FAQ